7 Mai 2021 Autowissen
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Wildunfall: So verhältst Du Dich richtig!

Wildunfälle sind keine Seltenheit: Laut aktuellster Wildunfall-Statistik des Deutschen Jagdverbandes endeten 237.760 Wildunfälle im Jahr 2019/2020 sogar tödlich. Dabei ereigneten sich die meisten Wild-Unglücke in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Doch was zählt alles als Wildunfall? Wie verhältst Du Dich bei drohendem Wildunfall am besten? Was musst Du beachten, falls es tatsächlich zur Kollision kommt? Wir zeigen Dir, worauf es wirklich ankommt. Los geht’s!

Inhalt

  1. Wildunfall: Das steckt dahinter
  2. Darum sind Wildunfälle gefährlich
  3. Wildunfall vermeiden: So geht’s!
  4. Unvermeidbarer Wildunfall: Was tun?
  5. Unmittelbar nach dem Wildunfall: Das musst Du tun
  6. Wildschaden bei der Versicherung melden: Das brauchst Du
  7. Wildschaden am Auto: So handelst Du richtig
  8. Nach dem Wildunfall: Versicherung kontaktieren
  9. Nach dem Wildunfall: Reparatur veranlassen

Wildunfall: Das steckt dahinter

Nicht jeder Unfall mit einem Tier auf der Straße zählt als Wildunfall. Welche Tiere können also einen Wildschaden verursachen?

  • Bei plötzlichen Zusammenstößen mit wildlebenden Tieren spricht man von „Wildunfall“.
  • Dabei handelt es sich um Wild, das unter das Jagdrecht fällt.
  • Für die Polizei (und die Unfall-Aufnahme) ist es dabei unwichtig, ob es sich um Haarwild (Hasen, Kaninchen, Füchse, Rehe, Wildschweine usw.) handelt oder nicht.
Wusstest Du das? Man unterscheidet Wild in verschiedene Unterkategorien, je nach typischem Erscheinungsbild. So gibt es neben Haarwild (mit Fell) unter anderem auch noch Federwild (mit Federn – wie beispielsweise Schnatterenten oder Elster) oder Schalenwild (mit Hufen – wie z. B. Rehe). Und manches Tier gehört in verschiedene Unterkategorien – wie zum Beispiel Rehe, die sowohl zum Haarwild als auch zum Schalenwild gehören.
  • Der entscheidende Punkt ist, dass es sich um ein Tier handeln muss, das frei in der Natur lebt und niemandem gehört.
Gut zu wissen: Viele Versicherungen schränken den Begriff „Wildunfall“ stärker ein. In dem Fall zählen nur Zusammenstöße mit Haarwild (Wildschweine, Rehe, …) als Wildschaden. Dabei muss sich der Wildunfall mit einem fahrenden Auto ereignen. Am besten erkundigst Du Dich im Vorfeld bei Deiner Versicherung, um – im Fall der Fälle – keine bösen Überraschungen zu erleben.

Wildunfälle mit Personenschaden

Wildunfälle passieren – und je nach Schweregrad des Aufpralls werden nicht nur Tiere, sondern auch Personen verletzt. Die aktuellste vorliegende Statistik des Deutschen Statistischen Bundesamts stammt aus dem Herbst 2018 und erfasst das Jahr 2017. Im Erfassungszeitraum gab es allein in Deutschland 2.551 Wildunfälle mit Personenschaden. Dabei starben 10 Personen – und weitere 606 wurden schwer verletzt.

Darum sind Wildunfälle gefährlich

Ein Wildunfall wird umso gefährlicher, je schneller Du mit Deinem Fahrzeug unterwegs bist. Warum? Ganz einfach:

  • Je höher die Geschwindigkeit, desto länger der Bremsweg.
Zum Beispiel: Ab 80 km/h musst Du mit einem Bremsweg von mehr als 55 Metern rechnen. Bei 100 km/h sind es schon fast 80 Meter. Wenn Du also mit 100 km/h unterwegs bist und ein Wildtier in 60-Meter-Entfernung plötzlich auf die Straße springt, kannst Du unmöglich rechtzeitig bremsen. Ganz zu schweigen von weiteren Verzögerungen Deines Reaktionsvermögens durch Ablenkung oder Ähnliches. In dem Fall beträgt laut ADAC die Aufprallgeschwindigkeit 61,1 km/h. Ganz schön viel, oder?

