17 Jan 2022 Autowissen
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Lohnt sich ein E-Auto? Der Vergleich zu Verbrennungsmotoren

Heutzutage sind sie stark beworben und werden auch immer beliebter: Elektroautos. Doch lohnt sich ein E-Auto? Wer sich ein neues Auto zulegen will, stellt sich sicherlich diese Frage. Die Antwort darauf liefern wir Dir! In diesem Beitrag vergleichen wir die momentan sehr beliebten E-Autos mit den Verbrennern. Welche Vor- und Nachteile hat ein Elektroauto? Was schneidet wirtschaftlich besser ab? Wie sieht die jeweilige Ökobilanz aus? Ab wann lohnt sich denn nun ein E-Auto? Bist Du bereit? Let’s go!

Lohnt sich ein E-Auto? Vor- & Nachteile von Elektroautos

Wer vor der Qual der Wahl steht, sollte logischerweise die Vor- und Nachteile abwägen. Wie diese entsprechend bei einem Elektroauto aussehen – das erfährst Du von uns!

Weniger Emissionen: Vorteile von E-Autos

Der ausschlaggebende Vorteil dürfte wohl auf der Hand liegen: Elektroautos fahren emissionsfrei. Das bedeutet, dass während der Fahrt keine Abgase in die Luft abgegeben werden. Somit sind E-Autos viel schonender für die Umwelt als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren. Aber nicht nur das – ein E-Auto bringt noch weitere Vorteile mit sich:

  • Elektroautos profitieren nicht nur von geringen Abgas-Emissionen: Auch die Geräusch-Emissionen sind deutlich niedriger als bei Verbrennern.

Weil E- und Hybrid-Autos so leise sind, ist es laut einer EU-Verordnung seit dem 01. Juli 2021 verpflichtend, dass Neuwagen mit Elektro- und Hybridantrieb beim Rückwärtsfahren und bis zu einer Geschwindigkeit von 20 km/h ein künstliches Geräusch von sich geben. Dadurch werden Fußgänger und Radfahrende vorgewarnt. Das sagt die Verordnung ganz genau:

Bis spätestens 1. Juli 2019 bauen die Hersteller in neuen Typen von Hybridelektro- und reinen Elektrofahrzeugen ein AVAS ein, das die Anforderungen des Anhangs VIII erfüllt. Bis spätestens 1. Juli 2021 bauen die Hersteller in allen neuen Hybridelektro- und reinen Elektrofahrzeugen ein AVAS ein.

Kostenvorteile bei Elektroautos

Außerdem entstehen auch Kostenvorteile durch staatliche Förderung:

  • Es kommen Steuervorteile auf Dich zu: E-Autos, die bis zum 31.12.2020 zugelassen wurden, sind für 10 Jahre von der Kfz-Steuer befreit.
  • Auch Prämien beim Kauf erwarten Dich, wenn Du Dich für ein Elektroauto entscheidest.
Übrigens: Wenn Du mehr über die Förderprämien von Hybrid- oder Elektroautos erfahren möchtest, musst Du nur auf vorigen Link klicken! Dadurch gelangst Du direkt zum entsprechenden Blogbeitrag.
  • Die Wartungskosten von Elektroautos fallen auch niedriger aus als bei den herkömmlichen Verbrennern.
    • Arbeiten wie der Zündkerzenwechsel oder auch der Ölwechsel fallen beispielsweise komplett weg, wodurch Du Dir ein wenig Geld sparen kannst.
  • In größeren Städten stehen Dir auch kostenlose Parkmöglichkeiten zur Verfügung, wenn Du auch ein E-Kennzeichen angebracht hast.
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Vorteile eines E-Autos? Na zum Beispiel kostenlose Parkplätze!
Gut zu wissen: Alle Infos zum Kfz-Kennzeichen findest Du in einem separaten Beitrag von uns. Mit nur einem Klick kommst Du dorthin!

So schön das alles auch klingen mag: Elektroautos bringen natürlich nicht nur Vorteile mit sich. Was die Nachteile von E-Autos sind, erfährst Du im nächsten Abschnitt!

Nachteile von E-Autos

Der wohl größte Nachteil bei Elektroautos ist die geringere Reichweite:

  • Inzwischen gibt es zwar E-Fahrzeuge, die eine Reichweite von bis zu 700 km hinter sich bringen.
  • Das sind allerdings die wenigsten: Durchschnittlich können E-Autos mit einer vollständigen Akkuladung nur eine Strecke von ca. 400 km zurücklegen.
    • Danach musst Du dann wieder an eine Ladestation.

Gut zu wissen: Da die Reichweite von der Akkuladung abhängig ist, ist sie je nach eingeschalteten Energieverbrauchern (Licht, Radio usw.) auch geringer als vom Hersteller angegeben.

