Zahnriemen wechseln – Schritt-für-Schritt selbst gemacht!

Zahnriemen wechseln – so geht’s!

Was macht ein Zahnriemen, und woran merke ich, dass er defekt ist? Wie wechsle ich einen Zahnriemen? Hier gibt’s die Infos und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Aber Achtung, diese Reparatur in Eigenregie zu unternehmen, ist nur etwas für sehr erfahrene Schrauber. Wenn du dir unsicher bist, raten wir dir zum Besuch einer Fachwerkstatt.

Was macht der Zahnriemen, und wie erkenne ich einen Defekt?

Der Zahnriemen, manchmal auch Steuerriemen genannt, ist die Verbindungstelle zwischen Nocken- und Kurbelwelle, und sorgt für die Kraftübertragung zwischen diesen beiden Bauteilen. Er ist ein Band aus Kautschuk und Kunststoff, mit Zähnen an der Innenseite – daher auch der Name ‚Zahnriemen‘. Durch diese Zahnstruktur kann der Zahnriemen besser greifen, und höhere Kräfte übertragen.
Einen Defekt am Zahnriemen zu erkennen, ist nicht so einfach, da er sich nicht mit Geräuschen bemerkbar wie bei vielen anderen Defekten. Wenn ein Quietschen zu hören ist, kann dies neben dem Keilrippenriemen auch Umlenk-und Spannrollen sein, die sowohl beim Zahnriemen und dem Keilrippemriemen zu finden sind. Diese Umlenk- und Spannrollen müssen dann gewechselt werden, und in dem Zuge auch der Zahnriemen, bzw. der Keilrippemriemen. Ansonsten gibt es keine Hinweise auf einen Zahnriemen-Defekt – irgendwann fliegen dir einfach einzelne Teil um die Ohren. Deswegen ist der folgende Hinweis umso wichtiger.

Wichtig: Wechselintervalle einhalten! Die Hauptwerkstoffe des Zahnriemens, Kautschuk und Kunststoff, machen den Zahnriemen leiser als eine Steuerkette aus Eisen, aber das Material ist irgendwann ermüdet und verschleißt. Regelmäßige Sichtkontrollen des Zahnriemens sind daher unbedingt nötig um frühzeitig Defekte zu erkennen. Wenn der Zahnriemen erstmal reißt, kann das große Schäden im Motor anrichten. Und selbst wenn der Zahnriemen noch im guten Zustand zu sein scheint, nach spätestens fünf bis sechs Jahren ist es Zeit für einen Wechsel. Dies ist allerdings von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich, weshalb du dich unbedingt an den Servicevorgaben deines PKW-Herstellers orientieren solltest.

Was brauche ich für den Wechsel meines Zahnriemens?

  • Den richtigen Zahnriemen
  • Wagenheber
  • Arretierwerkzeug
  • Ratschenset
  • Verschiedene Schraubendreher
  • Nuss-Satz
  • ggf. auch Torx

Tipp: Um den richtigen Zahnriemen zu finden, schau am besten in der Bedienanleitung deines Autos nach. Wahlweise kannst du auch bei einer Werkstatt deines Vertrauens an Hand der Fahrgestellnummer deines Autos auch den richtigen Zahnriemen raussuchen lassen!
Außerdem bietet sich beim Zahnriemenwechsel auch an, die Dichtungen zu überprüfen und gegebenenfalls auszutauschen. Darüber hinaus sollten auch die Spann- und Umlenkrollen und die Wasserpumpe ausgetauscht werden. Hierfür gibt es Zahnriemen-Komplett-Sets, bei denen alle nötigen Teile enthalten sind.

Achtung: Dies ist eine recht spezifische Anleitung, die nicht auf alle Modelle zutreffen wird. Gerade diese Tatsache, dass es so viele Variationen gibt, macht es quasi unmöglich, einen allgemein gültigen Reparatur-Leitfaden zu schreiben; zudem ist das eine sehr anspruchsvolle Reparatur, dir nur von erfahrenen Schraubern in Eigenregie durchgeführt werden sollte. Wir hoffen trotzdem, euch mit dieser Anleitung behilflich sein zu können.

