Alkohol, Drogen, Punkte oder Straftaten? – Die häufigsten Gründe für eine MPU

Es gibt verschiedene Anlässe aus denen eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (kurz „MPU“) verhängt wird. Zu diesen zählen neben geistigen oder körperlichen Mängeln, vor allem Promillefahrten ab 1,6 Promille Alkohol im Blut, wiederholtes Führen eines Fahrzeugs unter Alkoholeinfluss, Fahrten unter Drogeneinfluss bzw. bei Medikamentenmissbrauch. Auch Verkehrsauffälligkeiten, Straftaten und Punkte in Flensburg können den Führerscheinverlust und einen „Idiotentest“, wie die MPU auch genannt wird, nach sich ziehen.

Im folgenden Artikel zeigen wir, was Du zu erwarten hast, wenn eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung wegen Alkohol, Drogen, Punkten oder Verkehrsauffälligkeiten verhängt wurde und welche Voraussetzungen im Vorfeld zur Untersuchung und während der Untersuchung zu erfüllen sind, damit Du den Führerschein bald wieder in den Händen hältst.

Schau Dir auch gerne unsere anderen beiden Artikel zum Thema MPU an:

MPU Kosten und MPU Ablauf

MPU Vorbereitung

MPU wegen Alkohol am Steuer

Welche Strafen erwarten mich beim Fahren unter Alkoholeinfluss?

Die Promillegrenze liegt in Deutschland bei 0,5 Promille, was bedeutet, dass ab diesem Blutalkoholwert bestimmte Strafen nach dem Bußgeldkatalog zu erwarten sind:

  Bußgeld Punkte in Flensburg Fahrverbot
1.      Verstoß 500€ 2 Punkte 1 Monat
2.      Verstoß 1.000€ 2 Punkte 3 Monate
3.      Verstoß 1.500€ 2 Punkte 3 Monate

Bei einer Gefährdung im Straßenverkehr kann ein Fahrer unter Alkoholeinfluss schon ab 0,3 Promille mit einer Sanktion von 3 Punkten in Flensburg abgestraft werden.

Ab wann droht eine MPU wegen Alkohol am Steuer?

Zu einem Führerscheinentzug kommt es bei einem Blutalkoholwert von über 1,09 Promille – ab einem Wert ab 1,6 Promille wird eine MPU angeraten. Diese kann, je nach Einzelfall, jedoch auch eher angeordnet werden: in Fällen starker Gefährdung von anderen Verkehrsteilnehmer bereits ab einem Blutalkoholwert ab 1,1 Promille. Letztendlich passiert dies jedoch immer nach individueller Einschätzung der jeweiligen Behörden.

Fahranfänger müssen bis zum Abschluss der Probezeit sowie bis zum Abschluss des 21. Lebensjahrs eine 0,0-Promillegrenze einhalten, also komplett nüchtern fahren.

Ablauf und Fragen bei der MPU wegen Alkohol am Steuer

Ebenso wie die Medizinisch-Psychologische Untersuchung aus anderen Gründen, wie bspw. Punkte in Flensburg, ist die MPU wegen Alkohol am Steuer in 4 Teile gegliedert:

  1. Allgemeiner Fragebogen (schriftlich auszufüllen)
  2. Medizinische Untersuchung
  3. Psychologische Untersuchung
  4. Leistungstests

Weitere Informationen zu den einzelnen Teilbereichen der MPU findest du in unserem Artikel Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU).

In dieser Infografik findest du die wichtigsten Informationen zur MPU auf einen Blick:

 

Im Rahmen der Begutachtung einer MPU wegen Alkohol wird überprüft, welche Verhaltensentwicklung in der Vergangenheit stattgefunden hat. Gab es eine Abhängigkeit, fand eine Gefährdung statt und liegt Promillegrenzen bezogenes Wissen vor? Ein solches Wissen über Promilleberechnungen und Alkoholabbaumengen sollte zum Zeitpunkt der MPU vorhanden sein. Dabei werden Fragen zur Bedeutung von Alkohol für den Teilnehmer sowie zu den üblichen Trinkmengen in der Vergangenheit gestellt. Zudem werden die Gründe für den Alkoholkonsum am Tattag und die Einschätzung der Fahrtüchtigkeit zum damaligen Zeitpunkt hinterfragt.

