16 Apr 2021 Autowissen
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Katalysator defekt? Das musst Du wissen!

Dein Auto rasselt, beschleunigt nicht mehr richtig und nach dem Neustart riecht es im Innenraum nach Abgasen? Dann kann es daran liegen, dass der Katalysator defekt ist. Aber heißt es dann auch direkt, dass der Katalysator völlig kaputt ist? Nicht unbedingt! In diesem Beitrag verraten wir Dir, was auf einen defekten Katalysator hindeutet – mit Symptomen, Ursachen und Profi-Tipps. Bist Du bereit? Na dann kann es losgehen!

Inhalt

  1. Katalysator defekt: Was bedeutet das konkret?
  2. Katalysator defekt? Symptome erkennen!
  3. Katalysator testen: So geht’s

Katalysator defekt: Was bedeutet das konkret?

Wie gesagt: Ein defekter Katalysator ist nicht unbedingt gänzlich kaputt. Und je nachdem, was Deinen Kat in seiner Abgasreinigungsfunktion beeinträchtigt, wirst Du anders handeln müssen. Im Großen und Ganzen gilt der Katalysator als defekt, wenn einer der drei folgenden Fälle zutrifft:

  • Der Monolith ist beschädigt.
  • Die Innenbeschichtung (Wash Coat) ist geschmolzen.
  • Die Innenbeschichtung ist so zugesetzt (die Waben sind dicht), dass die Abgasreinigung nicht funktionieren kann.

In den ersten beiden Fällen hat Dein Katalysator einen mechanischen Defekt erlitten. Also kommst Du um einen neuen Katalysator nicht umhin. Denn reparieren lässt sich dieses Verschleißteil leider nicht.

Unser Tipp: Wenn Dein Auto bereits älter ist, solltest Du Dich vorab fragen, ob es sich auch wirklich lohnt, den defekten Kat ersetzen zu lassen. Denn ein Katalysator-Wechsel in der Werkstatt kostet zwischen circa 600 Euro und 1000 Euro – je nach Katalysator und Arbeitsaufwand. Den Katalysator zu reinigen kostet hingegen um die 150 Euro. Jedoch raten wir von einer Katalysator-Reinigung ab: Es bringt wenig – und Du läufst Gefahr, die Innenbeschichtung zu beschädigen.
Profi-Tipp: Du hast eine Schrauberwerkstatt daheim und besitzt die nötige Profi-Erfahrung? Dann kannst Du ordentlich Geld sparen, indem Du bei uns im Shop einen günstigen hochwertigen Katalysator kaufst, den Du anschließend selbst einbaust. Du bist ein Profi, hast aber keine Hebebühne daheim? Dann ist der Gang in die Mietwerkstatt das Richtige für Dich.
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Der Kat ist defekt und der Monolith beschädigt

Auch Fehlzündungen können die Ursache für einen defekten Katalysator sein. Warum? Ganz einfach: Bei Fehlzündungen wird unverbrannter Kraftstoff in die Abgasanlage geschleust. Durch die dort herrschenden sehr hohen Temperaturen zündet der Kraftstoff im Kat und verursacht dabei eine Explosion. Das Ergebnis: Das Innere des Katalysators (der Monolith) wird zerstört. Dadurch können sich Keramik-Teile ablösen. Im schlimmsten Fall kann der Keramik-Teil auch komplett zerstört werden.

  • Je schlimmer der Katalysator-Defekt ist, desto weitreichender können die Folgen sein.
  • Zum Teil können die herumfliegenden Keramik-Teile auch die Schalldämpfer beschädigen.
    • Der Schalldämpfer-Schaden ist zwar nicht irreparabel, kostet aber dann noch mehr Geld (und Zeit).
  • Es kann auch passieren, dass die losgelösten Teile aus dem Monolith sich zu einer Kugel formen, die am Ende des Katalysators klemmt.
    • Die Abgase können nicht mehr frei ausgeschieden werden.
    • Durch den entstandenen Rückstau klettern die Temperaturen hoch.
    • Das kann zu einem Ventilbrand oder – im schlimmsten Fall – sogar zu einem irreparablen Motorschaden führen.