Und somit ist auch schon wieder das nächste Problem aufgetreten:

  • Ladestationen für Elektroautos sind nicht so weit verbreitet wie normale Tankstellen.
    • Laut Statista gibt es in Deutschland (Stand: Januar 2022) 5.245 Ladestationen für E-Autos.
    • Das klingt zwar nach viel, aber wenn Du bedenkst, dass in Deutschland 516.518 Elektroautos zugelassen sind (Quelle: Statista; Stand: 01.10.2021), ist es doch sehr wenig.
  • Ein Verbrenner ist innerhalb von 5 bis 10 Minuten vollgetankt – E-Autos brauchen für eine komplette Akkuladung jedoch länger.
    • Bringe also etwas Zeit mit, wenn Dein Elektroauto so gut wie leer ist und aufgeladen werden muss.
    • Denn selbst mit einem Supercharger – für eine Vollladung musst Du mindestens 30 Minuten einplanen.
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Die lange Ladedauer zählt definitiv zu den Nachteilen eines Elektroautos.

Aber das sind nicht die einzigen Nachteile beim Akku eines Elektroautos. Du kennst es bestimmt, wenn Dein Smartphone bereits etwas älter ist: Nach einer Weile, lässt die Akkuleistung nach. Bei Akkus von E-Autos ist es nicht anders:

  • Nach ein paar Jahren sinkt die Reichweite noch mehr.
  • Zwar lässt sich der Akku dann austauschen, aber das ist ein teurer Spaß.
    • Der Akku eines E-Autos ist das teuerste Teil – dementsprechend musst Du bei einem nötigen Austausch auch tiefer in den Geldbeutel greifen.

Wo wir schon wieder den Themenpunkt „Kosten“ anschneiden, können wir doch auch gleich zum nächsten Aspekt kommen, der bei der Entscheidung „E-Auto oder Verbrenner“ wichtig ist – Was kostet ein E-Auto? Die Antwort auf diese Frage, erfährst Du ganz einfach, indem Du weiterliest!

Was kostet ein E-Auto im Vergleich zu gleichwertigen Verbrennern?

Diese Frage lässt sich leider nicht pauschal beantworten. Eines ist aber klar: Wenn Du ein Auto leasen oder kaufen möchtest, solltest Du nicht nur den Anschaffungspreis betrachten. Wichtig sind nämlich auch die Betriebskosten: Versicherung, Kraftstoff (im Falle vom E-Auto gehören die Strom-Kosten dazu), Reparaturen und der Wertverlust. Wir schauen uns das Ganze in Bezug auf ein Elektroauto nun etwas genauer an:

  • Im Grunde sind die Anschaffungskosten für ein E-Auto höher als bei einem Verbrenner.
    • Um die elektrische Variante allerdings attraktiver zu machen, gibt es eine Prämie.
  • Bei den Betriebskosten sieht es allerdings anders aus:
    • Der Strom zum Betanken eines Elektroautos ist momentan günstiger als die Spritpreise für einen Diesel oder Benziner.
    • Auch die Reparaturkosten fallen geringer aus, weil ein paar Reparaturen, die bei einem Auto mit Verbrennungsmotor anfallen, nicht erledigt werden müssen – die restlichen Reparaturen kosten in etwa genauso viel wie bei einem entsprechenden Verbrenner.
    • Was gleich ist, sind die Kosten für die Versicherung – diese werden von der Kfz-Versicherung genauso berechnet wie bei herkömmlichen Fahrzeugen.
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Ob sich ein E-Auto lohnt, hängt von verschiedenen Aspekten ab.
  • Die höchsten Kosten verursacht allerdings der Wertverlust des Elektroautos.
    • Der Wiederverkaufswert sinkt um einiges mehr als bei vergleichbaren Verbrennern.
    • Das liegt zum einen an den Prämien: Für viele Autokäufer ist es einfach rentabler gleich einen Neuwagen zu kaufen.
    • Auch die Technologie spielt eine große Rolle: Durch die technologische Weiterentwicklung haben neuere E-Autos mehr Reichweite und verfügen auch über eine Schnelllade-Funktion.
      • Deswegen sind gebrauchte Elektroautos auch weniger beliebt.

Grundsätzlich lässt sich also folgendes Fazit ziehen: Auf lange Sicht ist es günstiger, ein Elektroauto zu fahren – wer dann jedoch dieses wieder verkaufen möchte, muss große Abstriche machen. Aber nicht nur der wirtschaftliche Aspekt spielt beim Kauf eines E-Autos eine Rolle: Im Vordergrund steht bei den meisten der Umweltschutz. Deswegen ziehen wir im nächsten Abschnitt auch bei diesem Thema den Vergleich.