Schritt-für-Schritt Anleitung

  1. Klemme als erstes die Motorbatterie ab.
  2. Um den alten Zahnriemen aus- und den neuen einbauen zu können, brauchst du um den Zahnriemen herum Platz; der Zahnriemen sitzt am Motor, weswegen die unter anderem die Motorverkleidung, die Ansauglüftung, und dann den Luftfilter demontieren musst.
  3. Sobald du diese Bauteile entfernt hast, musst du ggf. den Vorratsbehälter mit der Servolenkungsflüssigkeit ausbauen, danach den Kühlwasserbehälter, und diverse Stecker. Je nach Fahrzeugmodell ist der Zahnriemen unter einer Kunststoffabdeckung, welche du natürlich ebenfalls entfernen musst. Jetzt solltest du den Zahnriemen freigelegt haben.
  4. Schiebe den Wagenheber unter den Motor und hebe ihn an, bis er den Motor berührt – hebe den Motor dabei aber nicht an, und achte darauf, dass der Wagenheber sauber positioniert ist!
  5. Jetzt musst du neben der Plastikabdeckung auch den Lagerbock und die Motorhalterung demontieren; sobald diese Komponenten entfernt sind, wird der Motor nur noch durch den Wagenheber gehalten.
  6. Um jetzt den alten Zahnriemen abnehmen zu können, musst du eine Markierung finden, die sich an der unteren Riemenscheibe befindet. Zu ihr gibt es eine passende Markierung am Gehäuse. Dreh die untere Riemenscheibe, bis die Markierungen gleichauf liegen. So kannst du erst das Arretierwerkzeug benutzen, das ein Verdrehen verhindert. Das Arretierwerkzeug wird oben jeweils in eins der Nockenwellen-Zahnräder gesteckt.
  7. Jetzt kannst du den ersten Spanner lösen, um den Zahnriemen abzunehmen. Aber bevor du das tun kannst, musst den unteren Teil der Rolle festhalten und abschrauben, und noch den unteren Teil der Zahnriemenabdeckung abschrauben und entfernen.
  8. Nun kann der Zahnriemen komplett entfernt werden.
  9. Bevor du den neuen Zahnriemen einbaust, bietet es sich an, die Wasserpumpe auszutauschen.
  10. Bevor du das tun kannst, musst du die Wasserpumpe aber erst entleeren; hierfür gibt es einen Ablasshahn an der Wasserpumpe.
  11. Anschließend löst du die Schrauben der Wasserpumpenhalterung und ziehst die Wasserpumpe heraus. Hier braucht’s vielleicht etwas Schmackes. Danach kannst du gleich die neue Wasserpumpe einbauen.
  12. Auch müssen vor Einbau des neuen Zahnriemens die Umlenkrollen und die Spannrolle ausgetauscht werden.
  13. Jetzt kannst du den neuen Zahnriemen aufziehen.
  14. Zu guter Letzt musst du alle Teile in umgekehrter Reihenfolge wieder einbauen. Nicht vergessen, eine Testfahrt zu unternehmen, um zu überprüfen, ob die Reparatur ein Erfolg war.
  15. Wenn du das geschafft hast – Herzlichen Glückwunsch! – du hast eine ziemlich aufwendige Reparatur hinbekommen!

Eine Arbeit, die man mit Geschick und Erfahrung auch selbst übernehmen kann. Und dabei sparst du dir ordentlich Geld! Am besten schaust du dich außerdem noch im ATP Autoteile Online-Shop nach günstigen neuen Zahnriemensets passend für Dein Automodell um. Wenn du aber merkst, dass deine Schrauberfähigkeiten dazu noch nicht ausreichen, geh lieber zur Werkstatt deines Vertrauens. Und wenn dein ATP-Ersatzteil verbaut wird, hast du immerhin da gespart.

Hast du so eine Reparatur schon einmal selbst durchgeführt? Hast du noch weitere Tipps für die anderen Leser? Schreib uns deine Erfahrungen in die Kommentare!

Gute Fahrt!
Dein ATP Team



Aktuelle Kommentare

  1. Marco sagt:

    Die Anleitung ist schon ganz gut, aber den Hinweis auf einen verschlissenen Zahnriemen kann ich nicht so ganz teilen. Ein alter Zahnriemen quietscht nicht. Wie sollte er das auch. Er überträgt seine Kraft durch die Zähne und kann somit nicht rutschten. Das schreckliche quietschen macht der Keilriemen, den sollte man gleich mit wechseln. Ein Hinweis auf einen alten Zahnriemen kann klappern sein, wenn die Spannung nachlässt und er gegen die Abdeckung schlägt. Das klappt natürlich nur bei manueller Spannung, nicht bei automatischer. Eine Sichtprüfung kann auch Aufschluss geben. Entferne die Abdeckung und schau rein. Findet sich darin Gummiabrieb ist das nicht gut. Ebenso Risse in der Oberfläche des Riemen. Die Spannrolle sollte auch mit gewechselt werden. ATP bietet komplette Sets an. Viel Spaß beim Schrauben.

  2. Johann Marx sagt:

    Hat so was von Pumukel erklärt die Welt.
    Wenn ihr Freiläufermotoren habt.
    Fiat cinquencento/Punto 54 Ps wie meiner.
    immer voran.
    Ansonsten ist das kein Laienjob.
    bei falscher Positionierung knallen die Kolben genen die Ventile.
    Wird teuer.

Hinterlasse eine Antwort

Schreibe ein Kommentar zu diesem Artikel

Deine E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert.


Weitere Artikel, die Dich auch interessieren könnten:

Waschwasserpumpe wechseln: so einfach sparst du Geld!

Du bist ein Sparfuchs? Du führst gern kleinere Reparaturen an deinem Auto selbst durch? Dann bist du hier genau richtig! Wir sagen dir, wie du ganz einfach ...

Auspuff selbst wechseln: ran an die Töpfe!

Umweltschutz ist das große Thema unserer heutigen Zeit. Damit Autos so wenig Schadstoff wie möglich in unsere Umwelt pusten, tüffteln Autobauer immer weiter ...

© 2020 ATP Autoteile GmbH | All rights reserved.