Altöl entsorgen: Das musst Du wissen!

Altöl zu entsorgen ist nicht schwer und kostet für den Privatverbraucher meistens nichts. Allerdings gelten für die Entsorgung von Altöl, Bremsflüssigkeit und Co. strenge Vorgaben, an die Du Dich unbedingt halten solltest. In diesem Beitrag erfährst Du alles, was Du in Sachen Bremsflüssigkeit- und Altöl-Entsorgung wissen musst. Bist Du bereit? Los geht’s!

 
Inhalt

  1. Altöl entsorgen: Das sind die Vorgaben
  2. Altöl richtig entsorgen: So geht’s!
  3. Altöl-Entsorgung – kostenlos bzw. für wenig Geld
  4. Altölentsorger & Altölankauf – für größere Mengen

 

Altöl entsorgen: Das sind die Vorgaben

Du hast Deine Schrauberwerkstatt eingeweiht und bist fleißig am Werkeln? Sehr gut! Früher oder später wirst Du Dich mit der Frage beschäftigen müssen: Wie entsorge ich das Altöl? Und was ist mit den anderen Flüssigkeiten? Und deren Behältern?

  • Ob Altöl, Bremsflüssigkeit, Kühlwasser, Additive, Diesel, oder Benzin: Entsorgen darfst Du diese Flüssigkeiten nur unter Einhaltung strenger Vorgaben.
  • Denn all diese Flüssigkeiten beinhalten gefährliche chemische Stoffe und zählen folglich zu den sogenannten Gefahrstoffen.
  • Aufgrund der hohen Gefahr, die für die Umwelt ausgeht, dürfen diese Flüssigkeiten nicht im Restmüll landen.
  • Selbst die Lagerung von Altöl & Co. unterliegt strengen Bestimmungen.
  • Du solltest also auch leere Bremsflüssigkeits-, Kühlwasser-Behälter sowie Ölkanister richtig entsorgen.

 

Wusstest Du das? Mit nur einem Liter Altöl kannst Du eine Million Liter Grundwasser verseuchen! Was Du damit anrichtest, möchtest Du Dir nicht mal ausmalen. Denn hierdurch ziehst Du nicht nur Deine Mitmenschen in Mitleidenschaft – auch die Pflanzen- und Tierwelt wird dadurch gefährdet. Aus diesem Grund versteht der Gesetzgeber hierbei keinen Spaß – und es drohen Dir fette Strafen, wenn Du beispielsweise Altöl, Diesel, oder Benzin falsch entsorgst.

 

Falsche Altöl-Entsorgung: Diese Strafen drohen

Ein Blick in den Bußgeld-Katalog reicht, um Dir klarzumachen, dass es keine Option sein sollte, unüberlegt Dein Altöl zu entsorgen. Die fälligen Bußgelder sind von Bundesland zu Bundesland verschieden. Jedoch zielen alle Strafen auf das Gleiche ab: Es geht darum, dafür zu sorgen, dass die Umweltschutz-Bestimmungen unbedingt eingehalten werden.

  • Demnach ist es allgemein verboten, Altöl wegzuwerfen, zu vergraben, wegzuschütten oder zu verbrennen.
  • Je nach Bundesland ist es sogar untersagt, Öl zu lagern (unabhängig von der Menge).
    • So droht Dir in Hamburg selbst für die Lagerung geringer Mengen (unter 2 Liter) ein Bußgeld in Höhe von 300 bis 1.500 €.
  • Entsorgst Du das Altöl in den Abfluss, wird es richtig teuer:
    • Gelangt das Altöl in das Grundwasser, musst Du bis zu 50.000 € zahlen.
    • Auch für oberirdische Gewässer (Flüsse, Seen usw.) gibt es satte Strafen: Bis zu 50.000 € kann Dich eine solche unüberlegte Altöl-Entsorgung kosten!

 

Oelkanister_schwimmt_in_Fluss_ATP
 

Gut zu wissen: Die im Bußgeldkatalog aufgeführten Strafen richten sich nach der Altölverordnung, die bereits seit dem Jahr 1987 in Deutschland existiert. Sie wurde inzwischen mehrmals aktualisiert und den neueren Gegebenheiten angepasst. Die aktuellste Veränderung stammt aus dem 15.10.2020 und zielt auf eine Verbesserung der Verwertungsverfahren ab. Für Dich als Nutzer bringt die Altölverordnung nicht nur Vorgaben, sondern auch jede Menge Vorteile. Sie verpflichtet nämlich unter anderem die Händler dazu, für Dich kostenlos das Altöl zu entsorgen – sofern Du die entsprechende Menge bei Ihnen gekauft hast. Praktisch, oder?

 
 

Unser Tipp: Wenn Du in unserem Onlineshop Öle kaufst, kannst Du das alte Öl an unserem Logistikstandort in Pressath kostenlos loswerden. (Sofern die Mengen stimmen, versteht sich.)