Die Innenbeschichtung des Katalysators ist geschmolzen

Sind Einspritzdüsen undicht, funktioniert die Zündung nicht richtig oder ist die Lambdasonde defekt, kippt irgendwann das Mischverhältnis Kraftstoff-Sauerstoff. Ist in dem Gemisch zu viel Kraftstoff vorhanden, führt das zu einer deutlichen Erhöhung der Abgastemperatur im Katalysator:

  • Setzt sich sehr viel unverbrannter Kraftstoff in den Waben fest, greift er die Innenbeschichtung an.
  • Dadurch können die Edelmetalle nicht mehr richtig funktionieren, was zu einem Abgas-Rückstau führt.
  • Der Rückstau lässt die Abgastemperaturen massiv ansteigen.
  • Dadurch kann die Innenbeschichtung sogar schmelzen – was die dort vorhandenen Edelmetalle vollständig außer Gefecht setzt.

Ist die Innenbeschichtung zerstört, kann die Abgasreinigung nicht mehr vonstattengehen. Daher ist auch in dem Fall der Katalysator irreparabel defekt.

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Katalysator-Defekt geht auf zugesetzte Innenbeschichtung zurück

Es kann sein, dass die Innenbeschichtung nur zugesetzt ist und noch etwas zu retten ist. In dem Fall ist der Katalysator nicht kaputt, sondern – mit etwas Glück – nur vorübergehend defekt. Warum? Weil kein mechanischer Defekt vorliegt und eine Kat-Reinigung eventuell Abhilfe schaffen kann.

  • Sind die Edelmetalle im Kat mit Abgasrückständen zugesetzt, können sie auch nicht mehr richtig funktionieren.
  • Die notwendigen chemischen Reaktionen finden nicht statt und die Abgase-Werte verschlechtern sich.

Sofern Du das Problem ganz am Anfang erkennst, kannst Du eventuell den Kat reinigen (lassen). Hierfür ist ein Ausbau des Katalysators notwendig. Falls der Wash Coat bereits angegriffen wurde, kommt auch jede Reinigung zu spät.

Profi-Tipp: Ob Austausch oder Reinigung: Nach dem Einbau des neuen Katalysators solltest Du die Abgaswerte messen und am besten nochmals den Fehlerspeicher auslesen lassen. Sind alle Werte wieder im grünen Bereich, solltest Du zwei Wochen später die Messungen erneut vornehmen. Nur so gehst Du auf Nummer sicher, dass nicht ein anderer Fehler Deinem Katalysator weiterhin schadet. Es könnte nämlich sein, dass ein weiterer Übeltäter im Spiel ist – und Deinen neuen Katalysator angreift.

Katalysator defekt? Symptome erkennen!

Aber woran erkennst Du überhaupt, dass der Katalysator defekt ist? Allerspätestens wenn Du aufgrund der Abgasuntersuchung durch die HU durchrasselst, wird Dir klar werden: Irgendetwas stimmt mit Deiner Abgasanlage nicht. Jedoch solltest Du es am besten erst gar nicht so weit kommen lassen. Denn: Wenn Du genauer hinschaust (oder hinhörst), wirst Du schon vorher merken, dass Dein Katalysator defekt ist. Und diese Vorboten, solltest Du auf gar keinen Fall ignorieren. Im Folgenden zeigen wir Dir, welche Symptome auf einen Katalysator-Defekt hinweisen.

Defekter Katalysator – auffälliges Start- bzw. Fahrverhalten

Du kennst Dein Auto wohl am besten. Daher solltest Du hellhörig werden, wenn Du folgende Veränderungen beobachtest:

  • Du startest das Auto und hörst Klappergeräusche.
    • Wie sich solche Geräusche anhören – das kannst Du folgendem YouTube-Video von Sebastian Klein entnehmen:

