4 Okt 2021 Do It Yourself
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Reifen wechseln – So wird’s gemacht!

Für eine sichere Fahrt zu allen Jahreszeiten ist es ein absolutes Muss – Reifen wechseln. Es ist eine der Wartungs- und Reparaturarbeiten am Auto, die Du ganz leicht selber übernehmen kannst. Und nebenbei kannst Du mit dem heimischen Reifenwechsel bares Geld sparen. Worauf Du dabei achten musst und wie es geht – sowie viele weitere hilfreiche Tipps und Infos gibt es hier. Bereit? Dann geht’s auch sofort los!

Reifen wechseln – Darum ist es wichtig

Deine Reifen sind die einzige Verbindung zwischen Deinem Auto und der Straße. Gute Reifen sorgen für:

  • mehr Fahrkomfort
  • optimiertes Brems- und Beschleunigungsverhalten
  • gute Kurvenlage
  • geringeren Kraftstoffverbrauch
  • und verbesserte Sicherheit.

Damit Deine Reifen diese Höchstleistungen vollbringen können, müssen sie von guter Qualität sein und auch ordentlich gewartet werden. Aber auch die beste Pflege und hochwertigste Marke bringen nichts, wenn Du die Reifen nicht regelmäßig wechselst. Das bedeutet:

  • Reifen wechseln nach Sommer- und Wintersaison
  • Reifentausch aufgrund von Alter und Zustand der Reifen.
Gut zu wissen: Es gilt die Faustregel „O bis O“ – von Oktober bis Ostern (oder andersrum). Also Winterreifen im Oktober aufziehen und die Sommerreifen zur Osterzeit. Gesetzliche Bestimmungen, wann die Reifen zu wechseln sind, gibt es an sich allerdings nicht. Im §2 Abs. 3a der StVO heißt es, dass bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte und Reifglätte Winterreifen zu fahren sind – das kann also bereits im Oktober der Fall sein. In einem sehr warmen Winter kann es allerdings durchaus sein, dass erst Ende November oder gar erst im Dezember die Straßenverhältnisse Winterreifen erfordern.
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Deine Reifen sind beschädigt? Dann solltest Du schleunigst die Reifen wechseln!

Reifen selber wechseln – Das sind die Vorteile

Mit ein bisschen Muskelkraft und dem richtigen Werkzeug kannst Du Deine Reifen ganz einfach selber wechseln. Die Vorteile von Do-it-Yourself liegen auf der Hand:

  • Du sparst viel Geld – gerade, wenn es an den Reifenwechsel bei mehreren Fahrzeugen geht!
  • Außerdem sparst Du Dir Zeit und bist flexibel.
    • Beim Reifentausch gibt es nämlich starke saisonale Stoßzeiten.
    • Da kann es durchaus passieren, dass Du bei einer Werkstatt mehrere Wochen auf einen Termin warten musst.

Es ist allerdings nicht immer die bessere Wahl, wenn Du die Reifen selbst wechselst. In folgenden Fällen solltest Du lieber eine Werkstatt für den Reifenwechsel aufsuchen:

  • Obwohl der Reifenwechsel zu den einfachen Autoreparaturen zählt, brauchst Du trotzdem ein wenig handwerkliches Geschick und vor allem Muskelkraft – wenn Du also Zweifel hast, solltest Du die Arbeit lieber einem Profi überlassen.
  • Müssen die Reifen zusätzlich noch ausgewuchtet werden, musst Du dafür in eine Werkstatt.
    • Eine Auswuchtung der Räder ist übrigens nötig, wenn Dein Lenkrad bei höherer Geschwindigkeit flattert oder der Reifenverschleiß ungleichmäßig ist.
  • Hat Dein Auto ein direktes Reifendruckkontrollsystem verbaut, solltest nur selbst die Reifen wechseln, wenn Du auch entsprechendes Know-how hast.
Gut zu wissen: Es wird zwischen indirekten und direkten Reifendruckkontrollsystemen unterschieden. Bei Letzteren senden die Sensoren im Reifen über eine Funkeinheit den Status des Reifendrucks an ein zentrales Steuergerät. Nach einem Reifenwechsel muss dieses System erst neu kalibriert werden. Wie das indirekte Reifendruck-Kontrollsystem funktioniert? Das erfährst Du mit nur einem Klick!

Das Reifen-Wechseln in der Werkstatt bringt natürlich auch zusätzliche Kosten mit sich – Welche? Das verraten wir Dir jetzt!

