18 Jun 2021 Autowissen
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Den Hund im Auto transportieren? So machst Du es richtig!

Ob zum Tierarzt, zu Freunden oder auch zur täglichen Gassi-Runde – viele Hundebesitzer müssen regelmäßig ihren Hund im Auto transportieren. Dabei gibt es allerdings vieles zu beachten: Wir erzählen Dir alles über die Rechtslage und zählen Dir verschiedene Möglichkeiten auf, wie Du Deinen Hund im Auto transportieren kannst – und zwar sicher! Also Lies’ weiter und erfahre mehr!

Inhalt:

  1. Hund im Auto transportieren – Das ist die Rechtslage
  2. So kannst Du deinen Hund im Auto transportieren – aber sicher!
  3. Tipps und Tricks zum Autofahren mit Hund

Hund im Auto transportieren – Das ist die Rechtslage

Wenn Du Deinen Hund beim Autofahren nicht richtig sicherst, kann es zu großen Gefahren für Dich und Deinen Vierbeiner kommen. Und das sieht auch die Straßenverkehrsordnung so:

  • Aus verkehrsrechtlicher Sicht wird ein Hund während der Autofahrt als Ladung angesehen.
  • Wie Du durch die Fahrschule bereits weißt, muss Ladung laut §22 und §23 StVO ausreichend gesichert werden.
    • Das heißt: Die Verkehrssicherheit darf zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt werden – Ladung darf also nicht im Auto herumgeschleudert werden.
    • Sicherlich willst Du aber auch nicht, dass es für Dich oder Deinen Hund zu Verletzungen kommt.

Hund im Auto falsch transportiert? Diese Strafen drohen!

Wenn Du also bei unzureichender Sicherung der Ladung oder Deiner Tiere erwischt wirst, drohen Dir Strafen:

  • Kein ausreichendes Sichern: 35 € Bußgeld
  • Unzureichende Sicherung mit Gefährdung: 60 € Bußgeld und 1 Punkt in Flensburg
  • Unzureichende Sicherung mit Sachbeschädigung: 75 € Bußgeld und 1 Punkt in Flensburg
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Bestimmte Dinge sind beim Hundetransport im Auto absolut tabu. Welche das sind – das verraten wir Dir jetzt!

Das ist beim Hund im Auto Transportieren nicht erlaubt!

Wenn Du Deinen Hund im Auto transportieren willst, solltest Du unbedingt Folgendes beachten – ansonsten drohen Strafen und Unfälle:

  • Der Hund darf sich nicht frei im Auto bewegen können.
    • Das führt nämlich zu Ablenkungen und dadurch wird die Verkehrssicherheit stark eingeschränkt.
  • Nimm Deinen Hund nicht auf dem Beifahrersitz mit.
    • Auch dadurch wirst Du beim Autofahren leichter abgelenkt.
    • Bei großen Hunden ist außerdem Deine Sicht eingeschränkt.
  • Auch im Fußraum dürfen die Vierbeiner nicht transportiert werden.
    • Hier kannst Du Deinen Hund nämlich nicht ausreichend sichern.
    • Außerdem kann es sein, dass er von hier aus auch auf den Beifahrersitz springt.
Wusstest Du schon? Wenn man von einem Frontalunfall mit 72 km/h und einem Hundegewicht von 23 kg ausgeht, entsteht eine Beschleunigungsmasse von 1.800 kg. Das kann lebensgefährlich für Deinen Hund, aber auch für Dich werden.
 
 

 

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Aber, wenn das alles nicht erlaubt ist – wie sichert man denn den Hund im Auto richtig? Genau das erklären wir Dir jetzt!

So kannst Du Deinen Hund im Auto transportieren – und zwar sicher!

Nur weil beim Hundetransport im Auto einiges nicht erlaubt ist, heißt es lange nicht, dass es komplett verboten ist. Wenn Du mit Deinem Hund unterwegs bist, gibt es mehrere Möglichkeiten, die Reise so sicher wie möglich zu gestalten:

Hundetransport – Rückbank durch Transportboxen hundesicher gestalten

Du weißt jetzt, dass es aufgrund der eingeschränkten Verkehrssicherheit nicht erlaubt ist, Deinen Hund auf den vorderen Sitzen mitzunehmen. Anders sieht es mit der Rückbank aus:

  • Mit ausreichender Sicherung kannst Du Deinen Hund ohne Probleme auf dem Rücksitz transportieren.