Wildunfall: Aufprallgeschwindigkeit und Aufprallgewicht

Warum ist die Aufprallgeschwindigkeit für die Schwere des Wildunfalls so ausschlaggebend? Weil das sogenannte Aufprallgewicht von der Aufprallgeschwindigkeit abhängt.

  • Eine Aufprallgeschwindigkeit von 60 km/h führt zu einem deutlich erhöhten Aufprallgewicht.
  • Das bedeutet, dass das Gewicht eines Wildtiers plötzlich dem Vielfachen seines tatsächlichen Gewichts entspricht.
Profi-Tipp: Würdest Du beim Wildunfall mit einer Aufprallgewicht von über 60 Km/h einen Rothirsch erwischen, würde der Hirsch auf einmal einen Elefanten-Widerstand leisten – als ob er 5 Tonnen wiegen würde. Ein Wildschwein würde Nashorn-Kräfte entwickeln (3,5 Tonnen)…

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Wildunfall vermeiden: So geht’s!

Einen Wildunfall zu vermeiden ist nicht immer möglich. Allerdings kannst Du durchaus Wildunfällen vorbeugen, indem Du Gefahrenstellen rechtzeitig erkennst und dementsprechend vorsichtig fährst.

Hier drohen Wildunfälle

Wildunfälle ereignen sich nicht überall. Denn: Wo kein Wild, auch kein Wildunfall – oder? Doch wo ist ein Wildunfall wahrscheinlich? Wir verraten es Dir:

  • Bestimmte Pfade sind für den regelmäßigen Wildwechsel bekannt.
  • In Deutschland sind solche Pfade üblicherweise mit entsprechenden Warnschildern kenntlich gemacht.

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  • Siehst Du ein entsprechendes Schild, solltest Du auf der Hut sein:
    • Fuß vom Gas nehmen.
    • Straßenrand im Blick behalten.
    • Bremsbereit sein.
  • Fährst Du auf einer neuen Straße, die durch ein Waldgebiet führt, solltest Du vorsichtig sein.
    • Auch hier besteht ein hohes Wildwechsel-Risiko.
  • An Straßenrändern, die mit Futterpflanzen bewachsen sind, steigt ebenfalls die Wild-Wahrscheinlichkeit.
    • Denn das Futter lockt die Tiere in die Nähe der Fahrbahn.
  • Morgen- und Abenddämmerungen sind beliebte Tageszeiten für den Wildwechsel.
  • Im Herbst und Winter steigt die Gefahr eines Wildunfalls erheblich, denn in der dunklen Jahreszeit ist mehr Wild unterwegs.
  • Auch Ausflugsgegenden stellen ein potenzielles Risiko dar:
    • Scheuchen Wanderer Wild auf, kann es zu einem Wildunfall auf den naheliegenden Straßen führen.
  • In ihrer Brunst-Zeit sind die Wildtiere noch häufiger unterwegs.

Wildschaden vermeiden: Paarungszeiten kennen!

Wer die Paarungszeiten kennt, kann sich vor einem Wildunfall besser schützen. In folgender Tabelle kannst Du schnell nachschauen, welches Wild wann in der Brunst ist. Bist Du in einer Gegend unterwegs, in der diese Tierart vorkommt, solltest Du in den angegebenen Monaten besonders vorsichtig fahren:

Wildtier Beginn der Paarungszeit Ende der Paarungszeit
Dachs Juli August
Damwild Oktober November
Fuchs Dezember Februar
Luchs Februar April
Marder Juni August
Marderhund Februar April
Rehwild Juli August
Rotwild (Rothirsch) September September
Schwarzwild (Wildschwein) November Dezember
Waschbär Februar Februar
Wildkaninchen Februar Oktober
Wildkatze Januar März
Wichtig: Hältst Du mit Deinem Wagen an bzw. in einem Waldgebiet, dann solltest Du unbedingt auf den ausgewiesenen Rastplätzen und Wegen bleiben. Ansonsten könntest Du das Wild aufscheuchen und ungewollt einen Wildunfall provozieren. Auch Hunde solltest Du in Wald und Feld an der Leine führen, um die anderen Kraftfahrer nicht zu gefährden.