Reifenwechsel in der Werkstatt – Das kostet der Service

Bist Du neugierig, was Du Dir beim heimischen Radkreuzschwingen sparst? Wir haben hier für Dich die Kosten eines Reifenwechsels für drei gängige Rad-Arten aufgelistet. Die Kosten werden natürlich auch von weiteren Faktoren beeinflusst – wie etwa:

  • Werkstattwahl
    • Vertragswerkstatt?
    • Freie Werkstatt?
  • Serviceumfang
    • Mit Auswuchten?
    • Mit Einlagerung der alten Reifen?
    • Einfacher Radwechsel oder Bereifung neuer Felgen?
  • Reifenart
    • Runflat-Reifen?
    • Reifen mit Reifendruck-Kontrollsystem (RDKS)?
  • Reifengröße

Wenn man all diese Faktoren mit einberechnet, entstehen folgende Kosten für einen kompletten Reifenwechsel in der Werkstatt:

Reifen-Wechsel mit / ohne RDKS Reifen 14 Zoll Reifen 15–17 Zoll Reifen SUV ab 18 Zoll
Ohne RDKS ca. 60 € ca. 70–80 € ca. 115 €
Mit RDKS ca. 100 € ca. 115 € ca. 145 €
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Reifenwechsel bei einem SUV – aufgrund der Reifengröße sind höhere Preise zu erwarten.
Tipp: Ob zu Hause oder in der Werkstatt – für den Winter- bzw. Sommerreifenwechsel solltest Du immer gleichzeitig alle vier Reifen wechseln. Handelt es sich um einen Reifenwechsel außer der Reihe, weil die Vorder- und Hinterreifen sehr unterschiedlich abgenutzt sind oder ein Reifen geplatzt ist, dann solltest Du die Reifen immer achsweise tauschen.

Solltest Du Dich dafür entscheiden, die Reifen selbst zu wechseln, musst Du natürlich auch wissen, wie das geht. Deswegen haben wir auch eine Anleitung für Dich. Bist Du bereit? Dann geht es jetzt an den Reifenwechsel!

Werkzeug zum Reifen-Wechseln – Das brauchst Du

Die vielen Vorteile des Reifenwechsels in Eigenregie sprechen für sich und immerhin kann man bei vielen Autos auch noch selbst die Reifen wechseln. Deswegen fangen wir gleich an und erzählen Dir schon mal, welches Werkzeug Du brauchst:

Tipp: Wechselst Du auch noch die Reifen beim Auto Deines Partners, Kindes, der Eltern? Dann lohnt sich definitiv die Anschaffung eines Schlagschraubers.

Reifen wechseln – Schritt-für-Schritt-Anleitung

Bevor Du so richtig loslegen kannst, kommt noch ein kleiner Schritt: Du musst vorab Dein Auto gegen Wegrollen sichern. Wie das geht? Ganz einfach:

  • Ziehe die Handbremse an und lege den 1. Gang ein.
  • Bei Automatik-Fahrzeugen stellst Du den Hebel auf „P“.

Dein Wagen kann nun nicht mehr wegrollen? Sehr gut! Dann kannst Du nun auch Deine alten Reifen abmontieren.

Reifen wechseln – die alten Reifen abmontieren

Löse dabei die Radmuttern und Bolzen schon ein Stück weitbevor Du den Wagen aufbockst.

  1. Sobald Du die Schrauben gelockert hast, kannst Du das Fahrzeug auf Montagehöhe anheben.
Profi-Tipp: Für jedes Auto gibt es die perfekte Stelle für den Wagenheber. Wo Du den Wagenheber bei Deinem Auto ansetzt, findest Du im Fahrzeughandbuch heraus. Falls Du übrigens keinen Wagenheber zu Hause hast, lohnt sich eventuell ein Besuch in einer Mietwerkstatt, wo Du Dir sogar einen Hebebühnenplatz mieten kannst!

Wichtig: Sicherheit geht vor! Sichere deswegen den angehobenen Wagen immer noch mit Unterstellböcken, bevor Du mit der Arbeit loslegst!

  1. Löse die Muttern und Bolzen nun komplett und montiere das Rad ab.
  2. Vor der Montage des neuen Rades lohnt es sich, die Radauflagefläche zu reinigen und die Bremsscheiben und -Beläge zu kontrollieren.

An dieser Stelle solltest Du auch die Radmuttern und -Bolzen auf Beschädigungen und Rost überprüfen. Falls diese schon zu sehr abgenutzt oder verrostet sind, empfehlen wir Dir entweder neue zu besorgen oder wenn möglich den Rost zu entfernen.

