10 Aug 2022 Autowissen
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Kann Motoröl ablaufen? Alle Infos zur Motoröl-Haltbarkeit!

Gutes Öl altert nicht… Von wegen! Auch wenn die Hersteller in Sachen Motoröl-Haltbarkeit meistens durch Schweigen bzw. fehlende Angaben glänzen, kann Motoröl ablaufen. Dabei hat es nichts mit mangelnder Qualität zu tun: Somit kann selbst das beste Motoröl schlecht werden. Welche Faktoren die Motoröl-Haltbarkeit beeinflussen und wie Du die Ölqualität überprüfen kannst – das erfährst Du hier. Bist Du startklar? Let’s go!

Motoröl-Haltbarkeit: Grundsätzliches

Du bist es aus dem Alltag gewohnt – nicht nur Lebensmittel, sondern auch Medikamente und andere Produkte haben ein sogenanntes Mindesthaltbarkeitsdatum. Schon der Begriff deutet es an: Es geht um die Garantie, dass Du für das betreffende Produkt bis zum Datum X keinerlei Qualitätsabstriche machen musst. Aber was passiert nach dem besagten Ablaufdatum? Wird es denn schlecht, wirkt das Medikament nicht mehr oder wird es gar toxisch? Und wie kann es sein, dass ein Produkt vor Erreichen der angegebenen Deadline nicht mehr gut ist – obwohl der Aufdruck an der Schachtel oder an der Dose etwas anderes versprochen hatte? Du ahnst es schon: Die Haltbarkeit hängt nicht nur von dem Produkt an sich und von dem Herstellungsdatum ab: Auch äußere Einflüsse wie Lagerung und herrschende Temperaturen sind entscheidend. Und was hat das mit der Haltbarkeit von Motoröl zu tun? Genau: Motoröl kann schlecht werden, und zwar aus sehr verschiedenen Gründen, die wir Dir gleich erläutern werden.

Kann Motoröl ablaufen bzw. kann Motoröl schlecht werden?

Die Antwort lautet ganz klar: Ja! Auch wenn es so gesehen kein offizielles Motoröl-Ablaufdatum gibt, das die Hersteller auf die Kanister oder Flaschen einprägen müssten. Manche geben das Herstellungsdatum an – oft in für den Laien rätselhaft erscheinenden Zifferkombinationen versteckt. Bei anderen herrscht großes Schweigen. Aber wie kann Motoröl denn ablaufen, wenn es kein Haltbarkeitsdatum gibt? Indem es schlecht wird, natürlich! Bei geschlossenen Behältern kannst Du, laut Herstellerangaben, von einer Motoröl-Haltbarkeit von 3–5 Jahren ausgehen. Ist die Ölflasche schon offen, sinkt die Lebensdauer direkt um ein Vielfaches: In dem Fall hast Du nur noch circa 6 Monate, um das gute Öl aufzubrauchen.

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Motoröl-Haltbarkeitsdatum hin oder her – Motoröl kann schlecht werden!

Wie lange hält Motoröl im Motor?

Liegen keine Defekte vor, die sich negativ auf das Öl auswirken, kannst Du Dich nach den Öl-Wechsel-Intervallen (nach Herstellerangaben!) richten. Hierbei spielt weniger ein konkretes Ablaufdatum eine Rolle – vielmehr sind hier der Motoröltyp, die tatsächliche Fahrleistung sowie die Fahrbedingungen ausschlaggebend:

  • LongLife-Motoröle halten deutlich länger:
    • Somit wird erst nach 30.000 Km Fahrleistung bzw. nach 2 Jahren in der Regel ein Öl-Wechsel fällig.
    • Bei herkömmlichen Motorölen (ohne LongLife) muss der Wechsel viel früher erfolgen – nach circa 15.000 Km.
  • Wenn Du dem Motor viel Stop-and-go-Verkehr zumutest, viele Kurzstrecken fährst oder Defekte im Spiel sind, kann das Motoröl schneller schlecht werden.
Profi-Tipp von Meister Brian: Welche Wechselintervalle für Dein Fahrzeug gelten – das kannst Du der Betriebsanleitung entnehmen. Bei modernen Fahrzeugen weist Dich das Bordinstrument darauf hin, wie es wirklich um die Haltbarkeit Deines Motoröls steht. Hierfür werden Temperatur und Konsistenz überwacht und ausgewertet – wird die Schmiereigenschaft des Motoröls schlecht, leuchtet eine entsprechende Kontrollleuchte auf.