E-Auto vs. Verbrenner – Umweltbilanz

Lohnt sich ein E-Auto wirklich der Umwelt zuliebe? Immerhin sollte inzwischen jedem bewusst sein, dass die Herstellung von Akkus und Batterien ganz und gar nicht umweltfreundlich ist:

  • Zum einen werden hierbei Ressourcen benötigt, die nicht erneuerbar sind.
    • Auch das Beschaffen dieser seltenen Ressourcen erzeugt hohe Emissionen und geschieht zum Teil unter unfairen Arbeitsbedingungen.
  • Außerdem werden bei der Herstellung Unmengen an CO2 ausgestoßen.
Hast Du das gewusst? Der CO2-Ausstoß bei der Herstellung wird auch als „CO2-Rucksack“ bezeichnet. Das Leben der Elektroautos startet also schon mit hohen Emissionen. Prognosen besagen, dass dieser Rucksack erst nach 11.000 km bis 30.000 km abgebaut ist. Andere Quellen wiederum schätzen die benötigte Laufleistung auf 50.000 km bis 100.000 km. Die Unterschiede liegen höchstwahrscheinlich in der Berechnung und was alles darin mit einbezogen wurde: Wird mit Strom-Mix oder Öko-Strom gefahren? Wurde mit einbezogen, dass viele Ladestationen mit Diesel betrieben werden? Wurde die Akku-Entsorgung bzw. das Recycling mit einberechnet?
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In die Ökibilanz eines Elektroautos sollte auch die Herstellung des Akkus einfließen – hier entstehen die meisten Emissionen.

Wie Du siehst: Eindeutig kann man nun nicht sagen, wie umweltschonend ein E-Auto wirklich ist. Aber eines ist sicher: Ein Elektroauto ist also nur während des Fahrens umweltfreundlicher als ein Verbrenner – davor ist die Umweltbelastung bei der Herstellung der E-Autos viel höher. Um zumindest klimaneutral zu fahren, solltest Du auch auf den Strom selbst achten: Fährst Du mit einem Strom-Mix, entstehen auch bei dessen Gewinnung Emissionen – bei grünem Strom aus erneuerbaren Ressourcen (Solar-, Wind- und Wasser-Energie) wird hingegen gar kein CO2 an die Umwelt abgegeben. Doch lohnt sich nun ein E-Auto bzw. für wen lohnt sich ein E-Auto? Die Antwort auf diese Frage – die erfährst Du jetzt!

Für wen lohnt sich ein E-Auto?

Ob sich für Dich die Anschaffung eines E-Autos lohnt, hängt ganz von Dir ab: Wie sehr liegt Dir die Umwelt am Herzen? Bist Du eher ein Viel- oder Wenig-Fahrer? Wie lange planst Du, Dein neues Auto zu fahren? Ein E-Auto lohnt sich unter folgenden Bedingungen:

  • Ein Elektroauto lohnt sich mehr, wenn Du eher in der Stadt unterwegs bist als auf der Autobahn.
  • Zunächst solltest Du noch in Erfahrung bringen, ob auch genügend Lademöglichkeiten in Deiner Umgebung vorhanden sind.
  • Wenn Du so klimaneutral wie möglich unterwegs sein willst, solltest Du darauf achten, Öko-Strom zu tanken (oder zu Fuß gehen).
  • Planst Du Dein Auto später wieder zu verkaufen? Dann solltest Du den starken Wertverlust von E-Autos im Kopf behalten und Dich vielleicht doch lieber für einen Diesel oder Benziner entscheiden.

Nun weißt Du bestens Bescheid über die Vor- und Nachteile von Elektroautos und ebenso über die Ökobilanz und den Kostenfaktor. Doch wofür entscheidest Du Dich nun beim Autokauf? E-Auto oder Verbrenner? Oder fährst Du bereits schon mit Strom? Warum hast Du Dich so entschieden? Lass es uns doch gerne in den Kommentaren wissen – wie immer sind wir sehr neugierig!

Alex von ATP

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BELIEBTE BEITRÄGE

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Aktuelle Kommentare

  1. Gut zu wissen, dass es mittlerweile auch E-Autos gibt, die mit einer Ladung eine Reichweite von bis zu 700 km hinter sich bringen. Ich persönlich bin noch am überlegen, ob ich mir ein klimaneutrales Auto zulege. Am besten lasse ich mich bei meiner Wahl im Autohaus beraten.

    1. Hallo Maria 🙂
      Vielen Dank für Deine Nachricht!
      Die Technik der E-Mobilität wurde in den letzten Jahren weit vorangetrieben, sodass nun auch so weite Strecken zurückgelegt werden können – mit nur einer Ladung!
      Falls Du Dich dazu entscheidest, ein klimaneutrales Auto zu kaufen oder zu leasen, solltest Du Dir auch überlegen, ob Du nicht eine Wallbox installieren möchtest. So kannst Du bequem Dein Auto bei Dir zu Hause aufladen – sowohl in der Garage als auch im Carport. Dann bleibt auch nur noch eine Frage offen: Legst Du Dir ein reines E-Auto oder ein Hybrid-Fahrzeug zu?
      Erzähle uns im Nachhinein gerne, wie Du Dich entschieden hast 😉

      Beste Grüße
      Alex von ATP