3 Mai 2016 Autowissen
Motoröl |

Geschichte des Öls: so entsteht dein Motoröl!

Öl, das heißt für viele schmutziges schwarzes Zeug. Und das stimmt ja auch irgendwie. Aber eigentlich ist Öl ein Bio-Produkt. Denn es ist vor mehr als 250 Millionen Jahren entstanden, indem Reste von Algen und Kleinstlebewesen unter hohem Druck zusammengepresst wurden. Rein biologisch also und ohne industrielles Zutun. Davon hat eigentlich jeder schonmal im Biologie Unterricht gehört. Trotzdem wollen wir dir einen kurzen Auffrischungskurs geben:

Was damals passiert ist, lässt sich schnell erklären: abgestorbene Pflanzenteile und anderes organisches Material sammelt sich am Boden eines Meeres. Dasselbe in klein hast du bestimmt schon einmal in einem Aquarium gesehen. Deshalb macht man es ja auch von Zeit zu Zeit sauber. Sammeln sich jedoch diese organischen Stoffe über längere Zeit am Boden, entsteht zusammen mit ebenfalls absinkenden Tonpartikeln eine dicke Schicht. Natürlich wird am Meeresgrund selten umgerührt oder sauber gemacht, sodass diese Masse ziemlich ruhig vor sich hin gären kann. Ohne Sauerstoff bildet sich dann eine Art Faulschlamm, der im Laufe der Jahre ganz schön dick werden kann. Und je mehr sich oben ablagert, um so mehr steigt der Druck auf die unteren Schichten.  Dadurch entstand über einen langen Zeitraum hinweg das Erdöl.

Öl ist schon lange bekannt

Doch wie geht’s weiter, wenn sich das Öl erstmal am Meeresboden gesammelt hat? Durch die Bewegung der Kontinente oder das Verdunsten des Wassers Millionen Jahre später wurde das Öl an die Oberfläche gebracht.  Wo es nicht von allein nach oben gelangt, pumpt man es heutzutage heraus.

Bekannt ist Erdöl schon lange. Populär war es zum Schmieren von Achsen bereits bei den Römern. Sie gaben ihm auch den Namen, der den Urpsrung für unser heutiges Wort Öl bildet: petra oleum, das Stein-Öl. Mit dem heutigen Motoröl hatte das allerdings noch nicht viel zu tun. Denn das Öl, das die Römer nutzten, war das, was wir heute als Rohöl bezeichnen. Das ist der Stoff, der aus der Erde quillt. Für moderne Motoren würde dieses unraffinierte Rohprodukt beinahe das sofortige Aus bedeuten. Für die Achsen der römischen Streitwagen hat es locker ausgereicht.

Rohöl muss raffiniert werden, um heutigen Ansprüchen gerecht zu werden. Und das klingt nicht nur anspruchsvoll, das ist es auch. Denn beim Raffinieren wird das Öl von Verunreinigungen befreit, damit es richtig funktionieren kann. Und funktionieren ist dabei ganz wörtlich zu verstehen. Denn mehr und mehr wird Öl zu einem Konstruktionselement von Motoren und anderen Bauteilen. Verunreinigungen im Öl sind vor allem schwefel-, sauerstoff- und stickstoffhaltige Substanzen. Sie lassen das Öl sehr schnell altern und machen es zäh. Blieben diese Stoffe im Öl, würden sie dazu führen, dass wir unser Motoröl sehr häufig wechseln müssten. Dem beugt das Raffinieren und auch die spätere weitere Veredelung vor.

Nach dem Raffinieren ist das Öl aber noch lange nicht fertig. Übrigens: in einer Raffinerie wird nicht nur raffiniert. Das Rohöl muss sich noch viel mehr gefallen lassen. So destilliert man es zum Beispiel oder entzieht ihm Paraffine. All das, um am Ende immer noch nicht das fertige Motoröl zu haben. Denn in der Raffinerie entsteht lediglich das Grundöl. Oder vielmehr: die verschiedenen Grundöle. Das richtige Grundöl ist die Basis für die weitere Öl-Herstellung.

Entscheidend ist das Öl-Rezept

Öl-Machen ist im Grunde wie Kochen. Man braucht ein Rezept. Und die richtigen Zutaten. Dann kann es losgehen. Aber: einfach zusammenkippen reicht nicht. Genauso wenig wie es in der Küche mit einfachem Kochen oder Rühren getan ist, gibt es auch hier ganz unterschiedliche Verfahren, wie die verschiedenen Zutaten zusammengebracht werden. Heißt es dann in der Küche Backen, Pochieren oder Dämpfen, so nutzt der Ölhersteller unterschiedliche Verfahren zur Öl-Zubereitung.

Und wie der Koch wird er kaum verraten, was die Geheimnisse seines Endproduktes sind. Klar ist nur: verschiedene Grundöle zusammen mit den richtigen Additiven auf die richtige Art gemischt und verbunden, ergeben am Ende das, was unseren Motor glücklich und vor allem gesund macht: das Motoröl.

 Im einem anderen Blogpost zeigen wir Dir, wie ein Öl-Wechsel samt Ölfilter-Tausch funktioniert. Bis dahin wünschen wir Dir eine gut geölte Fahrt.

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BELIEBTE BEITRÄGE

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Aktuelle Kommentare

  1. Hallo,
    ich fahre einen 1er BMW BJ 2010. Bisher hat sich mein Freund um das Auffüllen des Öles gekümmert. Das muss ich nun aber selbst übernehmen… Leider kenne ich mich damit überhaupt nicht aus. Castrol wird ganz gut bewertet. Allerdings konnte ich da nirgends herauslesen, welche Sorte sich denn nun für meinen Wagen am besten anbietet. Wozu würden Sie mir denn raten?
    Grüße

    1. Hallo Diane,
      hier ein kleiner Tipp: welche Spezifikationen das Motoröl haben muss, steht im Handbuch deines Autos.
      Du kannst uns aber auch die KBA-Nummer deines Fahrzeuges schicken (Link: https://www.atp-autoteile.de/faq/#FAQ1.2) und wir suchen dir das passende Öl für dein Fahrzeug heraus. Die KBA-Nummer ist wichtig, da wir für das passende Öl wissen müssen, welche Motorisierung dein Auto hat.
      Viele Grüße,
      Sarah von ATP