Es wird  erläutert, welche Verhaltensänderung stattgefunden hat und was sich seit der Alkoholfahrt im Leben des Betroffenen und im Umgang mit Alkohol geändert hat.

Bespiele für konkrete Fragestellungen findest Du in unserem Artikel Tipps zur MPU Vorbereitung – Das sind die häufig gestellten MPU Fragen!.

Durch einen Verkehrspsychologen wird anschließend eine Prognose zur Fahreignung erstellt, sprich ob eine zukünftige Teilnahme am Straßenverkehr stattfinden darf. Dabei ist das wichtig, dass das problembezogene Verhalten stabil verändert wurde und das Rückfallrisiko als gering geschätzt wird.

Ob ein vollständiger Verzicht auf Alkohol notwendig ist, hängt von den Besonderheiten des Einzelfalls des Teilnehmers ab.

Kontrolliertes Trinken oder Abstinenznachweis?

Kontrolliertes Trinken

Manchmal ist es bei einer MPU möglich ein positives Gutachten zu erhalten, ohne den kompletten Verzicht auf Alkohol, da das Trinken in Maßen allgemein in der Gesellschaft akzeptiert ist.

Das Trinken von Alkohol beim Führen eines Kraftfahrzeugs ist trotzdem gänzlich zu unterlassen. Wer den begutachtenden Verkehrspsychologen davon überzeugen kann, dass er in der Zwischenzeit – von der Verordnung der MPU bis zur Untersuchung – Alkohol mit Bedacht konsumiert hat, erhöht seine Chancen auf ein positives Gutachten.

Die Glaubwürdigkeit des Teilnehmers und Fallbeispiele über bestimmte Situationen (bspw. ein Glas Sekt zum runden Geburtstag mit geplanter Rückfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln) zur Unterstützung der eigenen Aussagen, können dabei hilfreich sein.

Wichtige Verhaltensweisen im Falle des kontrollierten Trinkens:

  • Niemals mehr Alkohol als bis zu einem Promillewert von 0,3 Alkohol im Blut zu sich nehmen
  • Nur an (wenigen) geplanten Anlässen trinken
  • Rückfahrten für diese Anlässe im Voraus planen
  • Mit anderen Verkehrsmitteln als dem eigenen Auto zu diesen geplanten Anlässen fahren
  • Im Alltag nur alkoholfreie Getränke zu sich nehmen

Das Führen eines Trinktagebuchs für mindestens 6 Monate kann dabei unterstützend für den Nachweis des kontrollierten Trinkens wirken. Manchmal ist dies auch eine Pflicht für den Teilnehmer.

Ambulante Programme können bei Problemen aufgesucht werden. Diese werden durch eine gesetzlich festgelegte Gesundheitsförderung angeboten und teilweise von den Krankenkassen gestützt. Hier lohnt es sich bei der eigenen Krankenkasse nachzufragen und sich über Angebote in der eigenen Stadt zu informieren.

Abstinenznachweis

Wer bereits ein zweites Mal zur MPU muss, sollte nicht mehr nur kontrolliert trinken, sondern mit absoluter Abstinenz überzeugen. Hierbei empfiehlt sich der Besuch eines Kurses bei einer Suchtberatungsstelle, wobei auch das Führen eines Trinktagebuchs zur Pflicht wird.

Ein Alkoholabstinenznachweis wird bei der Verordnung der MPU immer dann (von Anfang an) verlangt, wenn ein deutliches Missbrauchsmuster erkennbar ist.

Insbesondere im Untersuchungszeitraum ist es wichtig völlig auf Alkohol zu verzichten, auch auf den Schuss Rotwein in der Soße oder den Likör im Stück Schwarzwälder Kirschtorte.