Beispiele für solche Sicherungsmöglichkeiten zählen wir Dir jetzt auf – Bereit? Los geht’s!

  • Zum einen gibt es kleine Transportboxen für kleinere Hunderassen:
  • Diese Varianten sind meistens aus stabilem Kunststoff hergestellt.
  • Sie können problemlos mit einem Gurt auf den Rücksitzen gesichert werden.
    • Hierbei musst Du bitte darauf achten, dass Die Box nicht verrutschen kann!
    • Zu klein darf die Transportbox allerdings nicht sein: Der Hund braucht immer noch genug Platz, um sich hinlegen zu können.
    • Die Box darf aber auch nicht zu groß sein – so ist nämlich das Verletzungsrisiko für Deinen kleinen Vierbeiner erhöht, weil er bei einem Aufprall oder starken Ausweichmanöver innerhalb der Box herumgeschleudert werden kann.
  • Die Transportbox im Fußraum hinter den vorderen Sitzen zu platzieren ist nicht sinnvoll.
    • Bei einem schweren Unfall können Tiere nämlich trotz des Schutzes der Box zerdrückt werden.
Übrigens: Als Alternative gibt es noch sogenannte Softtaschen – diese müssen korrekt eingebaut und mit dem Isofix-System befestigt werden, um das Verletzungsrisiko bei einem Unfall zu reduzieren.

Variante 2: Hunde im Autositz auf der Rückbank mitnehmen

Neben kleinen Transportboxen gibt es auch noch Autositze für Hunde als mögliche Sicherung. Und wir zeigen Dir, was Du hierbei beachten solltest:

  • Hunde-Autositze sind stabile Sitzmöglichkeiten für kleine bis mittelgroße Hunde
  • Sie werden mit einem Gurt-System oder einer Isofix-Halterung an den Rücksitzen gesichert.
    • Zusätzlich solltest Du Deinen Hund allerdings nochmals innerhalb des Autositzes durch ein geeignetes Brustgeschirr und einen Gurt
    • Stelle diesen Gurt so ein, dass Dein Hund nicht von seinem Sitz runterspringen kann.
Gut zu wissen: Autositze verhindern, dass Dein Hund bei starkem Bremsen oder einem Ausweichmanöver durch das Auto geschleudert wird.
 
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Tipp: Diese Hunde-Autositze können zusätzlich auch noch als Schlafplatz zuhause oder auch als Tragekorb dienen. Praktisch, oder?

Mit Hunde-Sicherheitsgurten für den richtigen Halt sorgen

Nun verraten wir Dir noch die Sicherungsmöglichkeit Nummer 3: Sicherheitsgurte für den Hund. In dem Fall solltest Du Folgendes beachten:

  • Wie für jede Beförderung außerhalb einer Transportbox brauchst Du ein spezielles Geschirr zum Autofahren.
    • Das sollte über vollvernähte Ösen und stabile Haken (zum Beispiel aus Aluminium oder Stahl) verfügen.
    • Außerdem sollte der Gurt perfekt passen – es darf weder zu locker noch zu eng sein.
    • Dein Hund darf nicht aus dem Geschirr rausrutschen, letzteres sollte ihn aber auch nicht strangulieren.
Wichtig: Du solltest auf keinen Fall Halsbänder benutzen! Warum? Ganz einfach: Bei einem Aufprall oder starkem Bremsen könnten so schwere Verletzung im Halsbereich entstehen.
  • Die Gurte werden meistens im bereits vorhandenen Gurt-System Deines Autos befestigt.
    • Du musst also Dein Auto nicht extra umrüsten, um Deinen Hund anzuschnallen.
    • Außerdem ist es ratsam, eine Ausführung mit doppelter Befestigung zu benutzen – das bietet nochmal extra Sicherheit für Dich und den Vierbeiner.
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Profi-Tipp: Um die Sitze vor Tierhaaren und Krallenspuren zu schützen, kannst Du eine Autoschondecke oder für den Kofferraum eine spezielle Kofferraumschutzmatte besorgen. Zusätzlich können diese auch noch an den Frontsitzen befestigt werden. Dadurch kann Dein Hund auf keinen Fall unangekündigt in den vorderen Bereich des Autos gelangen.

Soviel zu den verschiedenen Möglichkeiten, Deinen Hund auf der Rückbank zu transportieren. Aber Du musst Deinen Hund natürlich nicht unbedingt auf der Rückbank mitnehmen – das geht auch im Kofferraum! Und wie Du den Vierbeiner dort richtig sichern kannst – das zeigen wir Dir jetzt!

