1 Nov 2022 Autowissen
Eine Frau mit orangener Winterjacke hat bereits ihre Katze sicher in die Transportbox gepackt und kann nun die Katze im Auto transportieren. Die Beifahrertür steht auch bereits offen.

Katze im Auto transportieren? Aber sicher!

Ob Coco, Smokey oder Teddy – spätestens, wenn der nächste Tierarzttermin ansteht, wirst auch Du Dir die Fragen stellen: Wie und wo darf ich meine Katze im Auto transportieren? Muss ich die Katze im Auto anschnallen? Wie kann ich die Katze im Auto beruhigen? Und was tun, wenn die Katze das Auto zerkratzt? All das und vieles mehr erfährst Du in diesem Beitrag – samt Tipps und Tricks zur Beseitigung von unerwünschten Katzenspuren im Auto! Bist Du bereit? Let’s go!

Katze im Auto transportieren? Das musst Du wissen!

So süß, so klein und dennoch sehr eigenwillig und kratzig – die eigene Katze im Auto mitnehmen zu wollen, kann bisweilen zur wahren Herausforderung werden. Denn wenn Du jetzt meinst, dass Du den Katzentransport mit links schaffst, weil Du Deinen Hund im Auto transportieren kannst, müssen wir Dich leider enttäuschen. Warum? Das verraten wir Dir sofort!

Katze im Auto transportieren – ohne Box?!

Auch wenn Du hier und da lesen kannst, dass Du den Katzentransport im Auto ohne Box bewerkstelligen kannst, raten wir Dir dringend davon ab. Nicht nur, weil eine freie Katze im Auto bzw. eine nicht gesicherte Transportart bei einer Gefahrenbremsung bzw. einem Autounfall sehr schlimme Folgen für Tier und Insassen haben kann. Wer seine Katze im Auto frei lassen möchte, geht unnötige Risiken ein:

  • Läuft die Katze im Auto frei herum, kann selbst die ruhigste Autofahrt zur regelrechten Gruselfahrt mutieren.
  • Wenn die kleine Fellnase unter das Bremspedal gerät oder sich während der Fahrt nicht mehr beruhigen lässt und völlig außer Kontrolle gerät, dann wirst Du machtlos sein.

Wer ohne Box seine Katze im Auto transportieren will, braucht also eine sichere Alternative – sei es eine Tasche oder eine andere geeignete Möglichkeit. Ansonsten drohen Strafen und Bußgelder aufgrund von mangelnder Ladungssicherung – und Gefährdung des Straßenverkehrs.

Eine Katze liegt auf der Mittelkonsole eines auf der Autobahn schnell fahrenden Autos. Die Perspektive erfolgt aus dem Fahrzeuginnenraum mit Fokus auf die Katze die sichtlich erschrocken ist.
Seine Katze im Auto frei zu transportieren, ist nicht nur gefährlich, sondern auch strafbar.

Katze frei im Auto transportieren? Diese Strafen drohen!

Dein Stubentiger liebt Autofahren und macht es sich am liebsten auf Deinem Schoß oder auf der Mittelkonsole gemütlich? Vorsicht! Wenn Du Deine Katze frei im Auto mitnimmst, drohen Strafen. Denn damit verstößt Du gegen die Straßenverkehrsordnung, insbesondere gegen StVO §23, in dem nicht nur die Verwendung von Handys am Steuer, sondern auch der Tiertransport thematisiert wird:

„(1) Wer ein Fahrzeug führt, ist dafür verantwortlich, dass seine Sicht und das Gehör nicht durch die Besetzung, Tiere, die Ladung, Geräte oder den Zustand des Fahrzeugs beeinträchtigt werden. Wer ein Fahrzeug führt, hat zudem dafür zu sorgen, dass das Fahrzeug, der Zug, das Gespann sowie die Ladung und die Besetzung vorschriftsmäßig sind und dass die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs durch die Ladung oder die Besetzung nicht leidet. […]“

Und was heißt „vorschriftmäßig“? Das regelt StVO §22:

„(1) Die Ladung einschließlich Geräte zur Ladungssicherung sowie Ladeeinrichtungen sind so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können. […]“

Gut zu wissen: Auch wenn es Tierliebhabern nicht gefallen wird – Tiere werden in der StVO als „Ladung“ angesehen. Somit musst Du als Autofahrer bzw. Autofahrerin bei jedem Katzentransport die Vorschriften der Ladungssicherung einhalten. Aber Vorsicht: Das Tierschutzgesetz greift ebenfalls immer, daher darfst Du auch keine Katze im Karton verschicken.

Katze frei im Auto? Verwarnungsgeld & Co.