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Drohender Wildunfall: So verhältst Du Dich richtig

Wie soll ich mich verhalten, wenn ich ein Tier am Straßenrand entdecke? Diese Frage stellen sich viele. Um einen Wildunfall möglichst zu vermeiden, solltest Du in dem Fall Folgendes tun:

  • Geschwindigkeit reduzieren und umsichtig fahren.
    • Also nochmal: Fuß vom Gas, Straßenränder im Blick behalten und immer bremsbereit sein.
  • Fernlicht ausschalten.
    • Das Fernlicht solltest Du unbedingt ausschalten.
Wichtig: Die Lichthupe ist kontraproduktiv und somit auch keine Option. Warum? Ganz einfach: Die Tiere verharren und bleiben meist reglos auf der Straße stehen. Oder sie verlieren die Orientierung und laufen dem Scheinwerferlicht entgegen.
  • Sofort abbremsen und Hupe betätigen
    • Erblickst Du ein Tier, solltest Du sofort abbremsen und versuchen, das Tier durch Hupen zu verscheuchen.
  • Vorsichtig bleiben
    • Ein Wildtier kommt selten alleine…
    • Daher solltest Du mit weiteren Tieren rechnen und aufmerksam bleiben.

Unvermeidbarer Wildunfall: Was tun?

Sei es, weil Du das Tier zu spät entdeckt hast und es sich nicht mehr vertreiben lässt oder sei es, weil Du zu schnell unterwegs warst und der Anhalteweg nicht mehr ausreicht: Wenn Du den Wildunfall nicht vermeiden kannst und es zur Kollision kommt, solltest Du Schadensbegrenzung betreiben.

  • Dabei ist ein kontrollierter Aufprall die sicherste Lösung. Das heißt:
    • Lenkrad gerade halten und
    • voll bremsen
Wichtig: Unterdrücke unbedingt den Impuls auszuweichen. Denn ansonsten läufst Du Gefahr, mit dem Gegenverkehr zu kollidieren und / oder die Kontrolle über den Wagen zu verlieren. Und es ist viel gefährlicher, gegen einen Baum zu prallen als mit einem Wildtier zu kollidieren. Zudem kannst Du trotz gefährlichem Ausweichmanöver das flüchtende Tier dennoch erwischen.

Wildunfall mit Kleintieren

Auch bei süßen Kaninchen, Igeln, Vögeln und ähnlichen Kleintieren, gilt: Verkehrssicherheit geht vor Kleintierleben.

  • Wenn Du nicht mehr normal bremsen kannst, ohne Dich oder andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden, solltest Du auf gar keinen Fall voll bremsen.
  • Auch ausweichen solltest Du nicht.
Gut zu wissen: Kommt es aufgrund Deiner Vollbremsung zum Auffahrunfall, trägst Du – als Pkw-Fahrer – unter Umständen eine Mitschuld.
  • Anders verhält es sich bei Motorradfahrern.
    • Da der Zusammenprall mit einem Kleintier zum Sturz führen kann, solltest Du als Motorradfahrer unbedingt bremsen.
    • Für routinierte Biker kommt auch ein kontrolliertes Ausweichen in Frage.

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Unmittelbar nach dem Wildunfall: Das musst Du tun

Nun ist es wirklich geschehen: Du hast ein Wildtier erwischt. Keine Panik! Wir erklären Dir, wie Du Dich nach einem Wildunfall richtig verhältst.

  • Als Erstes gilt: Ruhe bewahren!
    • Den Unfallort solltest Du nicht überstürzt verlassen.
    • Ansonsten begehst Du zwar keine Fahrerflucht, machst Dich aber der Tierquälerei strafbar.
Gut zu wissen: Bei einem Wildunfall gilt das Verlassen des Unfallortes nicht als Fahrerflucht. Denn – so traurig es auch klingen mag – rein verkehrsrechtlich gelten Tiere nicht als Personen, sondern als Sachen. Und als Geschädigte kommen sie auch nicht in Frage. Trotzdem darfst Du das verletzte Tier aber nicht einfach so liegen lassen. Ansonsten verstößt Du nämlich gegen das Tierschutzgesetz und machst Dich der Tierquälerei schuldig.
  • Warnblinker einschalten und Unfallort absichern!
    • Auch bei einem Wildunfall gilt: Zuallererst Unfallstelle absichern.
      • Hiermit verhinderst Du, dass weitere Verkehrsteilnehmer in Gefahr geraten.
    • Also: Warnblinker und Dich (mit Warnweste) und die Unfallstelle (mit Warndreieck) absichern.
  • Polizei verständigen und Wildunfall melden.
    • Die Polizei nimmt den Unfall auf und benachrichtigt den zuständigen Jäger bzw. Förster.
    • Ausgestellte Bescheinigung über den Wildunfall gut aufbewahren.
  • Bei Personenschaden: Erste Hilfe leisten!
    • Hierfür solltest Du immer Deinen Erste-Hilfe-Koffer griffbereit haben.
Wichtig: Bei aller Wildtier-Liebe: Komm bitte nicht auf die Idee, das verletzte Tier zu berühren oder ihm zu helfen. Warum? Ganz einfach: Ein panisches Tier kann Dir schwere Verletzungen zufügen. Außerdem könntest Du Dich mit Krankheiten wie Tollwut und Ähnlichem anstecken. Lass also bitte unbedingt den Profi ran: Der Jäger wird sich um das verletzte bzw. tote Tier kümmern. Mitnehmen ist auch keine gute Idee: Denn in dem Fall würdest Du Dich auch noch der Wilderei strafbar machen.
Profi-Tipp: Ist das Tier geflüchtet, merkst Du Dir am besten die Fluchtrichtung. So kannst Du, wenn die Polizei und der Jäger eintreffen, präzise Angaben zum möglichen Aufenthaltsort des verletzten Tieres machen.