Medizinische Tests – Haaranalyse, Urinscreening und Leberwerte

Zum Nachweis der Abstinenz werden verschiedene verkehrsmedizinische Tests durchgeführt.

Haaranalyse und Urinscreening

Für eine Haaranalyse muss ein mindestens 3 Zentimeter langes Haar eingereicht werden. Dieses muss unbehandelt sein und darf weder gefärbt, getönt noch gebleicht sein. Das Alkoholabbauprodukt Ethylglucuronid (EtG) kann hierbei bis zu drei Monate rückwirkend nachgewiesen werden. Es entsteht im Körper nur, wenn vorher Alkohol (Ethanol) zugeführt wurde.

Die Kosten für ein Haarscreening liegen etwa zwischen 150 und 300€.

Alternativ zur Haaranalyse können auch Abstinenzkontrollprogramme mit Urinscreening vorgenommen werden Hier kann man sich für 6 oder 12 Monate bei einer geeigneten Stelle anmelden. In der Regel erfolgt eine Kontrolle 4-mal pro halbes Jahr und 6-mal pro ganzes Jahr. Der Teilnehmer wird dann unvorhersehbar kontaktiert und muss innerhalb von 24 Stunden zur Urinabgabe erscheinen.

Alkoholische Substanzen werden vom Körper über die Nieren abgebaut. Möchte man eine Abstinenz belegen, so kann man den Urin auf EtG testen lassen. Alkohol (und Drogen) können einige Stunden und Tage nach der Einnahme nachgewiesen werden. Die Bescheinigung über die Abstinenz wird dann zur Untersuchung mitgenommen.

Je nach durchführender Stelle können die Kontrollprogramme zwischen 200 und 600€ liegen.

Leberwerte untersuchen

Um die Leberwerte zu untersuchen wird meistens Blut abgenommen. Jedoch reichen Leberwerte als alleiniger Nachweis bei der MPU nicht aus um eine Fahrtauglichkeit zu bescheinigen. Nur bei einer Erhöhung der Werte sind diese aussagekräftig. Das gilt wiederum nicht bei einer dauerhaften Schädigung der Leber (=dauerhaft erhöhte Werte) oder einer anderweitigen Erkrankung der Leber. Hier sollte ein Hausarzt im Vorfeld hinzugezogen werden.

Vorbereitung auf die MPU wegen Alkohol am Steuer

Bei der MPU wegen Alkohol ist es wichtig, dass hier bereits eine Veränderung im Verhalten vor der Teilnahme an der Untersuchung stattgefunden hat und gegebenenfalls entsprechende Nachweise vorliegen. Weitere Tipps zur Vorbereitung auf die Medizinisch-Psychologische Untersuchung findest Du in unserem Artikel Tipps zur MPU Vorbereitung – Das sind die häufig gestellten MPU Fragen!.

MPU wegen Fahren unter Drogeneinfluss

Ab wann droht eine MPU wegen Fahren unter Drogeneinfluss?

Wer Cannabis, Kokain oder Amphetamine konsumiert wird nicht nur im Verkehrsstrafrecht hart bestraft, sondern wird meist auch wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz belangt.

Im Gegensatz zu Fahrten unter Alkoholeinfluss liegt hier kein bestimmter Grenzwert vor, allerdings wird auch die eingenommene Menge der Substanzen betrachtet. Nichtsdestotrotz drohen bei fahrauffälligem verhalten ein Führerscheinentzug und eine MPU wegen Drogenmissbrauch. Kommt es zum Unfall folgen zudem strafrechtliche Konsequenzen.

Bei Fahrten unter Drogeneinfluss sind folgende Bußgelder zu erwarten:

  Bußgeld Punkte in Flensburg Fahrverbot
1.      Verstoß 500€ 2 Punkte 1 Monat
2.      Verstoß 1.000€ 2 Punkte 3 Monate
3.      Verstoß 1.500€ 2 Punkte 3 Monate

Kam es zu einer besonderen Gefährdung der anderen Verkehrsteilnehmer, dann können auch Strafen wie 3 Punkte in Flensburg, Entzug der Fahrerlaubnis oder Freiheits- und Geldstrafen verhängt werden.