Darum solltest Du auf die Motoröl-Haltbarkeit achten

Was passiert, wenn Du das Motoröl-Haltbarkeitsdatum überschreitest? Verliert es seine Wirksamkeit oder wird es gar toxisch? (Wobei wir wieder bei dem Medikamenten-Vergleich wären.) Tatsächlich lautet die Antwort: Sowohl als auch! Ob 5W-30 oder 5W-40: Ist das Öl stark verunreinigt oder stimmt etwas mit der Zusammensetzung nicht mehr, verliert es automatisch seine Schmiereigenschaften (wenn es überhaupt welche behält). Und von da an wird es toxisch – für alle beteiligten Komponenten, da die Hauptfunktion des Motoröls außer Gefecht gesetzt worden ist. Findet keine ordentliche Schmierung mehr statt, entstehen Reibungen, die wiederum Materialschäden nach sich ziehen. Schlimmstenfalls endet das Ganze in einem üblen Motorschaden.

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Sind zu viele Verbrennungsrückstände im Motoröl vorhanden, wird es schlecht – und kohlenschwarz.

Warum wird Motoröl schlecht?

Man braucht kein Autoteile-Profi zu sein, um zu wissen: Motoröle müssen nicht nur tagtäglich auf Hochtouren arbeiten – obendrein sind sie extremen Bedingungen im Motorraum ausgesetzt. Somit wird auch das beste Motoröl durch die hohen Temperaturen, Verbrennungsrückstände und vieles mehr mit der Zeit verunreinigt. Ist der Grad der Verunreinigung so stark, dass die notwendigen Schmiereigenschaften nicht mehr gewährleistet werden können, kommst Du um einen Öl-Wechsel nicht herum. Neben diesen natürlichen Abnutzungsprozessen können auch verschiedene Defekte zu einer Verunreinigung des Öls führen: Zum Beispiel kann eine verschlissene Zylinderkopfdichtung Kühlwasser in das Motoröl befördern und verheerende Folgen für die Schmierung haben.

Profi-Tipp von Meister Brian: Nicht nur im Motorraum werden die Schmiereigenschaften des Öls mit der Zeit immer schlechter. Im offenen Behälter kannst Du das Eindringen von Sauerstoff und Feuchtigkeit kaum verhindern – ganz abgesehen von etwaigen Temperaturschwankungen, die sich negativ auf die Haltbarkeit des Motoröls auswirken. Auch im geschlossenen Behälter kannst Du die chemischen Prozesse nicht aufhalten: Selbst bei den besten Lagerbedingungen werden sich die Additive früher oder später verflüchtigen.
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Bei modernen Fahrzeugen wird die Motoröl-Haltbarkeit regelmäßig gecheckt.

So kannst Du die Haltbarkeit von Motoröl überprüfen!

Wird Motoröl schlecht, ändert sich die Zusammensetzung des Schmiermittels dementsprechend. Doch wie kannst Du das Motoröl checken und herausfinden, ob es seine Lebensdauer ausgeschöpft hat? Wir verraten es Dir!

Motoröl überprüfen – auf die schnelle Art

Du hast Motoröl gelagert und möchtest wissen, ob es noch schmiertauglich ist? Du fragst Dich, ob das Motoröl im Motor noch gut ist? Hierfür hast Du zunächst eine recht simple Möglichkeit: Schau Dir einfach die Konsistenz und die Farbe des Schmiermittels genau an. Und, wie schaut’s aus?

  • Sieht es hellbraun aus und weist keinerlei verdächtige Teilchen auf?
    • Das sieht ganz danach aus, als hätte das Motoröl das Verfallsdatum noch nicht erreicht.
  • Oder macht es einen milchig-trüben Eindruck?
    • Hier war Wasser im Spiel – und Du musst davon ausgehen, dass das Motoröl zumindest einige seiner Schmiereigenschaften eingebüßt hat.
  • Die Flüssigkeit enthält kleine Brocken?
    • Das klingt ganz danach, als hätten sich die Additive von dem Gemisch verabschiedet.
  • Je verunreinigter das Öl im Motor, desto dunkler das Gemisch:
    • Ist das Motoröl kohlenschwarz oder riecht es sehr unangenehm, ist viel Oxidation im Spiel und es steht ein Öl-Wechsel an.
    • Sind auch noch Metallspäne im Öl bzw. im Ölfilter zu finden, ist die Lage übel – hier droht sogar ein Motorschaden.
Gut zu wissen: Moderne Fahrzeuge übernehmen die Überprüfung für Dich. Sollte die Motoröl-Haltbarkeit kürzer als das vorgesehene Wechselintervall ausfallen, erhältst Du eine entsprechende Meldung – samt Kontrollleuchte. Hierfür werden Parameter wie Öltemperatur oder Ölviskosität berücksichtigt.
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Die Haltbarkeit von Motoröl kann durch spezifische Verfahren überprüft werden.

