Zylinderkopfdichtung wechseln – eine aufwendige Reparatur!

Die Zylinderkopfdichtung ist ein wichtiger und robuster Bauteil in deinem Motor. Wenn sie aber mal kaputt geht, kann sie große Schäden verursachen. Woran erkenne ich einen Defekt? Kann ich so etwas selber reparieren? Wir klären hier diese und andere wichtige Fragen, die es rund um die Zylinderkopfdichtung gibt.

Was macht eine Zylinderkopfdichtung?

Eine Zylinderkopfdichtung dichtet Kühlwasser- und Motorölkanäle ab, und sorgt dafür, dass sich diese Stoffe nie vermischen. Sie sitzt zwischen Motorblock und Zylinderkopf. Neben ihrer Funktion als Abdichtung, dient sie auch der Kraftübertragung zwischen den oben genannten Bauteilen.

Woran merke ich, dass die Zylinderkopfdichtung defekt ist?

Die Zylinderkopfdichtung wird thermisch, mechanisch, und chemisch stark beansprucht; da sie aber aus sehr robustem Material gefertigt wird, ist sie generell kein Bauteil, das verschleißt. In der Regel hält sie mehr als 150.000 km, was heutzutage oftmals ein ganzes Autoleben ist. Wenn die Zylinderkopfdichtung also defekt wird, liegt dies oftmals daran, dass zuvor ein anderes Bauteil defekt wurde, beispielsweise die Wasserpumpe oder das Thermostat. Oder ein Benutzerfehler vorliegt, wie der Einsatz des falschen Frostschutz- oder Kühlerdichtmittels. Oder das Auto zu lange stand. Ebenso eine unsachgemäße Montage der Zylinderkopfdichtung, nicht plan liegende Bauteile, oder das falsche Drehmoment beim Einschrauben sorgen für eine verkürzte Lebensdauer der Zylinderkopfdichtung.

Es empfiehlt sich also, all diese Dinge zu beachten, um die Zylinderkopfdichtung zu schonen. Wenn der Defekt allerdings schon da ist, ist es wichtig, ihn frühzeitig zu erkennen.

Folgende Symptome können auf eine defekte Zylinderkopfdichtung hinweisen:

  • Ölrückstände im Wasser des Kühlkreislaufes
  • schleimige Rückstände im Kühlwasserausgleichsbehälter
  • ebenso Wasser im Ölkreislauf
  • feuchte Stellen im Bereich des Motorblock
  • plötzlich erhöhter Ölverbrauch
  • Motor erhitzt sich sehr schnell -> die Kühlmitteltemperaturanzeige ist schon nach kurzer Fahrtdauer im roten Bereich
  • Motor läuft unrund
  • Auspuffgase beim Motorstart sind weiß und unter Last bläulich verfärbt

Nicht immer vermischen sich die Medien Öl und Wasser im Motor; manchmal tritt bei einem Defekt der Zylinderkopfdichtung auch Flüssigkeit aus, was sich durch Feuchtigkeit am Motorblock bemerkbar macht.

Bei Symptomen dieser Art empfiehlt es sich, schnell die Werkstatt deines Vertrauens aufzusuchen, sonst kann es zu schwerwiegenderen Problemen kommen. In seltenen Fällen kann es auch zu einem sogenannten Wasserschlag kommen. Das bedeutet, dass die Zylinderkopfdichtung so weit undicht ist, dass Wasser in den Brennraum tritt. Jetzt stößt der Kolben gegen das eingetretene Wasser, das sich aber im Gegensatz zu Gas nicht komprimieren lässt. Der Kolben stoppt abrupt. Dieser unsanfte Stopp kann dazu führen, dass sich der Pleuel verbiegt, der Kolben bricht, und es, im schlimmsten Fall, zu einem Motorschaden kommt.

Wie wechselt man die Zylinderkopfdichtung? Kann ich das selber machen?