Ist der Drogenschnelltest negativ, aber es werden diverse Drogen mitgeführt, dann wird in der Regel nicht sofort eine MPU angeordnet, sondern mittels einer Urin- und Haaranalyse überprüft, ob regelmäßig Drogen konsumiert wurden.

Ablauf und Anforderung der MPU wegen Fahren unter Drogeneinfluss

Ebenso wie die Medizinisch-Psychologische Untersuchung aus anderen Gründen, wie bspw. Alkohol am Steuer, ist die MPU wegen Fahren unter Drogeneinfluss in 4 Teile gegliedert:

  1. Allgemeiner Fragebogen (schriftlich auszufüllen)
  2. Medizinische Untersuchung
  3. Psychologische Untersuchung
  4. Leistungstests

Weitere Informationen zu den einzelnen Teilbereichen der MPU findest du in unserem Artikel Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU).

Im Rahmen des medizinischen Untersuchungsgesprächs wird überprüft, ob der Betroffene dazu geeignet ist ein Kraftfahrzeug zu führen. Hier wird auf die körperlichen Symptome hin untersucht, die durch einen Drogenkonsum entstehen. Bei Drogenscreenings wird auf verschiedene Substanzen (u.a. THC, Kokain, Heroin und Amphetamine) getestet – nicht nur auf jene durch die der Betroffene auffällig geworden ist.

Das „Bestehen“ der psychologischen Untersuchung hingegen stellt sich als durchaus schwieriger dar. Aussagen, dass das gezeigte Verhalten bereut wird reichen dabei nicht aus.

Im Einzelgespräch werden verschiedene Aspekte der Vergangenheit beleuchtet: wie es zum Drogenkonsum kam und welche Gründe dabei eine Rolle spielten. Zudem werden auch das soziale Umfeld, die Familienverhältnisse, mögliche Kindheitstraumata, die finanzielle Situation, das berufliche Umfeld, Hobbies, etc. betrachtet, sprich alles was mit dem Konsum von Drogen in Zusammenhang gebracht werden könnte.

Der Betroffenen sollte ganz klar darstellen können, dass eine wahrhaftige Einstellungs- und Verhaltensänderung in Bezug auf den Suchtmittelkonsum stattgefunden hat. Auch eine nachvollziehbare Reflektion darüber, warum in der Vergangenheit Drogen konsumiert wurden und wie es zu einem Fehlverhalten im Straßenverkehr gekommen ist. Hier empfiehlt sich eine intensive Vorbereitung im Rahmen einer professionellen MPU Beratung.

Häufig gestellte Fragen und wichtige Tipps zur Vorbereitung auf die MPU findest Du in unserem Artikel Tipps zur MPU Vorbereitung – Das sind die häufig gestellten MPU Fragen!.

Abstinenznachweis ist Pflicht – alle Tests im Überblick

Der Abstinenznachweis ist für ein positives Gutachten bei einer MPU wegen Drogenmissbrauch  unerlässlich.

Um den Drogenkonsum einer Person festzustellen gibt es bestimmte Tests, die in Unterschiedlichen Situationen durchgeführt werden:

  • Speichel– oder Schweißtest: Schnelltests bei Verkehrskontrollen
  • Urinscreening: gängiges Mittel bei der MPU, aber auch bei der Verkehrskontrolle
  • Haaranalyse: besonderes Mittel bei der MPU als Nachweis der Drogeneinnahme über einen längeren Zeitraum
  • Blutprobe: im Labor getestet, kein Schnelltest

Drogenschnelltest und Blutentnahme

Bei einer Verkehrskontrolle besteht für den Autofahrer das Recht einen Drogenschnelltest abzulehnen, da dieser als Beweismittel vor Gericht nicht zulässig ist. Da eine solche Verweigerung als Hinweis auf eine Drogeneinnahme gewertet wird, muss derjenige meist mit auf das Polizeirevier kommen. Dort findet dann eine Blutentnahme statt, welche wiederum also Beweismittel vor Gericht verwendet werden kann. Diese darf allerdings nur mit richterlichem Beschluss und ausschließlich durch einen Arzt durchgeführt werden.

