11 Aug 2021 Do It Yourself
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Kühlwasser nachfüllen: Tipps & Tricks

Wieder einmal geht es um das Herzstück Deines Autos: den Motor – oder besser gesagt dessen Kühlung. Dafür ist vor allem eines essenziell: die Kühlflüssigkeit. Und wenn davon nicht mehr genug im Behälter ist, musst Du das Kühlwasser nachfüllen. Wie das geht und vor allem, was Du dabei beachten musst – das erfährst Du, wenn Du weiterliest! Wir haben im Folgenden alle Infos, die Du brauchst. Bist Du bereit? Dann lass uns loslegen!

Darum solltest Du Kühlwasser nachfüllen

Stell Dir vor: Du hast den Urlaubscheck erledigt, bist unterwegs zum Traumurlaub mit dem Auto – alles ist in Top-Zustand und auf einmal nach hunderten Kilometern, bekommst Du im Cockpit die Meldung: Der Motor könnte überhitzen. Dann heißt es: Sofort stehen bleiben und Motorhaube öffnen! Du fragst Dich, warum? Das liegt am Kühlwasser – was genau es macht und warum es so wichtig für die Motorkühlung ist, verraten wir Dir jetzt!

Was ist Kühlwasser?

Du kannst es Dir bestimmt schon denken: Kühlwasser kühlt – und zwar den Motor. Bei einem Verbrennungsmotor, wie er in jedem Benziner- oder Diesel-Auto verbaut ist, entsteht große Hitze. Damit diese nicht den Motor schädigt, ist Kühlen unverzichtbar. Hier kommt dann die Kühlflüssigkeit zum Einsatz:

  • Sie besteht aus destilliertem Wasser.
  • Damit die Flüssigkeit bei niedrigen Temperaturen nicht gefriert und so Schaden anrichtet, wird Frostschutz beigemischt.
  • Außerdem sind noch Additive enthalten, die Rostbildung entgegenwirken.
    • Diese sind Schmiermittel für die Wasserpumpe, damit diese nicht verrostet und den Geist aufgibt.
Übrigens: Das Motorkühlsystem ist dadurch zwar vor Rost geschützt, allerdings kannst Du trotzdem am restlichen Auto Roststellen finden. Tipps und Tricks zum Rost-Entfernen, gibt’s mit nur einem Klick auf vorigen Link!
Motorkuehlfluessigkeit_nachfuellen
Vergiss nicht die Motorkühlflüssigkeit nachzufüllen Ansonsten droht Überhitzung!

Du möchtest noch wissen, wie der Kühlprozess funktioniert? Dazu kommen wir jetzt! Also lies’ weiter und finde es heraus!

So funktioniert die Motorkühlung durch Kühlflüssigkeit

Für einen funktionierenden Motor und somit auch ein intaktes Auto, ist der Kühlkreislauf unerlässlich. Hier wird zwischen dem kleinen und großen Kühlkreislauf unterschieden:

Kleiner Kühlkreislauf im Auto

Der kleine Kühlkreislauf hilft dem Motor bei einem Kaltstart und dabei, das Kühlmittel schnell auf Betriebstemperatur zu bringen. Das Ganze funktioniert so:

  • Der Motor verbrennt Kraftstoff und Luft, wodurch Hitze entsteht.
    • Diese wird an die verschiedenen Bauteile des Motors abgegeben.
  • Vom Ausgleichsbehälter aus wird das Kühlmittel durch die Verbindungsschläuche zu den Motorkomponenten geleitet.
    • Hier nimmt es die abgegebene Hitze auf und leitet es dann weiter.
Gut zu wissen: Die hier entstandene Wärme wird zum Wärmetauscher weitergeleitet. Dadurch kann im Winter die Heizung betrieben werden.
  • Danach geht es durch das Thermostat.
    • Hier wird durch die Temperatur des Kühlwassers entschieden, wo es als Nächstes hin geht.
    • Bei geringeren Temperaturen geht es zur Wasserpumpe und von da aus wieder in den Kühlmittelausgleichsbehälter.

Steigen die Temperaturen, ist eine zusätzliche Kühlung des Kühlmittels nötig, um eine Motorüberhitzung zu vermeiden. Dann werden weitere Elemente des Kühlkreislaufs zugeschaltet:

Motorkühlung – großer Kühlkreislauf

  • Bei höheren Temperaturen wird das Kühlmittel vom Thermostat aus nicht zur Wasserpumpe geleitet, sondern zum Motorkühler.
    • Durch die Lüftungsschlitze am vorderen Teil des Autos wird die Wärme nach außen abgeführt.
    • Reicht der Fahrtwind nicht aus, um genügend Wärme abzuleiten, wird der Kühlerlüfter zugeschaltet.
  • Die nun abgekühlte Flüssigkeit wird über die Wasserpumpe zum Kühlflüssigkeitsbehälter zurückgeleitet und der Kreislauf beginnt wieder von vorne.
Kuehlmittelkreislauf
Der Kühlmittelkreislauf: schützt vor Motorüberhitzung und Totalschaden!

