9 Jun 2021 Autowissen
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So findest Du die richtige Sitzposition im Auto!

Schmerzen im Rücken, Ziehen im Nacken und Stechen in den Beinen… Jeder von uns kennt Beschwerden, die häufig nach einer langen Autofahrt auftreten. Die Ursache ist häufig die gleiche: Laut dem TUEV Nord haben rund 80 % aller Autofahrer keine optimale Sitzposition am Steuer. Nicht nur schmerzhafte Verspannungen, sondern auch schwere Verletzungen bei Unfällen können die Folge sein. Mit der richtigen Haltung und ein paar Einstellungen am Fahrzeug, kannst Du solche unangenehmen Autofahrten vermeiden. Für die richtige Sitzhaltung im Auto, ist nicht nur die individuelle Einstellung von Sitzfläche, Rückenlehne, Kopfstütze und Lenkrad wichtig, sondern auch das Nutzen der Lordosen – Stütze. In diesem Beitrag verraten wir Dir, wie Du rücken- und nackenschonend Auto fahren kannst – mit Profi-Tipps und Tricks, versteht sich. Let’s go!

Inhalt

  1. Richtige Sitzposition im Auto: Fahrersitz einstellen
  2. Richtige Sitzposition im Auto: Auch der Sicherheitsgurt spielt eine Rolle!
  3. Für eine optimale Sitzposition im Auto: Lenkrad einstellen nicht vergessen!
  4. Optimale Sitzposition im Auto – auch der Fußtritt ist wichtig!
  5. Lordosenstütze: Die ergonomische Unterstützung für die optimale Sitzhaltung im Auto
  6. Mit der richtigen Sitzhaltung Auto-Unfälle vermeiden
  7. Nicht nur die richtige Sitzhaltung ist wichtig: Auch regelmäßige Pausen bei langen Autofahrten einplanen!
  8. Keine richtige Sitzhaltung im Auto – diese Gefahren drohen
  9. Richtige Sitzposition im Auto von Anfang an mit bedenken

Richtige Sitzposition im Auto: Fahrersitz einstellen

Das Wichtigste für eine entspannte Autofahrt ist die richtige Sitzeinstellung. Daher solltest Du Dir unbedingt die Zeit nehmen und Deine Einstellungen zum bequemen Sitzen überprüfen. Im Folgenden sind ein paar Tipps, wie Du den Fahrersitz richtig einstellen kannst:

  • Die Rückenlehne sollte fast senkrecht zur Sitzfläche stehen und nicht zu weit nach hinten eingestellt sein.
  • Der Sitz sollte so weit vorne sein, dass Deine Beine bei durchgetretenem Pedal noch leicht angewinkelt sind. So wird der Bremsdruck vom Becken auf die Pedale gebracht – und Du entlastest damit Deinen Oberkörper.
  • Zwischen dem Oberschenkel und der Sitzfläche sollte eine flache Hand passen.
  • Wenn Du Deine Arme ausgestreckt und die Handgelenke auf dem Lenkrad abgelegt hast, dürfen Deine Schultern den Kontakt zur Rückenlehne nicht verlieren.
  • Nimm Dir auch die Zeit, die Position Deines Lenkrads einzustellen (falls dies bei Deinem Fahrzeug möglich ist).
  • Der ideale Abstand von Oberkörper und Lenkrad beträgt ungefähr 25 bis 30 Zentimeter.
  • Die Sitzposition sollte generell nicht zu niedrig sein. Das würde sich negativ auf die Beckenpositionierung und Deine Sicht auf den Straßenverkehr behindern.

Perfekte Sitzposition im Auto: So stellst Du die Sitzhöhe richtig ein

Die richtige Sitzhöhe ist ein wichtiger Aspekt um das komplette Verkehrsgeschehen zu überblicken. Deshalb solltest Du folgende Punkte berücksichtigen:

  • Sitze so hoch wie möglich; dabei solltest Du zwischen Kopf und Decke eine Handbreite Platz haben. So kannst Du nicht nur den Verkehr, sondern auch alle Bordinstrumente überblicken.
  • Die Augen solltest Du etwa auf halber Höhe der Frontscheibe
  • Beim Sitz sollte die Vorderkante nicht zu weit oben sein, damit die Oberschenkel nicht abgeschnürt werden.
  • Die Sitzfläche sollte am besten einige Zentimeter vor der Kniekehle enden.