Urinscreening bei der MPU wegen  Fahren unter Drogeneinfluss

Stoffe wie Tetrahydrocannabinol – eher als THC bekannt – welches durch den Konsum von Cannabis im Körper zu finden ist, können im Urin bis zu 16 Wochen nach der Einnahme nachgewiesen werden. Selbst bei einmaligem Konsum des Rauschmittels ist THC noch zwei bis drei Wochen dort zu finden.

Weitere Nachweisbarkeitsspannen:

  • Heroin o.ä. Opiate: 48 bis 96 Stunden (je nach Dosis)
  • Morphin o.ä. Opiate: 24 bis 48 Stunden
  • Kokain: 12 Stunden (je nach Dosis)

MPU Urinprobe

Die Kosten für eine Untersuchung des Urins liegen bei 200 bis 600€.

Einen besseren Nachweis liefert jedoch eine Haaranalyse.

Haaranalyse bei der MPU

Ein Haartest liefert zuverlässige Ergebnisse darüber, ob eine Drogeneinnahme über einen längeren Zeitraum stattgefunden hat (bis zu drei Monate rückwirkend), da sich Fremdstoffe in die Haarstruktur einlagern. Dabei ist jede Art von Haar geeignet.

Für eine Untersuchung wird meistens eine ganze Haarsträhne vom Hinterkopf entnommen (um Manipulationen auszuschließen). Die Haare müssen unbehandelt sein, also nicht getönt, gefärbt oder gebleicht sein und eine Mindestlänge von 3 cm aufweisen.

Die Kosten für eine Haaranalyse betragen ca. 150 bis 300€.

MPU wegen Verkehrsauffälligkeiten, Straftaten oder Punkten

Neben Alkohol oder Drogen, welche zu den häufigsten Gründen zählen aus denen eine MPU verordnet wird, kann die Untersuchung auch bei verschiedenen Verkehrsverstößen und Straftaten die Folge sein.

Dazu gehören unter anderen:

  • schwere Verstöße oder wiederholte Verstöße gegen die Regeln der Straßenverkehrsordnung, wie z.B. Ordnungswidrigkeiten mit oder ohne anschließendem Fahrverbot
  • Straftaten, die im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr stehen, wie z.B. Fahrerflucht, rücksichtsloses Fahrverhalten oder Drogenschmuggel
  • Straftaten mit Fahrzeugeinsatz, wie z.B. Einbruch und Raub mit Einsatz eines Fluchtfahrzeugs, Lebensgefährdung oder Straßenrennen
  • Straftaten mit Aggressionspotenzial und dem damit zusammenhängendem Zweifel an der Fahreignung

Weiterhin kann es sein, dass Verkehrssünder mit 8 oder mehr Punkten auf ihrem Punktekonto in Flensburg zur MPU müssen.  Betroffene werden zwar bei einem Punktestand ab 5 bzw. ab 7 Punkten informiert, dass bald ein Entzug der Fahrerlaubnis ansteht, jedoch ändern die Wenigsten daraufhin ihr Verhalten.

TIPP: Eine Einsicht in den aktuellen Punktestand kann jederzeit auf der Seite des Kraftfahrtbundesamts (KBA) gebührenfrei beantragt werden.