 

Altöl richtig entsorgen: So geht’s!

Für die richtige Altöl-Entsorgung solltest Du unbedingt folgende Dinge beachten:

  • Die Entsorgung sollte über eine hierfür vorgesehene Altölannahme-Stelle erfolgen.
  • Dabei solltest Du sicherstellen, dass Du die Gefahrstoffe nicht untereinander vermischst:
    • Sprich: Sorge dafür, dass Du nur reines Altöl abgibst – und nicht etwa Additive, Bremsflüssigkeitsreste & Co. gemischt.
  • Achte unbedingt auf die Nutzung geeigneter Behälter.
    • Sie sollten für den Transport und die Lagerung der Gefahrstoffe geeignet sein.
    • Das setzt voraus, dass sie weder beschädigt noch undicht sind.

Altöl-Entsorgung – Kosten

Die gute Nachricht lautet: Für Dich als Privatverbraucher ist die Altöl-Entsorgung meistens kostenlos! Denn dank der Altölverordnung hast Du einen Anspruch darauf, das Altöl kostenlos bei dem Händler abzugeben, bei dem Du das Öl ursprünglich gekauft hattest.

Die einzige Voraussetzung lautet:

  • Es muss sich um die gleiche Menge handeln und Du hast Sorge dafür zu tragen, dass Du nur reines Öl abgibst.
    • Sprich: Komm bitte nicht auf die Idee, mit einem einzigen Behälter einen Cocktail aus Altöl, Bremsflüssigkeit und Benzin entsorgen zu wollen.

 

Unser Tipp: Kann ein Händler aus irgendwelchen Gründen die Gefahrstoffe nicht entgegennehmen, muss er Dir eine Altöl-Annahmestelle nennen, bei der Du kostenlos das alte Öl abgeben kannst. Das gilt natürlich nur, wenn Du einen entsprechenden Kaufbeleg vorzeigen kannst.

 

Altöl-Entsorgung – kostenlos bzw. für wenig Geld

Du hast den Kassenzettel verlegt? Kein Problem! Es gibt noch weitere Möglichkeiten, Bremsflüssigkeit, Benzin & Co. kostenlos bzw. kostengünstig loszuwerden.

Motoröl entsorgen – im Geschäft

Ohne Kaufbeleg sind die Händler nicht dazu verpflichtet, die Gefahrstoffe anzunehmen. Also wie entsorgt man Öl, Benzin & Co. ohne Kaufbeleg? Keine Sorge: Auch das funktioniert!

 

Gut zu wissen: Viele Händler sind auch ohne Kassenzettel willig. Denn im Grunde profitieren sie am Ende davon. Ist nämlich sichergestellt, dass die Öle rein sind, können sie das gesammelte schwarze Gold anschließend für bares Geld verkaufen!

 

  • Bei überschaubaren Mengen solltest Du den Versuch starten und versuchen, das Altöl im Geschäft abzugeben.
    • Je nach Geschäft kann es sein, dass eine kleine Gebühr für die „beleglose“ Rückgabe verlangt wird.
    • Dabei berechnen die Annahmestellen die Kosten für die Altöl-Entsorgung nach der Menge der abzugebenden Flüssigkeit (circa 5 bis 15 Euro pro Liter).

 

Profi-Tipp: Du hast das Getriebe-Öl online gekauft und möchtest nun das Altöl entsorgen? Wenn Du nicht direkt in der Nähe des Logistik-Zentrums des Händlers wohnst, raten wir dringend davon ab, die Ölflasche per Post zu schicken. Warum? Ganz einfach: Ob Benzin, Öl, Additive oder Bremsflüssigkeit: Es handelt sich allesamt um Gefahrgüter – und deren Versand ist teuer! Daher solltest Du eine Annahmestelle bei Dir in der Nähe suchen. Da sparst Du jede Menge Geld – und mit etwas Glück ist die Altöl-Entsorgung sogar kostenlos!

 

Weitere Altöl-Annahmestellen

  • Alternativ kannst Du Dich auch an die Werkstatt Deines Vertrauens wenden.
    • Wenn Du den Ölwechsel in der Werkstatt vornehmen lässt, gehört die Altöl-Entsorgung sowieso dazu.
    • Jedoch kannst Du Dich auch an eine Werkstatt in der Nähe wenden, wenn Du Dein Motoröl kostenlos engtsorgen lassen möchtest (mehr als „Nein“ sagen, können sie ja nicht).
  • Auch die Tankstelle kommt für die Altöl-Entsorgung in Frage.
    • Hast Du das Öl dort erworben und den Kassenzettel behalten oder kaufst Du bei ihnen eine entsprechende Menge an neuem Öl, sind die Tankstellen sogar dazu verpflichtet.
    • Doch auch ohne Kaufbeleg bzw. Neukauf sind Tankstellen bisweilen bereit, Altöl oder Benzin zu entsorgen – bisweilen gegen eine kleine Gebühr (pro Liter).
  • Der Wertstoffhof
    • Je nach Stadt kannst Du als Privatperson das Altöl kostenlos entsorgen – bis zu einer gewissen Menge (üblich ist eine Obergrenze von 20 Litern).
    • Danach kostet die Entsorgung zwischen 1 Euro und 3 Euro pro Liter.
    • Andere Wertstoffhöfe schließen die Annahme von Altöl, Benzin & Co. explizit aus.