Die Zylinderkopfdichtung zu reparieren ist aufwendig und erfordert viel Erfahrung. Nicht nur, dass man einiges an Bauteilen ausbauen muss, die Zylinderkopfdichtung selbst auszutauschen ist auch schwieriger als es auf den ersten Blick scheint. Die Zylinderkopfdichtung kann augenscheinlich richtig liegen, aber doch falsch herum montiert sein; ebenso gibt es bei den Schrauben eine genaue Reihenfolge in der sie festgezogen werden müssen, und einen bestimmten Drehmoment, das bei der Montage ngehalten werden muss. Ansonsten kann es passieren, dass die Reparatur scheitert.

Darüber hinaus bedarf es einiges an Spezialwerkzeug, z.B. Absteckwerkzeug für Nocken- und Kurbelwellen, oder ein Haarlineal um die Auflagefläche zu prüfen, um die Reparatur durchzuführen. Allein die Kosten für deren Anschaffung, und die Tatsache, dass man schnell Gefahr läuft, die Zylinderkopfdichtung fehlerhaft zu reparieren und dadurch noch größere Schäden zu verursachen, machen die Reparatur der Zylinderkopfdichtung zu einer Sache, die man der Fachwerkstatt seines Vertrauens überlassen sollte.

Und da, wie bereits erwähnt, eine Zylinderkopfdichtung kein Bauteil ist, das schnell verschleißt, muss auch noch der Grund für den Defekt gefunden werden. Auch das kann ist meist bei der Werkstatt besser aufgehoben.

Nicht zuletzt spricht für die Reparatur durch die Profis, dass bei einer so aufwendigen Arbeit auch gleich andere Teile mit ausgetauscht werden können. Deswegen die Frage:

Was kann man beim Wechsel der Zylinderkopfdichtung vorbeugend mit austauschen?

Da man sehr viele Bauteile ausbauen muss, kann es sich lohnen, davon einige gleich mit zu ersetzen. Die dafür zusätzlich aufgewendete Arbeitszeit geht dadurch meist gegen Null und man spart sich somit die Arbeitszeit im Falle eines späteren Defekts. Bei Fahrzeugen mit Zahnriemen kann man diesen sowie die Spannrolle und die Wasserpumpe gleich mit austauschen. Öl- und Kühlwasserwechsel können natürlich in diesem Zuge auch gleich mit erledigt werden.

Was kostet es, die Zylinderkopfdichtung zu wechseln?

Wenn du dich für den Gang in die Werkstatt entschieden hast, fallen hier die meisten Kosten für die Arbeitszeit an. Das Bauteil selbst, die Zylinderkopfdichtung, ist nicht sonderlich teuer und schlägt nur mit einigen Euro zu Buche. Um aber an sie heranzukommen, müssen Steuerketten, Kabel, Leitungen ausgebaut, und Bolzen gelöst werden; je nach Fahrzeugtyp müssen auch der Generator und der Klimakompressor ausgebaut werden. Auch müssen das Kühlwasser und das Öl abgelassen werden, bevor man sich an den eigentlichen Wechsel machen kann. Dieser Teil der Reparatur kann mehrere Stunden in Anspruch nehmen; der Austausch der freigelegten Zylinderkopfdichtung geht dann mit etwas Erfahrung meist vergleichsweise schnell von der Hand – vorausgesetzt, die nötige Erfahrung ist vorhanden und die Dichtflächen sind plan und nicht beschädigt.

Deswegen ist es bei dieser wie anderen arbeitsintensiven Reparaturen besonders wichtig, den Stundensatz im Vorfeld zu klären, und diverse Werkstätten miteinander zu vergleichen, und sich gegebenenfalls sogar einen Kostenvoranschlag geben zu lassen.

Es ist schwierig, eine genauere Schätzung zu den Kosten machen zu können, da je nach Fahrzeugtyp mehr oder weniger Bauteile ausgebaut werden müssen, und die Arbeitszeiten dadurch stark variieren. Im Schnitt sind bis zu 10 Arbeitsstunden normal – bei Preisen von 50€ bis 100€ pro Stunde. Dementsprechend rangieren die Preise im mittleren dreistelligen bis in den unteren vierstelligen Bereich. Vergleichen lohnt sich also!

Wenn vorher vereinbart, kannst du aber Öl, Kühlmittel, und alle notwendigen Bauteile selber kaufen, und immerhin da bares Geld sparen.

Gute Fahrt!

Dein ATP-Team



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