MPU Blitzer

MPU wegen Punkten: Besonderheiten

  • Bei Führerscheinentzug muss Neuantrag auf Wiedererteilung gestellt werden: kann auch schon innerhalb der 6-monatigen Sperrfrist geschehen, Behörde gibt auch Auskunft, ob eine MPU wegen Punkten angeordnet wurde
  • Ob eine MPU wegen zu hohem Punktestand droht hängt vom Einzelfall ab, wer Punkte über einen längeren Zeitraum angehäuft hat ist weniger prädestiniert für eine MPU, als jemand, der diese in kürzester Zeit angehäuft hat
  • Wird beharrlich uneinsichtiges Verkehrsverhalten gezeigt, dann kann auch hier eine Untersuchung angeordnet werden: in diesem Fall wird der Pkw-Führer wird gezwungen sein Fehlverhalten zu reflektieren und zu einer Einsicht zu kommen
  • MPU wegen Auffälligkeiten, Straftaten und Punkten immer eine Ermessensentscheidung der Behörde, somit kann keine pauschale Aussage getroffen werden, ob eine MPU verordnet wird

Ist die MPU wegen Punkten einfacher als eine MPU wegen Alkohol oder Drogen am Steuer?

Es liegt die Vermutung nahe, dass eine MPU wegen Punkten leichter zu bestehen sei, als eine Untersuchung aufgrund von Alkohol oder Drogen. Dies ist jedoch ein Irrtum. Teilnehmer, die wegen des Konsums von Rauschmitteln auffällig geworden sind, können im medizinischen Teil der Untersuchung durch die Vorlage von Abstinenznachweisen eine Verhaltensänderung verdeutlichen. Bei der MPU wegen Punkten ist vor allem Überzeugungskraft von Nöten, da hier die typischen Laboruntersuchungen meist nicht stattfinden.

Die Fahrerlaubnis erhalten nur diejenigen Kraftfahrer zurück, bei denen gewährleistet werden kann, dass sich die Verkehrsverstöße, weswegen sie auffällig geworden sind, in Zukunft nicht wiederholen.

Vorbereitung auf die MPU wegen Punkten

Um sich auf eine MPU wegen Punkten vorzubereiten empfiehlt sich die Teilnahme an einer verkehrspsychologischen Beratung. Im Rahmen einer Beratung im Vorfeld zur Untersuchung werden Vermeidungsstrategien entwickelt, die das Verhalten im Straßenverkehr nachhaltig ändern sollen. Während der MPU kann der Betroffene dann im Untersuchungsgespräch mit stichhaltigen Argumenten und Beispielen überzeugen, dass hier eine tatsächliche Selbstreflektion und Verhaltensentwicklung stattgefunden hat.

Die Kosten für einen solchen Vorbereitungskurs sind mit bis zu 1.000€ zwar teuer, aber können sich durchaus positiv auf das Ergebnis auswirken. Bei Informationsveranstaltungen der MPU-Beratungsstellen kann man sich selbst ein Bild über etwaige Schulungen und Vorbereitungsgruppen machen.

Hier findest Du ein PDF-Listen mit Ansprechpartnern zur optimalen Vorbereitung auf die Medizinisch-Psychologische Untersuchung:

Übersicht über Verkehrspsychologen

Übersicht Verkehrsrechtsanwälte

Übersicht über MPU-Beratungsstellen

Übersicht über Suchtberatungsstellen

Weitere wichtige Tipps zur Vorbereitung auf die MPU und mögliche Fragestellungen findest Du in unserem Artikel Tipps zur MPU Vorbereitung – Das sind die häufig gestellten MPU Fragen!.

Abbau und Verjährung von Punkten

Hat ein Fahrer bis maximal fünf Punkte auf dem Konto, so besteht die Möglichkeit in einem Aufbauseminar einen Punkt abzubauen.

Zudem verjähren Punkte wie folgt:

  • Nach 2,5 Jahren: hier verfallen Ordnungswidrigkeiten, die einen Punkt nach sich ziehen
  • Nach 5 Jahren: hier verfallen Ordnungswidrigkeiten und Straftaten, die zwei Punkte nach sich ziehen
  • Nach 10 Jahren: hier verfallen Straftaten, die drei Punkte nach sich ziehen

Kosten für eine MPU wegen Alkohol, Drogen oder Punkten

Einen Überblick über alle anfallenden Kosten für eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung inklusive der medizinischen Tests sowie Vorbereitungskurse findest Du in unserem Artikel  Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU).



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