Wildschaden bei der Versicherung melden: Das brauchst Du

Nach dem Wildunfall und dem ersten Schrecken, solltest Du Dir nun Gedanken über den entstandenen Schaden machen. Am besten solltest Du den Wildschaden der Versicherung melden. Damit die Versicherung auch zahlt, solltest Du jedoch ein paar Dinge beachten. Und wir helfen Dir natürlich dabei.

  • Unfallort und Schäden am Fahrzeug dokumentieren
    • Am besten machst Du ein Foto vom Unfallort und vom Fahrzeug (samt sichtbaren Schäden, versteht sich).
    • So dokumentierst Du den durch den Wildunfall entstandenen Schaden.
  • Wildunfallbescheinigung ausstellen lassen
    • Für die Versicherung solltest Du Dir unbedingt eine Wildunfallbescheinigung geben lassen!
    • Hierfür gibt es eine PDF-Vorlage des Deutschen Jagdverbands, die wie folgt aussieht (Screenshot/ATP-Redaktion):

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Gut zu wissen: Auf Anfrage stellt der Jagdpächter die Wildunfallbescheinigung direkt am Unfallort aus. Letztere enthält unter anderem Informationen zu Revier und Pächter, Unfallzeit und -Ort, persönliche Informationen zum Geschädigten sowie detaillierte Informationen zum Unfallhergang und zur Art der Beschädigung am Fahrzeug. Zusätzlich ist auch ein Feld enthalten, in dem eine Unfallskizze erstellt werden kann, um den Unfallhergang noch einmal genau darzustellen. Auch die Polizei kann eine solche Bescheinigung aushändigen.
Wusstest Du das? Für die geforderte Bescheinigung kann der ausstellende Jagdpächter oder Vertreter eine Gebühr erheben. Die Aufwandsentschädigung beträgt in der Regel max. 15 Euro. Diese Gebühr kann von der Teilkasko-Versicherung aber im Nachhinein ebenfalls erstattet werden. Ist das Tier geflüchtet, kannst Du keine Bescheinigung verlangen. In dem Fall solltest Du Dir möglichst von Zeugen den Wildunfall schriftlich bestätigen lassen. Hier kann eine Dashcam im Auto auch sehr hilfreich sein.

Wildschaden am Auto: So handelst Du richtig

Wenn die Polizei den Wildunfall aufgenommen hat, kannst Du selbst einen Abschleppdienst Deiner Wahl rufen. Alternativ kann das auch die Polizei übernehmen. In dem Fall kontaktieren die Beamten meistens den ADAC.

  • Und wer zahlt?
    • In der Regel ist die Kfz-Haftpflichtversicherung nichtfür das Abschleppen zuständig.
    • Ob die Kaskoversicherung die Kosten übernimmt, hängt vom Tarif ab.
Gut zu wissen: Auch bei Mitgliedern von Automobilclubs wie dem ADAC hängt der Anspruch auf einen Abschleppdienst von den Vertragsdetails ab. Bist du kein Mitglied, dann müssen die Kosten entweder von Deiner Versicherung oder Dir selbst übernommen werden!

Nach dem Wildunfall: Versicherung kontaktieren

Nach einem Wildunfall solltest Du umgehend die Versicherung kontaktieren.

