16 Jun 2021 Autowissen
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Sind Dashcams erlaubt? – So sieht es in Deutschland aus!

Seit Jahren wächst die Anzahl und auch die Beliebtheit von Dashcam-Videos. Der Trend, der ursprünglich in Russland anfing, ist inzwischen nach Deutschland übergeschwappt. Doch wie sieht es überhaupt aus? Ist die Nutzung einer Dashcam erlaubt? Sind die Videos, die Du mit einer Dashcam im Auto drehst, als Beweismittel vor Gericht zugelassen? Antworten auf diese Fragen und mehr – die erhältst Du, wenn Du weiterliest!

Das kann eine Dashcam

Das Wort „Dashcam“ – auch Dash Cam geschrieben – kommt aus dem Englischen und setzt sich aus den Wörtern „Dashboard“ (‚Armaturenbrett‘) und „Cam“ (‚Kamera‘) zusammen. Was sie so alles können, erfährst Du jetzt:

So funktionieren Dashcams

Wie Du es von einer normalen Kamera gewohnt bist, filmt auch eine Dashcam. Nur dass letztere am Armaturenbrett oder der Windschutzscheibe Deines Autos befestigt wird. Dabei gibt es je nach Modell verschiedene Arten, eine Dashcam einzuschalten. Vereinfacht gesagt, hast Du folgende Möglichkeiten:

  • Manuelles Einschalten
  • Einschalten mit der Zündung
  • Aktivierung bei Unfall
  • Einschalten bei Bewegung
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Zusätzlich haben Autokameras auch verschiedene zusätzliche Funktionen. Du möchtest wissen, welche das sind? Dann lies’ direkt weiter!

Zusatzfunktionen einer Dashcam

Klar, filmen kann jede Kamera, aber einige Dashcams haben noch nützliche Zusatzfunktionen, die Dir den Einsatz der Autokameras einfacher gestalten:

  • Loop-Funktion
    • Hiermit überschreibt die Kamera alte Videodateien, wenn der Speicher voll ist.
  • Beschleunigungssensor (G-Sensor)
    • Damit erkennt die Dashcam starke Veränderungen in der Geschwindigkeit (zum Beispiel bei einem Aufprall).
  • GPS und Zeiterfassung
    • Dadurch lässt sich im Falle eines Unfalls der Ort und die Zeit feststellen.
  • Bewegungssensoren
    • Ein Bewegungssensor registriert Aktivitäten vor der Linse und reagiert auch, wenn sich das Auto bewegt.
    • Manche Kameras schalten sich dadurch ein.
  • Sprachsteuerung
    • Damit Du während der Fahrt nicht abgelenkt wirst, ist eine Sprachsteuerung hilfreich.
Tipp: Am besten nutzt Du auch den Sprachassistenten Deines Smartphones, um die Nutzung vom Handy am Steuer zu vermeiden.
  • Fahrspurassistent
    • Dieser hilft Dir dabei, in der Spur zu bleiben.
  • Parkmodus
    • Wenn Deine Dashcam einen Parkmodus besitzt, schaltet sie sich durch den Bewegungssensor selbst ein.
    • Das kann unter anderem gegen Vandalismus helfen.
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Wusstest Du schon? Inzwischen gibt es auch Navigationsgeräte mit integrierter Dashcam. Durch die Kamera haben diese Navis die Funktion, die Umgebung „abzutasten“ und eine interaktive Karte zu erstellen. Außerdem ist es möglich, mithilfe von GPS-Signalen Hindernisse zu erkennen und den Fahrer rechtzeitig zu warnen.

Wofür werden Kameras im Auto eingesetzt?

Dashcams sind aus verschiedenen Gründen sehr beliebt:

  • Oft wird eine Kamera für private Zwecke eingesetzt – wie für Urlaubsvideos zum Beispiel.
  • Auch zur Kontrolle Deines Fahrstils kannst Du sie benutzen.
  • Meistens dienen die Videos jedoch als Beweismittel vor Gericht.
Gut zu wissen: Weil viele Dashcams durchgehend aufzeichnen, kann es hier Probleme mit dem Datenschutz geben – durch das ständige Aufzeichnen kannst Du die Persönlichkeitsrechte anderer Personen verletzen.
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Was genau beim Gebrauch von Dashcams erlaubt und was verboten ist – das erklären wir Dir jetzt. Los geht’s!

Ist eine Dashcam erlaubt? – Das ist die Rechtslage

Ob Dashcams im deutschen Straßenverkehr erlaubt oder verboten sind, ist sehr umstritten:

Du weißt bereits, dass aus datenschutzrechtlichen Gründen Dashcams Probleme verursachen können. Jedoch sind die beliebten Kameras in Deutschland generell nicht verboten – allerdings auch nicht unbedingt erlaubt.