 

Profi-Tipp: Bevor Du zum Wertstoffhof fährst, solltest Du unbedingt auf der Homepage überprüfen, ob Du dort auch wirklich Öl, Bremsflüssigkeit oder Benzin entsorgen kannst. Einige Wertstoffhöfe verweigern nämlich die Annahme von Getriebe- bzw. Motoröl – wie zum Beispiel die Wertstoffhöfe der AWB in Köln. Wenn Du keine Lacke oder Batterien zu entsorgen hast, kannst Du Dir den Weg dorthin also sparen. In München hingegen nehmen die Wertstoffhöfe gefährliche Abfälle (Altöl inbegriffen) gegen eine Gebühr von 2,99 € pro Liter an. In Berlin wiederum ist die Entsorgung von Altöl für Privathaushalte bis zu 20 Liter kostenlos. Danach werden 1,30 € pro Liter fällig.

 
 
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Altölentsorger & Altölankauf – für größere Mengen

Für den Privatverbraucher sind die Optionen Altölentsorger und Altölankauf eher ungeeignet. Der Vollständigkeit halber wollen wir Dich jedoch auf diese Möglichkeit hinweisen. Und wer weiß? Vielleicht kommst Du irgendwann mal in den Genuss, größere Mengen Altöl entsorgen zu müssen.

Altölentsorger: Profis am Werk

Ob Ölbehälter, Benzinkanister, oder größere Mengen von Bremsflüssigkeit und weiteren Schadstoffen: Altölentsorger übernehmen die umweltfreundliche Entsorgung und Wiederverwertung. Du kannst Dir unschwer vorstellen, dass sich der Aufwand auch lohnen muss. Sprich: Bevor Altölentsorger zu Dir kommen, um Deine Gefahrgüter fachgerecht abzutransportieren, sollten sie auch etwas davon haben. Bei größeren Mengen kann sich das jedoch lohnen – zumal solche Firmen Dir noch anschließend attestieren, dass Du alles richtig gemacht hast. Allerdings werden die Preise meistens nur auf Anfrage genannt.

 

Tipp: Du bist auf der Suche nach einem Altölentsorger? Bei folgenden zwei Anbietern wirst Du sicherlich fündig:

 

Altölankauf: Der Deal mit dem schwarzen Gold

Für die einen ist es lästig, für die anderen ist es eine wahre Schwarzgold-Grube. Denn Altöl zu entsorgen ist nur die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist die Wiederverwertung. Ob Benzin, Diesel oder Getriebeöl: Diese Flüssigkeiten enthalten auch wertvolle Rohstoffe, die – nach einer entsprechenden Behandlung – wiederverwendet werden können. Und das kann extrem profitabel sein. Daher wundert es kaum, dass es Firmen gibt, die sich auf den Altölankauf spezialisiert haben. Der Vorteil? Sie übernehmen nicht nur die Altöl-Entsorgung für Dich. Obendrein gibt es Geld dafür! Natürlich gelten auch beim Ölankauf strikte Regeln. Daher solltest Du Dich unbedingt über die Anforderungen im Vorfeld erkundigen. Wie letztere in der Praxis lauten können, kannst Du beispielsweise hier nachlesen.

 

Gut zu wissen: Viele Werkstätte arbeiten mit solchen Altöl-Entsorgungsfirmen zusammen und bekommen sogar Geld für die Abgabe des schwarzen Goldes. Daher kannst Du unbekümmert Werkstätte fragen, ob Du bei Ihnen Dein Altöl entsorgen kannst. Schließlich profitieren sie am Ende auch davon! Allerdings kann es durchaus passieren, dass sie aus Selbstschutz die Annahme verweigern. Schließlich haben sie am Ende die Verantwortung, nur reines Öl abzugeben.

 
 
Du siehst es: Altöl oder Benzin zu entsorgen ist wirklich gar nicht so schwer. Also: Nichts wie ran an den Öl-Wechsel daheim! Wie Du Deine Schrauberwerkstatt einrichtest – das haben wir Dir bereits verraten.

Nun sind wir aber neugierig: Wie sind Deine Erfahrungen in Sachen Altöl-Entsorgung? Gibt es genügend Annahmestellen bei Dir in der Nähe? Sind die Händler, Werkstätte und Tankstellen eher kulant? Wir sind gespannt auf Deinen Kommentar!

 

Chris von ATP



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