Mit der richtigen Sitzlänge zur optimalen Sitzposition im Auto

Auch die Sitzlänge trägt zum richtigen Sitzen bei, deshalb solltest Du Folgendes bei dem Sitzabstand beachten:

  • Beim Durchtreten der Pedale sollten Deine Kniegelenke noch leicht angewinkelt sein.
  • Zwischen der Sitzfläche und Deiner Kniekehle sollten etwa zwei bis drei Finger Abstand bleiben.

Richtige Sitzposition? Die Rückenlehne macht’s aus!

Die Rückenlehne ist besonders für eine gerade und gesunde Haltung wichtig. Damit Du Rückenschmerzen und Verspannungen vorbeugen kannst, solltest Du Dir die Folgenden Aspekte merken:

  • Stelle die Rückenlehne so ein, dass der Abstand zwischen Lenkrad und Brust mindestens 30 Zentimeter beträgt.
  • Sitze möglichst aufrecht, so wird der Abstand zur Kopfstütze verringert.
  • Egal ob du auf der Geraden fährst oder lenken musst, die Schulterblätter sollten den Kontakt zur Lehne nicht verlieren.

Was ist bei Kopfstützen zu beachten?

Du möchtest bei einem Heckaufprall so gut wie möglich geschützt sein und ein Schleudertrauma verhindern? Dann solltest du unbedingt wissen, was bei Kopfstützen zu beachten ist. Wie Du die Kopfstütze Deines Fahrersitzes richtig einstellst – das verraten wir Dir auch direkt:

  • Stelle die Kopfstütze so hoch wie möglich ein (Oberkante bis max. Kopfoberkante).
  • Der Hinterkopf und die Kopfstütze sollten einen maximalen Abstand von 4 Zentimeter haben.
  • Kippe die Kopfstütze weitestgehend nach vorne – Deine flache Hand soll zwischen Hinterkopf und Kopfstütze passen.

Richtige Sitzposition im Auto: Auch der Sicherheitsgurt spielt eine Rolle!

Zu den wichtigsten Maßnahmen im Fahrzeug, zählt auch der Sicherheitsgurt. Bei einem Autounfall ohne Sicherheitsgurt, steigt das Risiko getötet zu werden auf das Sechsfache. Die Auto-Airbags können Dich nur schützen, wenn Du den Gurt richtig angelegt hast. Und wenn Du bei einer niedrigen Geschwindigkeit einen Unfall baust, dann geht womöglich der Airbag gar nicht auf, da der Sicherheitsgurt genügen dürfte. Deshalb ist es auch so wichtig, dass Du den Sicherheitsgurt wie folgt anlegst:

  • Der Gurt muss mittig über der Schulter verlaufen, niemals unter der Achsel.
  • Stelle die Gurt – Höhe so ein, dass der Gurt über die Schulter und das Schlüsselbein läuft. Der Gurt sollte niemals am Hals anliegen.
  • Führe den Gurt nicht über harte Gegenstände die sich eventuell in Deiner Hosentasche befinden.
  • Ziehe dicke Jacken oder Mäntel aus, bevor Du Dich anschnallst. Sonst wirken diese wie ein Luftpolster und bieten zu viel Bewegungsfreiheit.
  • Wichtig! Kinder bis 12 Jahre und einer Körpergröße von unter 1,50 Metern müssen in einem geeigneten Kindersitz angeschnallt sein.

 

Gut zu wissen: Der Anteil der sogenannten „Gurtmuffel“ im Auto ist auf etwa zwei Prozent gesunken. Dies liegt unter anderem an neuen Technologien in Autos. Wenn der Autofahrer nicht angeschnallt ist, ertönt ein Warnsignal als Erinnerung. Bei den tödlichen Autounfällen waren rund 20 Prozent nicht angegurtet (Quelle: Bußgeldkatalog).

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Für eine optimale Sitzposition im Auto: Lenkrad einstellen nicht vergessen!

Du möchtest eine entspannte Haltung beim Autofahren? Das Lenkrad trägt viel zu Deiner Haltung beim Fahren bei. Hier erfährst Du wie Du Dein Lenkrad richtig einstellen kannst:

  • Das Lenkrad solltest Du möglichst steil einstellen.
  • Stelle das Lenkrad so ein, dass Du die Armaturen nicht überdeckst.
  • Der Abstand zum Lenkrad ist optimal, wenn Deine Schultern, auch bei gestreckten Armen, an der Lehne sind.
  • Mit der 9/3-Uhr-Lenkradhaltung kannst Du am schnellsten reagieren.
  • In dieser Haltung sollten die Arme aber nicht komplett durchgestreckt
Gut zu wissen: Wenn Du die vorigen Tipps befolgst, um Dein Lenkrad einzustellen, tust Du nicht nur Deinem Rücken etwas Gutes. Damit genießt Du auch den optimalen Schutz bei einem aufgehenden Fahrer-Airbag.