Motoröl-Qualität prüfen (lassen)

Wenn Du es ganz genau wissen möchtest, kannst Du eine genauere Analyse in die Wege leiten. Das kannst Du auch häufig über die Werkstatt laufen lassen, die dann eine Probe zwecks Analyse an ein spezialisiertes Labor schicken wird. Solche Labore bieten ganze Ölcheck-Sets an, samt Probengefäß, Probenbegleitschein & Co. In dem Fall werden durch ausgefeilte Analyseverfahren (zum Beispiel mit CSS-Viskosimeter) die Viskosität des Motoröls gecheckt. Für die voraussichtliche Motoröl-Haltbarkeit werden noch weitere Verfahren eingesetzt, um den Gehalt an Antioxidantien zu bestimmen (z. B. durch Infrarot-Spektrokopie, die die verschiedenen Ölmoleküle auf die Probe stellen).

Wusstest Du das? Für eine etwas ungenauere Überprüfung der Motoröl-Qualität gibt es auch Teststreifen auf dem Markt. Diese können Dir einen ersten Eindruck vermitteln, sind aber bei Weitem nicht so präzise wie eine Laboranalyse von Anbietern wie OelCheck & Co. Übrigens: Dort kannst Du auch Hydraulik-Flüssigkeiten testen lassen.

Motoröl richtig lagern & Motoröl-Haltbarkeit erhöhen: So geht’s!

Wer die Motoröl-Haltbarkeit erhöhen möchte, sollte das Öl möglichst richtig und auch nicht zu lange lagern.

Wie lange kann man Motoröl lagern?

Wie gesagt: Ungeöffnet und unter optimalen Bedingungen kannst Du theoretisch bis zu 5 Jahre lang das Motoröl lagern. Allerdings solltest Du hierbei bedenken, dass sich die Motoren stets weiterentwickeln und die Ölzusammensetzungen immer ausgefeilter werden. Somit kann es durchaus sein, dass das gelagerte Motoröl nach 5 Jahren zwar nicht schlecht wird, jedoch nicht das Beste für Dein Fahrzeug sein dürfte. Daher unser Rat an Dich: Wenn Du keine größere Werkstatt hast, sondern nur als Hobbyschrauber alle 2 Jahre einen Öl-Wechsel durchführen möchtest, solltest Du Dir lieber alle zwei Jahre die richtige Füllmenge besorgen.

Tipp: Ist das Motoröl abgelaufen, musst Du das Altöl entsorgen. Wie das geht – das erfährst Du mit nur einem Klick!

So kannst Du das Motoröl richtig lagern

Schmieröle sind sauerstoff-, wasser- und temperaturempfindlich. Und das bedeutet: Die Lagerung muss so erfolgen, dass Dein Motoröl möglichst vor diesen negativen Einflüssen geschützt ist. Aber nicht nur das: Auch die Umwelt darfst Du nicht vergessen: Du musst unbedingt sicherstellen, dass Du keine Gefahrstoffe ungewollt in die Umwelt freisetzt. Somit solltest Du das Motoröl am besten wie folgt lagern:

  • Achte auf eine saubere, trockene Umgebung, die keinen hohen Temperaturschwankungen unterliegt.
    • Selbst bei geschlossenen Behältern kann bei einer feuchten Umgebung Wasser und Sauerstoff in das Motoröl eindringen.
  • Der Aufbewahrungsort sollte am besten eine relativ konstante Temperatur haben, die weder 5°C unterschreitet noch 30°C überschreitet.
    • Je nach Viskositätsklasse wirst Du die Umgebungstemperatur dementsprechend anpassen müssen.
  • Am besten solltest Du das Motoröl in einem Raum lagern, der keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist.
    • Hierfür ist ein trockener sauberer Keller optimal.
  • Die Aufbewahrung sollte in geeigneten Gefäßen erfolgen (am besten in der geschlossenen Originalverpackung), die weder rissig noch undicht sein dürfen.
    • Bei Öl-Fässern ist die Lagerung im Liegen zu empfehlen.
  • Last but not least: Das Öl darf nicht neben Hitze-Quellen (Gastherme, Heizungen usw.) gelagert werden.
Tipp: Die richtige Lagerung wirkt sich direkt auf die Motoröl-Haltbarkeit aus, daher solltest Du diese auf gar keinen Fall vernachlässigen. Und solltest Du verschiedene Öle im Keller aufbewahrt haben – die Motoröle mischen solltest Du lieber nicht. Denn auch das beeinflusst die Schmiereigenschaften.

So, nun bist Du aber an der Reihe: Hattest Du schon mal Zweifel daran, ob das gelagerte Motoröl das Haltbarkeitsdatum überschritten haben könnte? Wie hast Du die Qualität des Motoröls dann überprüft? Oder hast Du vielleicht aus Versehen schlecht gewordenes Öl verwendet und einen Folgeschaden davon gehabt? Wir sind sehr gespannt auf Deinen Kommentar!

Chris von ATP

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