  • Dein Auto startet zwar, geht aber dann direkt auch wieder aus.
  • Der Innenraum stinkt – vor allem wenn Du das Auto nach längerer Zeit wieder startest.
  • Wenn Du beschleunigst oder wenn Du bei hoher Drehzahl fährst, können die Geräusche lauter werden.
  • Dein Wagen lässt sich nur schwach beschleunigen.
    • Der Motor wirkt „lahm“ und Du gelangst nicht in den hohen Drehzahl-Bereich.
    • Das kann darauf hinweisen, dass Dein Motor in den Notfall-Modus gegangen ist, um Schadensbegrenzung zu betreiben.
    • Ignorierst Du das Symptom, kann es auf Dauer Deinem Motor langfristig schaden.
  • Das Auto verbraucht viel mehr Sprit als sonst.
    • Auch hier kann ein defekter Katalysator die Ursache sein.
  • Die Motor-Kontrollleuchte leuchtet auf.
    • Das ist eine deutliche Botschaft: Etwas stimmt mit der Abgasanlage nicht.
Profi-Tipp: Leuchtet die Kontrollleuchte auf, solltest Du das auf gar keinen Fall ignorieren – und schleunigst eine Werkstatt aufsuchen, wenn Du Dich nicht selbst direkt auf Fehlerbehebung begeben kannst. Im Falle eines Katalysator-Defekts ist Weiterfahren auch keine Option. Denn damit schadest Du willentlich der Umwelt – was sehr teuer werden kann. Und Ausreden sind auch nicht drin: Der Fehlerspeicher wird Dich verraten. Denn in modernen Fahrzeugen lässt sich dort ablesen, wie lange Du noch mit kaputtem Kat weitergefahren bist.
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Katalysator defekt: Anzeichen am Verschleißteil

Du hast den Verdacht, dass Dein Kat defekt sein könnte und möchtest der Sache genauer auf den Grund gehen? Ob in Deiner Schrauberwerkstatt oder in einer Mietwerkstatt: Wenn folgende Symptome auftreten, dann ist Dein Katalysator womöglich kaputt:

  • Wenn Du auf den Katalysator klopfst, rasselt bzw. klappert es im Inneren.
    • Das ist kein gutes Zeichen und deutet auf abgelöste Keramik-Teile hin.
    • In dem Fall kannst Du davon ausgehen, dass der Kat kaputt ist.
  • Das Gehäuse des Katalysators weist sichtbare Schäden (Risse, Verformungen oder Ähnliches) auf.
Profi-Tipp: Wenn Du den Kat genauer unter die Lupe nehmen möchtest, dann solltest Du Dir unbedingt ein Endoskop besorgen. Mit diesen Kamera-Sonden kannst Du auch die dunkelsten Ecken beleuchten und den Kat auf sichtbare Defekte untersuchen.

Katalysator testen: So geht’s

Ob der Katalysator defekt oder gar kaputt ist, das kannst Du testen bzw. testen lassen. Treten obige Symptome auf, solltest Du die genauere Ursache für die auftretenden Probleme herausfinden. Ist der Kat für die Wehwehchen verantwortlich, lässt sich das unschwer feststellen – ob in der Fachwerkstatt oder in der eigenen Schraubergarage:

  • Zuallererst solltest Du den Fehlerspeicher auslesen.
    • Erscheint die Fehlermeldung „Katalysatorwirkungsgrad unter Minimum“, ist der Katalysator defekt.
  • Um Genaueres zu erfahren, geht es nun an die Testung am Abgastester.
    • Für die Testung lässt man den Wagen zunächst im Leerlauf laufen, während die Emissionen gemessen werden.
    • Anschließend beschleunigst Du den Wagen auf 2500–2800 Umdrehungen pro Minute, um zu schauen, ob sich die Werte einpendeln.
  • Sind die Werte auffällig, dann stimmt etwas mit dem Katalysator nicht.
Gut zu wissen: Funktioniert der Katalysator richtig, dann sollten die Abgase, die den Reinigungsprozess hinter sich haben, im Leerlauf einen Kohlenstoffmonoxid-Wert unter 0,5 haben. Bei hoher Drehzahl sollte er sogar auf 0,3 sinken. Ist dieser Wert höher, kannst Du davon ausgehen, dass Dein Katalysator defekt ist.

Nun bist Du aber an der Reihe: Hattest Du schon mal Probleme mit einem defekten Katalysator? Wenn ja, woran hast Du gemerkt, dass etwas mit dem Kat nicht stimmte? Weißt Du noch, was die eigentliche Ursache für den Defekt war? Wir sind gespannt auf Deinen Kommentar!