Wie so häufig macht es einen Unterschied, ob Du mit oder ohne Gefährdung des Straßenverkehrs gegen die StVO verstößt. Wenn Du sogar noch dadurch in einen Autounfall verwickelt wirst, steigen die Strafen dementsprechend. Lässt Du Deine Katze frei im Auto mitfahren, musst Du mit folgenden Konsequenzen rechnen:

Verstoß Verwarnungsgeld Punkt(e) in Flensburg
Katze frei im Auto – ohne Gefährdung 35 €
Katze frei im Auto – mit Gefährdung 60 € 1 Punkt
Katze frei im Auto – mit Autounfall 75 € 1 Punkt
Tipp: Du hast es sicherlich bereits erkannt – die Strafen gelten für die Mitnahme aller Tiere. Wenn Du also Deinen Hund im Auto transportieren möchtest, solltest Du auch hier für eine ausreichende Ladungssicherung sorgen. Was Du hierbei alles beachten solltest – das erfährst Du mit nur einem Klick auf den vorigen Link!
Lese-Tipp: Wo wir schon beim Thema Katzen sind – kennst Du auch schon unsere zwei Beiträge „Katze überfahren – was tun?“ und „Verfrühte Oster-Überraschung bei ATP: Vermisste Katze im Karton empfangen“?

Katze im Auto transportieren – so machst Du es richtig!

Katzen sind bekanntlich wie „Flüssigkeit“ und kommen fast überall durch. Das musst Du für die anstehende Autofahrt bedenken. Somit sind Standards des Hundetransports für Stubentiger ein absolutes No-Go. Wie kannst Du also Deine Katze sicher im Auto transportieren? Wir verraten es Dir:

Die Katze sitzt bereits in der weißen Transportbox und schaut skeptisch aus dem Gitterfenster, während sie in den Kofferraum eines roten Kleinwagens gepackt wird.
Deine Katze im Kofferraum transportieren zu wollen, ist keine sonderlich gute Idee.

Katze im Kofferraum transportieren? Lieber nicht!

Eine Katze frei im Kofferraum zu transportieren und ein Trenngitter zu verwenden ist keine Option. Aber selbst, wenn Du für den nächsten Roadtrip eine im Kofferraum sicher verstaute Box für den Katzentransport verwenden möchtest, ist das definitiv keine gute Idee. Abgesehen davon, dass die Luftqualität im geschlossenen Kofferraum nicht ausreichend sein dürfte, mit dieser Transport-Variante würdest Du Deine Katze unnötig unter Stress setzen.

Katze im Auto anschnallen? Nicht die beste Option

Es gibt tatsächlich eine Möglichkeit, Deine Katze ohne Transportbox im Auto mitzunehmen. Was Du hierfür brauchst? Ein geeignetes Katzengeschirr, das sich am Gurt ordentlich befestigen lässt. Allerdings raten wir auch hier davon ab – denn im Fall einer Vollbremsung oder eines Autounfalls hat Dein Stubentiger hier ganz schlechte Karten. Ganz abgesehen davon, dass Du nach der Autofahrt mit Kratzern und Verunreinigungen auf den Sitzen rechnen musst. Wie Du diese beseitigen kannst – dazu kommen wir gleich noch.

Eine Katze sitzt auf dem Beifahrersitz und schaut nach hinten. Sie trägt ein lilafarbenes Katzengeschirr und soll damit im Auto angeschnallt transportiert werden.
Selbst mit Geschirr ist es definitiv nicht die beste Option, eine Katze im Auto anschnallen zu wollen.

Katze im Auto sicher transportieren: Tipps

Wie gesagt: Die meisten Katzen freuen sich nicht auf den anstehenden Transport. Und das bedeutet nicht nur Widerstand, sondern auch Stress. Umso wichtiger ist es, dass Du für den Katzentransport eine Möglichkeit wählst, die selbst bei Aufregung & Co. potenzielle Gefahren auf ein Minimum reduziert:

  • Zuallererst solltest Du Dir eine für Katzen geeignete Transportbox besorgen – am besten eine Box mit geprüfter Sicherheit (GS-Siegel) und abnehmbarem Deckel, damit Du im Notfall auch von oben an den Stubentiger kommst.
  • Für kürzere Strecken sind Transportkörbe (mit Gitter) sowie Katzentransporttaschen vollkommen in Ordnung – solange Deine Samtpfote sich darin wohlfühlt und nicht ausbüxen kann.
Tipp: Bei Transporttaschen solltest Du am besten ein Modell nehmen, das nicht nur innen gemütlich ist, sondern sich auch von vorne, hinten und oben öffnen lässt. So fühlt sich Deine Fellnase freier und die Gewöhnung gestaltet sich einfacher. Hat Deine Katze eine lange Autofahrt vor sich, sind Transportboxen für alle Beteiligten am sichersten.
  • Wenn es soweit ist und Du Deine Katze im Auto transportieren möchtest, solltest Du zunächst sicherstellen, dass das Gitter der Box bzw. der Reisverschluss der Tasche richtig geschlossen ist. Fertig?
  • Dann solltest Du nun die Box oder die Tasche möglichst im Fußraum zwischen Fahrersitz bzw. Beifahrersitz und Rücksitzbank sicher verstauen.
    • Auf der Rücksitzbank ist es nicht sicher – auch bei einer angeschnallten hochwertigen Box.
    • Bei einem Autounfall kann sich nicht nur das Gitter öffnen – die Box kann (samt Katze) durch das Auto geschleudert werden.
Noch ein Tipp: Du solltest nichts überstürzen und Deine Katze auf die anstehenden Autofahrten vorbereiten. Insbesondere solltest Du Dir die Zeit nehmen, sie an die neue Transportmöglichkeit zu gewöhnen. Hierfür kann es sein, dass Du zu bestimmten Tricks greifen musst: Ob Lieblingshandtuch, einen bekannten Duft, Leckerlis, Baldrian oder Pheromon-Sprays – es gibt viele Arten, Deine Katze zu beruhigen. Dazu kannst Du bei Deinem Tierarzt nach Tipps fragen und Dich beraten lassen, welche Methode die richtige für Deinen Stubentiger ist.
Eine Katze sitzt erwartungsvoll auf der Rücksitzbank. Sie sitzt in einer lilafarbenen Transportbox mit Gitter und wartet auf den anstehenden Katzentransport.
Auf der Rücksitzbank ist der Katzentransport nicht sicher!