Dashcams als Beweismittel: Das musst Du beachten

Wenn es zu einem Unfall kommt und die Schuldfrage nicht eindeutig geklärt werden kann – genau in solchen Fällen hilft es, eine Dashcam im Auto zu haben.

Gut zu wissen: 2018 hat der BGH beschlossen, dass Videoaufzeichnungen einer Dashcam unter gewissen Umständen als Beweismittel vor Gericht verwertet werden können.
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Allerdings ist dies nur unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Dabei sind folgende Faktoren entscheidend:

  • Es muss ein konkreter Anlass zur Videoaufzeichnung vorliegen.
    • Hier zählt zum Beispiel ein Unfall, bei dem Du beteiligt bist.
  • Die Videosequenzen dürfen nicht dauerhaft gespeichert
    • Dabei hilft es, eine Loop-Funktion eingebaut zu haben. Dadurch werden alte, ungenutzte Videosequenzen gelöscht.
Tipp: Meistens ist die Zulässigkeit einer Dashcam als Beweismittel jedoch eine Einzelfallentscheidung.

Dashcam erlaubt oder nicht: Fazit

Wir fassen noch einmal für Dich zusammen: Ist in Deutschland eine Dashcam erlaubt? – in folgenden Fällen lautet die Antwort Ja:

  • Es besteht ein konkreter Anlass zur Videoaufzeichnung.
  • Die Videos werden nur kurzfristig gespeichert.
  • Es sind keine anderen Personen oder Kfz-Kennzeichen zu sehen.

Der Einsatz einer Dashcam ist aufgrund des Datenschutzes teilweise verboten:

  • Nicht erlaubt ist eine Dashcam, wenn sie durchgehend aufnimmt.
  • Die Nutzung ist untersagt, wenn andere Personen oder Kennzeichen klar zu erkennen sind.
  • Außerdem ist keine Autokamera erlaubt, wenn Du keinen konkreten Anlass zur Aufnahme vorlegen kannst.

Achtung: Im Ausland sind die Regelungen mal wieder anders – in Österreich beispielsweise brauchst Du eine Genehmigung für die Mini-Autokamera. Informiere Dich also am besten vorab – hierfür eignet sich der anstehende Urlaubscheck perfekt.

Wenn Du jetzt davon überzeugt bist, Dir eine Dashcam zuzulegen – sie können ja doch recht hilfreich sein – dann verraten wir Dir noch, worauf Du beim Kauf achten solltest!

Was Du bei einer Dashcam beachten solltest

Damit Du keinen Fehlkauf tätigst, solltest Du vorher unbedingt auf verschiedene Dinge achten:

  • Zum einen sollte die Kamera nicht durchgehend aufnehmen.
    • Dadurch bist Du vor Gericht auf jeden Fall auf der sicheren Seite.
  • Außerdem sollte sie natürlich auch eine hohe Bildqualität
    • Hiermit stellst Du sicher, dass im Fall der Fälle auf den Videos auch etwas zu erkennen ist.
  • Für ein flüssiges Video, solltest Du auch auf die FPS-Zahl (frames per second/Bildzahl pro Sekunde) achten.
    • Das ist vor allem wichtig, wenn Du schnelle Bewegungen in bester Qualität in den Videos erfassen möchtest.

Es gibt auch unterschiedliche Arten, die Dashcam zu befestigen – achte also auch hierauf:

  • Befestigung mit Klebehalterungen
    • Hiermit sitzt die Dashcam sehr stabil, lässt sich aber auch nur schwer wieder entfernen.
  • Befestigung mit Saugnapf
    • Dadurch lassen sich Kameras leichter wieder entfernen, sitzen aber auch nicht so stabil. Dies ist nur zu empfehlen, wenn Du das Auto oft wechselst und Deine Dashcam mitnehmen möchtest.
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  • Montage am Rückspiegel
    • Achte hier darauf, dass der Spiegel nicht verdeckt wird, damit Du weiterhin alles im Blick hast.
  • Richtige Position
    • Bei der Befestigung der Dashcam solltest Du auch auf die richtige Position achten. Du solltest einen freien Blick nach vorne und (durch den Spiegel) auch nach hinten haben.

Auch wenn die Autokameras noch recht umstritten sind, können sie doch recht nützlich sein. Was hältst Du von Dashcams? Bist Du ein Fan davon und hast vielleicht auch schon Erfahrungen damit? Lass’ es uns gerne in den Kommentaren wissen!

Alex von ATP

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