Profi-Tipp: Solltest Du Abnutzungserscheinungen an den Bremsen erkennen, solltest Du über einen Bremsenwechsel nachdenken. Was Du hierbei beachten musst, das erfährst Du, wenn Du auf vorigen Link klickst!
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Reifen abmontiert? Dann liegen die Bremsen frei und Du solltest sie im selben Zug überprüfen.
Tipp: Damit der Reifenverschleiß etwas verlangsamt wird, solltest Du die Reifen rotieren: Die Reifen, die letztes Jahr auf der Vorderachse waren, kommen auf die Hinterachse und umgekehrt. So werden die Reifen gleichmäßiger abgefahren. Ausnahme: Weisen die Reifen bereits verschiedene Profiltiefen auf, verwendest Du die mit dem tieferen Profil auf der Hinterachse.

Reifen wechseln – die neuen Reifen montieren

Du hast alle vorigen Einzelschritte befolgt? Dann kannst Du nun auch schon die neuen Reifen montieren. Vorher solltest Du allerdings noch prüfen, ob die Reifen auch nicht beschädigt sind und auch ausreichendes Reifenprofil von mindestens 1,6 mm besitzen.

  1. Setze das neue Rad auf und ziehe die Radmuttern mit dem Radkreuz handfest an.

Wichtig: Wenn Deine Reifen laufrichtungsgebunden sind (erkennbar an einem kleinen Pfeil am Reifen), musst Du auch die richtige Laufrichtung bei der Montage beachten!

  1. Senke den Wagen soweit herab, dass der Reifen wieder auf dem Boden aufsitzt.
  2. Jetzt kannst Du die Radmuttern über Kreuz mit dem richtigen Drehmoment (laut Herstellervorschriften) anziehen.
Tipp: Wenn Du die alten Reifen einlagerst, markiere sie mit den entsprechenden Kürzeln, VR, VL und HR und HL (vorne rechts, vorne links, usw.), damit Du nächstes Jahr noch weißt, welcher Reifen auf welche Achse muss!

Für noch mehr Profi-Tipps haben wir ein Video für Dich – die häufigsten Fehler, die beim Reifen-Wechseln vorkommen:

Hast Du nun all Deine Reifen gewechselt? Dann sollte die erste Fahrt nach dem Reifenwechsel zur Tankstelle gehen, um den Reifendruck zu checken. Und vergiss nicht, die Räder nach ca. 50 km noch einmal nachzuziehen!

Nach dem Reifenwechsel kommt die Pflege

Gut gepflegte Reifen bedeuten verbesserte Sicherheit. Und Deine und die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer steht immer im Vordergrund. Dafür kannst Du folgende Dinge für Deine Reifen tun:

  1. Kontrolliere Deine Reifen regelmäßig, um Beschädigungen rechtzeitig zu erkennen.

Es reicht schon ein Bordsteinrempler oder das Fahren über einen scharfen Gegenstand und Deine Reifen können in Mitleidenschaft gezogen werden. Erkennst Du mindestens eines der folgenden Dinge, musst Du den betroffenen Reifen schnellstmöglich erneuern:

  • Risse oder Einschnitte im Gummi
  • abstehende Gummifetzen
  • fehlende Reifenstückchen
  • Beulen und Unregelmäßigkeiten am Reifen
  • Zu wenig Profiltiefe
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Wenig Reifenprofil kann schnell gefährlich werden – Also besser die Reifen wechseln!
  1. Fahre umsichtig, um Reifenverschleiß vorzubeugen.
  2. Zieh immer saisonal passende Reifen auf Dein Auto auf.
  3. Achte auf das Alter und die Profiltiefe, und ersetze Deine Reifen dementsprechend.
Tipp: Noch mehr Infos zu Profiltiefe, Reifenalter und was Du vor allem bei Winterreifen beachten musst, gibt’s in unserem Wintercheck. Klicke einfach auf den Link, um dorthin zu gelangen!

Gerade der Radwechsel zur neuen Saison gehört zu den einfachen Autoreparaturen, die Du locker selbst stemmen kannst. Du sparst Geld, bleibst zeitlich flexibel und kannst Deiner Schrauber-Laune freien Lauf lassen.

Nun wollen wir es aber wissen: Gehörst Du zu den Leuten, die den Reifenwechsel möglichst hinauszögern? Oder bist Du eher immer früh dran? Wechselst Du die Reifen selbst oder fährst Du hierfür lieber in die Werkstatt? Und solltest Du eine besondere Reifenwechsel-Story haben, die Du mit der Community teilen möchtest, nur her damit – wir sind sehr neugierig!

Alex von ATP

BELIEBTE BEITRÄGE

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