Aber wenn der ganze Prozess ein geschlossener Kreislauf ist, warum sollte das Kühlwasser nachgefüllt werden? Wir erklären es Dir:

Deswegen solltest Du Kühlwasser nachfüllen

Wenn Kühlwasser verloren geht, ist der Kühlkreislauf gestört – und das kann sehr gefährlich für den Motor werden. Das kann verschiedene Gründe haben:

  • Die Kühlflüssigkeit kann austreten, wenn die Verbindungsschläuche Risse oder Löcher aufweisen.
  • Außerdem kann sie auch verloren gehen, wenn der Ausgleichsbehälter beschädigt ist.
Übrigens: Damit die Kühlflüssigkeit im Kühlkreislauf transportiert werden kann, steht das ganze System unter Druck – ein Druck von 1,0 bis 1,5 bar ist optimal. Das Überdruckventil im Deckel des Ausgleichbehälters öffnet sich, sobald der Standarddruck durch eine zu hohe Temperatur überstiegen wird. Dadurch entweicht dann Dampf und eventuell auch Kühlwasser. Dafür kann zum Beispiel ein defekter Lüfter die Ursache sein.
  • Wenn das Thermostat einen Defekt aufweist – also entweder dauerhaft geöffnet oder geschlossen – ist, kann ebenfalls Kühlwasser austreten.
    • Ist das Thermostat immer geschlossen, ist der Kühlprozess gestört:
      • Der große Kühlkreislauf kommt nicht zustande:
      • Das führt zu einer Überhitzung des Motorraums.
      • Ist der Druck dann zu hoch, tritt durch das Überdruckventil Kühlwasser am Ausgleichsbehälter aus.
    • Wenn das Thermostat immer offen bleibt, passiert Folgendes:
      • Der große Kühlkreislauf ist ständig zugange.
      • Das Ergebnis: Während der Fahrt kommt der Motor nie auf Betriebstemperatur.
  • Auch der Kühler kann ein Leck haben – oft durch Rost oder äußere Einwirkungen, wie einen Unfall – und dadurch Kühlwasser verlieren.
  • Wenn Du die Ursache bis jetzt nicht gefunden hast, kann auch ein Defekt an der Wasserpumpe dahinterstecken.
  • Liegt der Fehler auch nicht hierin, solltest Du die Zylinderkopfdichtung prüfen.
Gut zu wissen: Auch ein Marder kann für Löcher in den Kühlerschläuchen verantwortlich sein. Was Du gegen einen Marder im Auto tun kannst – das verraten wir Dir in einem anderen Beitrag. Klicke auf vorigen Link und finde mehr heraus!
Kuehlwasserverlust
Dein Auto verliert Kühlflüssigkeit? Dann musst Du Kühlwasser nachfüllen!

Wichtig: Da das Weiterfahren mit zu wenig oder gar ohne Kühlwasser im Extremfall einen Motor-Totalschaden verursachen kann, solltest Du schnellstmöglich die Kühlflüssigkeit nachfüllen.

Wenn Du die Schäden, die zum Kühlwasserverlust führen, nicht ausfindig machen oder selbst reparieren kannst, ist unbedingt ein Werkstattbesuch nötig. Falls Du nicht gleich einen Termin bekommst: Fülle bis dahin regelmäßig Dein Kühlwasser nach. Es darf nicht unter das Minimum fallen!

Vorsicht: In einigen Fällen darfst Du auf keinen Fall weiterfahren: Wenn das Thermostat dauerhaft geschlossen ist bzw. sich nicht mehr richtig öffnet, wenn weißer Rauch aus dem Auspuff kommt oder auch wenn der Lüfter-Schalter defekt ist. Kannst Du das alles nicht ausschließen, solltest Du Dein Auto lieber abschleppen lassen.

Du fragst Dich, wie das Nachfüllen geht? Eigentlich ganz einfach und wie genau – dazu kommen wir jetzt! Bereit? Dann lass uns direkt beginnen:

Kühlwasser nachfüllen: So geht’s!