Optimale Sitzposition im Auto – auch der Fußtritt ist wichtig!

Wohin mit Deinen Füßen, damit Du einen guten Halt hast? – Hier sind ein paar kleine Tipps für Dich:

  • Wenn Du fährst, dann hast Du Deinen rechten Fuß auf dem Gas oder gegebenenfalls auf der Bremse.
  • Den linken Fuß brauchst Du nur zum Kuppeln (bei Schaltgetriebe versteht sich).
  • Stelle Deinen Fuß nur auf die Kupplung, wenn Du sie gerade wirklich benötigt.
  • Kuppelst Du gerade nicht, dann stelle Deinen Fuß ganz links auf den „Fußtritt“ (bei älteren Autos ist das nicht immer vorhanden).
Gut zu wissen: In Kurven stützt Du Dich so mit Deinem linken Fuß ab und nicht mit den Händen am Lenkrad. Das fördert wiederum eine richtige Sitzposition im Auto und wirkt sich rücken- und nackenschonend aus.

Lordosenstütze: Die ergonomische Unterstützung für die optimale Sitzhaltung im Auto

Die Lordosenstütze ist ein Polster, welches sich der geschwungenen Form der Wirbelsäule anpasst – so wird der Rücken unterstützt. Einige Autos sind bereits damit ausgestattet, alternativ kannst Du diese zusätzlich kaufen. Wir zeigen Dir welche Hinweise zu beachten sind:

  • Die Lordosenstütze im Lendenbereich unterstützt die natürliche Krümmung der Wirbelsäule.
  • Zum Anpassen, greifst Du einfach links neben dem Sitz zur Verstell-Einheit.
  • Je nach Modell handelt es sich um einen Kipp-Schalter oder um ein Einstellrad.
  • Durch das Anpassen an Deine Wirbelsäule, kannst Du auch lange Strecken ohne Rückenschmerzen
  • Ein Kissen oder Ähnliches ist als Ersatz nicht empfehlenswert, da diese leicht verrutschen können.

Mit der richtigen Sitzhaltung Auto-Unfälle vermeiden

Nun hast Du Deinen Autositz richtig eingestellt. Dann können wir jetzt Deine Sitzhaltung verbessern! Eine schlechte Sitzhaltung kann bei einem Unfall schwerwiegende Folgen haben. Deshalb solltest Du folgende Punkte für eine korrekte Sitzhaltung im Auto beachten:

  • Du solltest mit Deinem Gesäß so dicht wie möglich an die Rückenlehne rutschen.
  • Die Sitzfläche sollte ungefähr im 100 Grad Winkel zur Rückenlehne stehen.
  • Auf eine aufrechte Sitzhaltung solltest Du ebenfalls achten.
  • Halte ständigen Schulterkontakt zur Rückenlehne.
  • Halte das Lenkrad rechts und links mit beiden Händen fest.
Gut zu wissen: Wenn Du die vorigen Punkte befolgst, wirst Du mit Deiner Sitzhaltung, die Kontrolle über Dein Fahrzeug behalten und bist auch beim Auslösen des Airbags optimal geschützt.

Nicht nur die richtige Sitzhaltung ist wichtig:
Auch regelmäßige Pausen bei langen Autofahrten einplanen!

Du willst Rückenschmerzen und Verkrampfungen vorbeugen? – Dann solltest Du circa alle zwei Stunden eine Pause einlegen. Fahre von der Autobahn runter und steige aus Deinem Auto. Tanke neue Energie durch frische Luft und einen kleinen Spaziergang. Um die Muskeln zu lockern, eignen sich diese gymnastischen Übungen hervorragend:

  • Kreislauf ankurbeln:
  • Gehe in zügigem Tempo für circa 5 Minuten auf und ab.
  • Bewege dabei schwungvoll die Arme mit.
  • Gleichgewicht halten:
  • Stelle Dich auf ein Bein und schwinge das andere Bein vor und zurück.
  • Zu Beginn kannst Du Dich mit einer Hand an der Autotür festhalten.
  • Puls beschleunigen und Arme kräftigen:
  • Stütze Dich mit beiden Händen an einer Parkbank oder Deinem Auto ab. Bilde jetzt mit Deinem gestreckten Körper eine Schräge. Nun beuge und strecke Deine Arme.
  • Nacken lockern:
  • Neige Deinen Kopf auf die Seite, bis Du eine leichte Dehnung spürst.
  • Mit Deiner Hand kannst du die Dehnung verstärken, indem Du Deinen Kopf Richtung Boden ziehst.
  • Schultern rollen:
  • Stehe aufrecht mit hängenden Armen und kreise die Schultern vorwärts und rückwärts.
Tipp: Worauf Du sonst noch bei längeren Autofahrten achten solltest, wenn es bald in Richtung Urlaubscheck geht – erfährst du mit nur einem Klick!

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Keine richtige Sitzhaltung im Auto – diese Gefahren drohen

Die optimale Sitzhaltung am Steuer ist sehr wichtig. Doch was passiert, wenn ich mich nicht an die Angaben zur richtigen Sitzposition halte? Das sind die Folgen mit denen Du rechnen musst:

  • Sitzt du zu dicht am Lenkrad, wirst du schneller müde. Außerdem werden schnelle Ausweichmanöver unmöglich.
  • Zudem bist Du dann zu nah am Airbag, weshalb er nicht optimal wirken kann und Dich möglicherweise zusätzlich verlässt.
  • Hast Du keine aufrechte Fahrposition, verliert Dein Rücken den Kontakt zur Lehne und die Entfernung zur Kopfstütze wird größer.
  • Dadurch werden schnelle Lenkmanöver in Notsituationen sehr schwierig.
  • Zudem wird die Belastung auf die Wirbelsäule deutlich verstärkt.
  • Wenn Du mit einer Hand fährst, werden plötzliche Ausweichmanöver unkalkulierbar.
  • Sollte Dein Reifen platzen, kannst Du nicht die volle Kraft am Lenkrad aufbringen, um das Auto unter Kontrolle zu halten.
  • Bei einer 12-Uhr-Lenkradhaltung, besteht das Risiko, dass bei einer Airbag-Auslösung der Arm nach oben in Dein Gesicht geschleudert.
  • Ist Deine Kopfstütze bei einem Auffahrunfall nicht in der richtigen Position, kann es zu einem Hals-Wirbel-Schleudertrauma.
  • Dies kann zu Nackenschmerzen, Schwindelgefühl und chronischen Kopfschmerzen führen.

Richtige Sitzposition im Auto von Anfang an mit bedenken

Bereits beim Auto-Kauf solltest Du an die zukünftige optimale Sitzposition denken. Achte unbedingt darauf, dass Dein Auto möglichst viele Fahrersitz-Einstellungsmöglichkeiten hat. So lässt sich der Sitz individuell optimal anpassen. Die Einstellungen wie Länge, Höhe und Neigung des Sitzes, kosten aber meist einen Aufpreis.

Tipp: Du willst Dir ein neues Auto zulegen? Dann ist Probesitzen ein Muss! Denn nur so kannst Du überprüfen, ob der Sitz sich an Deine eigene Statur anpassen lässt. Besonders wenn Du größer bist oder vom Durchschnitt abweichst, solltest Du nicht auf umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten verzichten.

Wichtige Ausstattung für die optimale Sitzhaltung im Auto

Das macht ein gutes Automodell aus:

  • Höhenverstellbare Sitzfläche
  • Weiter Längseinstellbereich des Sitzes
  • Ausreichend hoch einstellbare Kopfstütze
  • Feinrastig einstellbare Rückenlehne
  • Gut zugängliche Einstellhebel
  • Lenkrad mit Längs- und Höhenverstellung
  • Speicherfunktion bei elektrischer Verstellung
  • Höhenverstellung des Gurtpunktes

Wichtige Kriterien, die ein Autositz mit AGR-Gütesiegel erfüllen muss, sind:

  • Verstellbare Höhe
  • Verstellbare Neigung
  • Verlängerbare Sitzfläche
  • 4-Wege-Lordosenstütze

Jetzt weißt du alles Wichtige rund um das Thema „Optimale Sitzposition am Steuer“. Nun bist Du dran! Hast Du bereits Erfahrungen mit falscher Sitzhaltung im Auto gemacht?  Dann lass’ es uns gerne in den Kommentaren wissen!

Andy von ATP

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