  • Am besten sollte die Schadensmeldung sofort erfolgen, spätestens jedoch innerhalb einer Woche.
  • Bei Personenschäden mit schweren Verletzungen oder Tod muss ein Unfall sogar binnen 48 Stunden gemeldet werden.

Wildunfall, Versicherung & Kostenübernahme

Zahlt die Versicherung bei einem Wildunfall? Bzw. welche Versicherung übernimmt welche Kosten?

  • Werden Dritte bei einem Wildunfall geschädigt, dann zahlt in der Regel die Kfz-Haftpflichtversicherung.
    • Letztere kommt jedoch nicht für die Schäden am eigenen Fahrzeug auf.
  • Hierfür ist die Teil– oder Vollkaskoversicherung zuständig.

Wildschaden: Teilkasko-Versicherung nutzen

Ist durch den Wildunfall ein Schaden am Auto entstanden, übernimmt die Teilkasko häufig die Reparatur-Kosten. Damit die Teilkasko-Versicherung greifen kann, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Der Schaden muss eindeutig von einem Wildtier verursacht worden sein.
    • Das gilt allerdings nicht bei Schäden, die durch Ausweichmanöver entstanden sind.
    • Eine einzige Ausnahme von dieser Regel gibt es: Den Unfallschaden übernimmt die Teilkasko, wenn Du durch das Ausweichmanöver einen noch größeren Schaden verhindern konntest.
  • Das Tier war vor dem Unfall noch am Leben.
  • Als sich der Wildunfall ereignet hat, war das Fahrzeug in Bewegung.
  • Es liegt eine Wildunfallbescheinigung vor.

Wildschaden: Vollkasko

Bei einer Vollkasko-Versicherung greift der Schutz auch in weiteren Fällen:

  • Ist der Schaden durch ein Ausweichmanöver entstanden, übernimmt die Vollkasko dennoch die Kosten.
  • Auch wenn kein besonderer Nachweis vorliegt, springt die Vollkasko ein.

Gutachten über Wildschaden

In den meisten Fällen beauftragt die Versicherungsgesellschaft einen Gutachter, der das Unfallfahrzeug untersucht. Daher solltest Du eventuelle Unfallspuren am Fahrzeug keinesfalls beseitigen, solange die Untersuchung am Fahrzeug noch nicht abgeschlossen ist. Entsprechende Spuren, die auf einen Wildunfall hinweisen, sind:

  • Tierkörper/-kadaver
  • Überreste am Fahrzeug (wie etwa Haare, Blutflecken oder Federn).
Tipp: Nach einem Wildunfall ist eine vorschnelle Reparatur nicht ratsam! Denn in dem Fall läufst Du Gefahr, auf den entstandenen Kosten sitzen zu bleiben.

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Nach dem Wildunfall: Reparatur veranlassen

Welche Werkstatt Du für eine Reparatur wählst, hängt ganz davon ab, ob Du eine Versicherung mit Werkstattbindung abgeschlossen hast. Im Falle einer Werkstattbindung gibt die Versicherung die entsprechende Werkstatt im Schadensfall vor.

Gut zu wissen: Möchtest Du einen Leihwagen anfordern, solltest Du eines bedenken: Generell übernimmt die Kfz-Versicherung die Kosten für einen Leihwagen nach einem Wildunfall nicht. Je nach Tarif der Kaskoversicherung kann es jedoch sein, dass eine solche Zusatzleistung enthalten ist. Am besten überprüfst Du hierfür Deine Versicherungsunterlagen oder fragst bei der Versicherung nach.

Wildunfall: Diese Autoteile sind meistens betroffen

Welche Autoteile werden bei einem Wildunfall am häufigsten beschädigt? Da es sich bei Wildunfällen meist um Frontschäden handelt, sind die folgenden Ersatzteile des Fahrzeugs am häufigsten betroffen:

Profi-Tipp: Du kannst weder auf eine Teil- noch auf eine Vollkasko-Versicherung zurückgreifen, bist jedoch handwerklich begabt und schraubst gerne selbst herum? Dann ab in Deine Schrauberwerkstatt oder in die Mietwerkstatt! Bei uns im Shop findest Du alles, was das Schrauber-Herz begehrt – zum kleinen Preis.

Nun bist Du aber an der Reihe: Hattest du auch schon einen Wildunfall? Wie hoch war der entstandene Schaden? Wie lief es mit der Versicherung? Wir sind sehr gespannt auf Deinen Bericht!

Chris von ATP

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