Muss die Kühlflüssigkeit nachgefüllt werden, ist das kein gutes Zeichen: Irgendetwas stimmt mit dem eigentlich geschlossenen Kühlkreislauf nicht. Damit der Motor bis zum Beheben der Ursache nicht kaputt geht, solltest Du das Kühlwasser nachfüllen – das ist aber keine langfristige Lösung! Nichtsdestotrotz: So gehst Du beim Kühlwasser-Nachfüllen vor:

Wichtige Info vorab: Während des Kühlprozesses entsteht im Kühlwasserbehälter sehr viel Druck und Hitze. Wenn Du Dein Fahrzeug vor dem Aufschrauben des Ausgleichsbehälters nicht abkühlen lässt, kann es zu schweren Verbrühungen durch die heiße Flüssigkeit kommen! Außerdem kann es durch das Einfüllen von kalter Flüssigkeit in einen heißen Motor zu Rissen im Kühlsystem kommen.

Anleitung zum Kühlflüssigkeit-Nachfüllen

Wenn Dein Auto also abgekühlt ist, kannst Du mit dem Nachfüllen beginnen:

  • Öffne zunächst den Schraubverschluss des Kühlmittelbehälters.
    • Dieser ist in den meisten Fällen weiß und immer mit „Min“ und „Max“ beschriftet. So sieht er aus:
Ausgleichbehaelter
Den Ausgleichsbehälter erkennst Du an den Markierung “Min” und “Max” – meistens ist er weiß oder durchsichtig.
  • Danach füllst Du das Kühlwasser auf – hier ist die richtige Mischung wichtig:
    • Dies ist allerdings abhängig von der Umgebungstemperatur (bei niedrigen Temperaturen ist mehr Frostschutz nötig).
    • Halte Dich hierbei am besten immer an die Herstellerangaben Deines Autos.
Gut zu wissen: Du kannst auch prüfen, ob das Mischverhältnis des Kühlmittels stimmt – und zwar mit einem Kühlerfrostschutzprüfer (auch Refraktometer genannt).
  • Der Kühlwasserstand sollte zwischen den Markierungen „Min“ und „Max“ liegen.
    • Du weißt bereits, dass zu wenig Kühlwasser schädlich ist.
    • Aber auch zu viel Kühlflüssigkeit ist nicht gut für den Kühlkreislauf – dadurch können nämlich zum Beispiel die Kühlerschläuche platzen.
  • Zum Schluss schließt Du den Behälter wieder und schon ist die Kühlflüssigkeit nachgefüllt.

Wie Du siehst, ist es an sich sehr einfach, das Kühlwasser nachzufüllen. Hierbei gibt es aber einiges zu beachten – was das ist, zählen wir Dir jetzt auf:

Kühlflüssigkeit nachfüllen: Das musst Du beachten

Ein paar Dinge, die es zu beachten gilt, haben wir Dir bereits genannt:

  • Vorsicht beim Öffnen des Kühlflüssigkeitsbehälters – Druck und Hitze können zu Verbrennungen führen.
  • Du darfst nicht zu wenig und auch nicht zu viel Kühlwasser einfüllen.
    • Perfekt ist der Stand zwischen den Beschriftungen „Min“ und „Max“ des Behälters.
  • Es ist auch wichtig, dass Du eine für Dein Auto geeignete Kühlflüssigkeit verwendest – Infos dazu findest Du im Benutzerhandbuch des Fahrzeugs.
    • Wenn Du nicht die passende Flüssigkeit zur Hand hast, solltest Du vorerst nur Wasser auffüllen.
Tipp: Werkstätten sind normalerweise mit einem Gerät ausgestattet, mit dem die Konzentration der Kühlflüssigkeit gemessen werden kann. So bringt man in Erfahrung, wie viel Kühlflüssigkeit oder Wasser noch hinzugefügt werden muss.
  • Verwende die richtige Mischung.
  • Benutze keinesfalls Leitungswasser!
    • Das enthält zu viel Kalk und kann zu Kalkablagerungen führen.
    • Dadurch werden die Kühlschläuche porös, was wiederum das ganze Kühlsystem lahmlegen kann.
  • Im Notfall kannst Du statt destilliertem Wasser auch stilles Wasser aus der Flasche benutzen.
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Im Notfall kannst Du das Kühlwasser auch mit stillem Wasser aus der Flasche auffüllen!

Wie Du siehst – das Nachfüllen der Kühlflüssigkeit ist total einfach! Hast Du diese Arbeit denn schon selbst erledigt? Gibt es dazu vielleicht sogar auch eine spannende Geschichte? Wir freuen uns auf Deinen Kommentar!

Alex von ATP

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