Chris von ATP

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BELIEBTE BEITRÄGE

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Aktuelle Kommentare

  1. Hallo zusammen,
    Ich habe eine Frage: Mein hyundai i20 ist 4.5 Jahre alt und hat 41000 km… Jetzt ist der Kat kaputt und ich soll 2100 Euro zahlen. Die Ursache warum er kaputt ist, konnte mir keiner beantworten. Ich hätte dann ein Jahr Garantie drauf… Ich frage mich nur, wenn die Ursache nicht bekannt ist, dann kann ja mein neuer Kat wieder kaputt gehen (am selben nicht bekannten Grund wie jetzt). Macht es Sinn das Auto dann auf gut Glück weiter zu fahren oder nach der Reparatur schnellstmöglichst zu verkaufen?? Über antworten wäre ichh sehr dankbar ☺️

    1. Guten Morgen Vanessa 😊
      Vielen Dank für Deine Nachricht! Du hast vollkommen Recht: Es muss eine Ursache geben, die herausgefunden werden sollte. Hattest Du in der Vergangenheit schon mal Probleme mit der Zündanlage bzw. Kraftstoffanlage oder mit der Lambdaregelung?
      Viele Grüße
      Brian von ATP

  2. Wie bei Ulli ist bei mir auch das Problem, dass Lanica/Fiat/Mopar weder in Deutschland/Italien/USA einen passenden Kat liefern können und auch keine genauen Lieferdaten mitteilen können/wollen. Er wird ausschließlich in Mexiko produziert. Andere Hersteller gibt es nach meiner Kenntnis nicht. Allmählich nähert sich der TÜV-Termin und ich werde unruhig. Die Lebensdauer des Kats ist mit 180 Tsd Kilometern wohl erreicht und ich frage mich inzwischen sogar, ob zur Not eine Katreinigung zumindest für eine Überbrückungszeit Abhilfe schaffen kann.

    1. Guten Abend Udo,

      vielen Dank für Deinen Kommentar! Wie gesagt: In unseren Augen ist eine Kat-Reinigung wenig zielführend, da es höchstens nur vorübergehend Abhilfe schaffen kann. Außerdem kannst Du mit der Reinigung die Innenbeschichtung (und somit die Edelmetalle, die für eine funktionierende Abgasreinigung ja zentral sind) schädigen. Um welchen Fiat bzw. Lancia geht es? Um Dir weiterzuhelfen, bräuchten wir noch Deine Fahrzeugdaten. Wenn Du den Fahrzeugselektor verwendest und Deine vollständigen Fahrzeugdaten dort eingibst, wirst Du vielleicht bei uns im Shop fündig und kannst Dir noch vor dem anstehenden TÜV-Termin einen neuen Katalysator kaufen. Wenn Du noch Fragen hast bzw. unsere Unterstützung brauchst, hinterlasse uns gerne einen weiteren Kommentar mit genaueren Angaben.

      Viele Grüße
      Chris von ATP

  3. Bei mir war kein Klappern und kein stinken oder ähnliche Symptome nur ein Leistungsverlust ab 3500 Upm beim hochdrehen gab es zwischendurch immer wieder einen plötzlichen Leistungseinsatz, es fehlen ca. 40% Motorleistung er drehte aber tapfer bis 6400 Upm hoch mit oder ohne Lamdasonde beim aufschneiden des Kat‘s war der vordere Monolit auf der Rückseite komplett verschmolzen der hintere sah aus wie auf ihrem Foto also auch komplett defekt. Das größte Problem war das es keine neuen Kat‘s mehr gibt.

    1. Guten Morgen Ulli,

      vielen Dank für Deinen Kommentar! Das hört sich ja übel an. Für welches Modell hast Du keinen Kat gefunden? Wenn Du mir kurz Deine vollständigen Fahrzeugdaten schickst, helfe ich Dir gerne weiter 😉

      Viele Grüße
      Chris von ATP

    1. Vielen Dank für das positive Feedback 🙂 Es freut mich, dass ich Dir weiterhelfen konnte!

      Sonnige Grüße

      Chris von ATP