Diese Fehler solltest Du beim Katzentransport unbedingt vermeiden!

Nicht nur die Transportart und der Ort der Verstauung sind wichtig. Auch die herrschenden Verhältnisse im Auto solltest Du im Blick behalten. Hitze im Auto kann für Katzen sehr gefährlich werden – auch wenn Dein Stubentiger prinzipiell völlig entspannt mitfährt:

  • Lass nie die Katze alleine im Auto und sorge immer für eine ausreichende Belüftung.
  • Mit einem Klimaanlagen-Defekt und einer Katze im Auto ist gar nicht zu spaßen.
  • Ist das normale Lüften nicht mehr ausreichend, solltest Du unbedingt die Klimaanlage einschalten – auch wenn dadurch der Spritverbrauch steigt.
  • Hat die Katze eine lange Autofahrt vor sich, braucht sie – insbesondere bei Hitze im Autoausreichend Flüssigkeit.
  • Verzichte auf laute Musik und weiche lieber auf sanfte Entspannungsmusik mit niedriger Lautstärke.
  • Ist Dein Fahrzeug alarmgesichert bzw. mit Bewegungsmeldern ausgestattet, solltest Du das beim Tanken beachten, um Deiner Katze unnötigen Stress zu ersparen.

Nach dem Katzentransport Spuren beseitigen? So geht’s!

Wer seine Katze im Auto mitnehmen möchte, muss damit rechnen, dass die Samtpfote bisweilen auch Spuren hinterlässt. Sei es, weil sich die Katze im Auto freigekämpft hat und die Sitze zerkratzt hat. Sei es, weil sie vor lauter Aufregung erbrochen bzw. in die Box gemacht hat. Es kann durchaus passieren, dass Dir Deine Katze nach der langen Autofahrt unschöne Überraschungen beschert. Aber keine Sorge! Auch hierfür gibt es Lösungen, die wir Dir zum Schluss noch verraten möchten.

Unangenehme Gerüche nach Katzentransport im Auto beseitigen

War die Fahrt trotz aller Vorkehrungen zu stressig und Deine Katze konnte sich leider nicht zurückhalten? Es verbreiten sich nach dem Katzentransport nun unangenehme Gerüche im Auto? Dann versuch es mal mit verdünntem Essigreiniger – alternativ gibt es auch diverse Geruchsentfernen im Tierfachhandel.

Tipp: Du kannst immer noch einen unangenehmen Geruch feststellen? Dann ist wohl nicht Deine Katze schuld, sondern eventuell die Klimaanlage oder auch versteckter Schimmel im Auto. In diesem Fall hilft Dir ein Klimaanlagendesinfektionsmittel ungemein – wie Du die Klimaanlage desinfizieren kannst, erfährst Du in einem anderen Beitrag.
Eine Katze sitzt frei auf dem Fahrersitz und schaut mit grossen blauen Augen in Richtung Rücksitzbank. Sie hat die Krallen draussen und könnte die Sitze zerkratzen.
Lässt Du Deine Katze frei im Auto laufen, musst Du mit Kratzern & Co. rechnen.

Katzen-Kratzer & Co. entfernen

Wurden Deine Autositze in Mitleidenschaft gezogen oder wurde der Innenraum beschmutzt, solltest Du eine ordentliche Innenraumreinigung nach dem Roadtrip mit Katze einplanen. Ob Ledersitze oder einfache Polstersitze – mit dem passenden Pflegeset kannst Du die meisten Spuren beseitigen. Und so eine kleine Fahrzeugaufbereitung zwischendurch wirkt dem Wertverlust Deines Autos effektiv entgegen, oder?

Du siehst es: Der Katzentransport im Auto will geübt sein. Nun sind wir aber neugierig: Wie hast Du bislang Deine Katze im Auto transportiert? Hattest Du bereits unschöne Überraschungen? Wir freuen uns auf Deinen Kommentar!

Chris von ATP

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