21 Feb 2022 Autowissen
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Schubabschaltung deaktivieren: Schädlich für den Motor?

Schubknallen, Schubblubbern, Knistern, Pop & Bang – dazu führt das Schubabschaltung-Deaktivieren. Doch was genau ist die Schubabschaltung überhaupt? Welche Vorteile bringt es, diese zu deaktivieren? Ist das Ganze schädlich für den Motor? Antworten auf diese Fragen und vieles mehr erfährst Du natürlich von uns! Bist Du bereit? Dann legen wir direkt los!

Schubabschaltung: Dafür ist sie gedacht

Bevor wir Dir erklären, was es mit dem Deaktivieren der Schubabschaltung auf sich hat, solltest Du erst einmal wissen, was diese überhaupt ist. Die Schubabschaltung ist von den Herstellern moderner Autos so gewollt. Warum? Deswegen:

  • Die Schubabschaltung sorgt dafür, dass im Schubbetrieb Deines Autos Kraftstoff eingespart wird.
    • Von Schubbetrieb spricht man, wenn das Fahrzeug mit dem verbleibenden Momentum durch das Gewicht angetrieben wird und keinen Kraftstoff benötigt – bei einer Bergabfahrt zum Beispiel.
  • Das geht, indem die Kraftstoffzufuhr für kurze Zeit unterbunden wird.
Schon gewusst? Zusätzlich erhöht die Schubabschaltung die Wirkung der Motorbremse. Mehr zum Thema erfährst Du mit nur einem Klick!

Doch warum solltest Du die Schubabschaltung deaktivieren wollen? Vor allem unter Tuning-Fans ist das ein beliebtes Vorgehen. Welche Vorteile die Deaktivierung der Schubabschaltung mit sich bringt, verraten wir Dir natürlich auch – direkt im nächsten Abschnitt! Bereit? Let’s go!

Deaktivieren der Schubabschaltung: Vorteile

Wenn das Deaktivieren der Schubabschaltung keinerlei Vorteile hätte, würden es Tuning-Fans auch nicht machen (lassen). Welche Gründe dahinterstecken, erfährst Du jetzt:

  • Vor allem ist das Schubknallen der gewünschte Effekt, wenn die Schubabschaltung außer Gefecht gesetzt wird.
  • Ein positiver Nebeneffekt: Der Ladedruck des Turboladers wird aufrechterhalten.
    • Dadurch muss dieser nicht erst wieder aufgeladen werden, um die entsprechende Leistung zu erreichen.

Doch wie genau kommt es dazu? Wir verraten es Dir:

  • Die Schubabschaltung wird nicht direkt deaktiviert, sondern verzögert.
    • Dadurch wird die Kraftstoffzufuhr länger aufrechterhalten und auch später gezündet.
    • Diese Verzögerung der Schubabschaltung wird übrigens auch als Anti-Lag-System bezeichnet.
  • Die Zündung des Kraftstoffs erfolgt dann nicht mehr nur im Zylinder, sondern auch weiter hinten: im Krümmer oder auch im Katalysator.
    • Die verspätete Zündung wiederum führt dann zum bekannten „Knallen“ oder Blubbern, wenn Du das Gaspedal loslässt.
Tipp: Auch wenn Du Dein Auto tunen möchtest und auf Schubblubbern stehst – Folgendes solltest Du bedenken: Schubblubbern ist nicht StVO-konform. Außerdem sind Fehlzündungen und der damit verbundene Knall alles andere als gesund. Die Explosionen werden dann früher oder später zu einem Katalysator-Defekt führen. Warum das so ist? Das erklären wir Dir gleich!

Um die Schubabschaltung zu deaktivieren bzw. zu verzögern, ist ein Eingriff in die Motorsteuerung nötig. Jegliche Arbeiten an der Motorsteuerung gehen auch mit Gefahren einher.

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Wenn Du die Schubabschaltung deaktivieren willst, musst Du in die Motorsteuerung eingreifen.
Gut zu wissen: Änderungen an der Motorsteuerung müssen vom TÜV abgenommen werden. Solange dies nicht erfolgt ist, erlischt die Betriebserlaubnis für Dein Auto. Allein deswegen empfehlen wir Dir, die Schubabschaltung nur von einem Profi deaktivieren zu lassen.

Schubabschaltung deaktivieren – schädlich für den Motor?

Weil die Kraftstoffzufuhr nicht unterbrochen wird, stellt die Deaktivierung der Schubabschaltung eine Mehrbelastung für den Motor und sämtliche Bauteile dar – Ventile, Turbolader und Katalysator leiden unter der Zündung, die dort eigentlich nicht hingehört. Die hohen Temperaturen können diesen Teilen erheblichen Schaden zufügen. Deswegen solltest Du diese Arbeit auch einem Profi überlassen.

Gut zu wissen: Du kannst auch selbst Dein Auto tunen – einfache Arbeiten können selbst Laien erledigen, solange es nicht an die Motorsteuerung geht. Du willst mehr darüber erfahren? Dann klicke einfach auf vorigen Link!

Unter bestimmten Bedingungen hält sich die Mehrbelastung allerdings in Grenzen. Welche Aspekte das sind, verraten wir Dir direkt:

  • Wenn die Schubabschaltung nicht komplett deaktiviert, sondern (wie oben bereits angesprochen) nur nach hinten verlegt wird, erhältst Du das Schubblubbern, noch bevor die Kraftstoffzufuhr unterbrochen wird.
    • Hier wird die entstehende Hitze durch die Abgase reduziert.
    • Dadurch sinkt auch die Mehrbelastung.
  • Verbaust Du zusätzlich noch einen Katalysator aus Metall, verringerst sich das Risiko, dass dieser aufgrund der hohen Hitze beschädigt wird.
  • Außerdem ist es auch möglich, die Schubabschaltung nur in bestimmten Fahrmodi zu deaktivieren – zum Beispiel im Sportmodus.
Hast Du das gewusst? In manchen sportlichen Fahrzeugen wird die Schubabschaltung bereits ab Werk schon deaktiviert – zumindest teilweise. Besitzt Du zufällig ein Auto mit Sportfahrmodus? Dann hörst Du wahrscheinlich auch das Schubknallen, weil von Werk aus die Schubabschaltung in diesem Modus deaktiviert bzw. verzögert wurde.
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Schubabschaltung auf Knopfdruck deaktivieren? Das geht bei Fahrzeugmodellen mit Sportmodus!

Noch eine wichtige Info zum Schluss: Unabhängig davon, welche Vorkehrung Du triffst, um die Mehrbelastung zu reduzieren – es besteht immer ein Restrisiko für einen Motorschaden. Selbst wenn ein Profi die Schubabschaltung an Deinem Auto deaktiviert, kann es zu erheblichen Schäden kommen.

So nun sind wir aber neugierig: Hast Du die Schubabschaltung bei Deinem Auto deaktiviert oder hast Du es zumindest vor? Ist Dir das Restrisiko vielleicht doch zu hoch oder brauchst Du das Schubknallen gar nicht? Teile Deine Meinung und Erfahrung doch gerne in den Kommentaren mit uns!

Alex von ATP

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