Hunde-Transportbox: Autofahren mit dem Hund im Kofferraum

Kleine Hunde kannst Du problemlos auf dem Rücksitz mitnehmen. Aber bei großen Hunden wird es doch ein wenig eng – und hier kommt der Kofferraum ins Spiel!

  • Um Deinen Hund im Kofferraum zu befördern, nimmst Du am besten eine Hundetransportbox.
    • Diese muss groß genug sein, damit Dein Vierbeiner sich noch hinlegen kann – aber er darf nicht genügend Platz zum Herumwandern haben.
  • Es gibt Transportboxen aus härterem Kunststoff oder Metall.
    • Die Metallboxen sind die stabilere Variante – hiermit wäre Dein Hund im schlimmsten Fall bestens geschützt.
  • Achte beim Einbau darauf, dass die Box gut gesichert ist – wenn sie nicht sowieso schon so groß wie der Kofferraum selbst ist.
    • Die Box darf im Kofferraum nicht verrutschen.
    • Es gibt auch Modelle, die im Kofferraum festgeschraubt werden, um ein Verrutschen zu vermeiden.
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Tipp: Um bei einem Unfall das Schlimmste zu vermeiden, solltest Du zusätzlich noch ein Hunde-/Laderaumschutzgitter montieren. Dadurch kann die Transportbox nicht nach vorne geschleudert werden – bei älteren Fahrzeugmodellen sind die Rückbänke oft auch nicht stabil genug, um eine große Box abzufedern.

Da Du jetzt weißt, wie Du Deinen Hund im Auto gut absichern kannst, wird es jetzt an der Zeit herauszufinden, wie Du ihn an das Autofahren gewöhnen kannst. Wir haben für Dich verschiedene Tipps und Tricks zusammengestellt. Let’s go!

Tipps und Tricks zum Autofahren mit Hund

Viele Hunde mögen das Autofahren nicht unbedingt und sind total verängstigt, aber die gute Nachricht ist: Dem kannst Du entgegenwirken – also lies’ weiter und erfahre wie!

Gut zu wissen: Nicht jeder Hund mag Transportboxen oder Gurte – Hier hilft leider nur Rumprobieren. Finde heraus, was Deinem Hund am liebsten ist, um ihm das Autofahren so angenehm wie möglich zu gestalten.

Autofahren mit Hund: Eingewöhnungszeit einplanen!

Sehr wichtig ist, dass Du Deinem Vierbeiner genügend Eingewöhnungszeit gibst.

  • Wenn also eine längere Fahrt ansteht – in den Urlaub zum Beispiel – solltest Du schon ein paar Tage (oder besser noch Wochen) vorher anfangen, mit dem Hund kleinere Strecken zu fahren.
Profi-Tipp: Wo wir schon beim Thema „Urlaub“ sind – die Einreisebestimmungen für Tiere sind in jedem Land unterschiedlich. Prüfe also vorab schon zusätzlich zu deinem gewohnten Urlaubscheck, worauf Du beim Einreisen in bestimmte Länder mit Deinem Hund noch achten solltest.
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  • Bei Gurten sollte sich anfangs noch eine weitere vertraute Person neben Deinen Hund
    • Dadurch gewinnt er Vertrauen und die Autofahrt wird angenehmer.
    • Außerdem kann diese Person überprüfen, ob der Gurt einschneidet oder auch zu locker sitzt.
  • Eine Transportbox kannst Du auch zu Hause schon als Schlafplatz anbieten – damit Dein Hund sich dort in Ruhe daran gewöhnen kann.
    • Du kannst hier auch eine Decke von Deinem Vierbeiner reinlegen oder ein T-Shirt von Dir, damit die Box vertraut riecht.

Eine angenehme Autofahrt mit dem Hund: So klappt’s!

  • Nimm am besten seine Lieblingsleckerlis mit und eines seiner Spielzeuge
    • Das schafft Vertrautheit und es ist einfacher, Deinen Hund an das Autofahren zu gewöhnen.
  • Für eine angenehme Autofahrt solltest Du auch mehrere Pausen
    • Das tut nicht nur Dir gut, sondern auch Deinem Hund: Während den Pausen hat er die Chance, ein wenig Auslauf zu bekommen.
    • Stelle außerdem sicher, dass er währenddessen genug trinkt – das ist vor allem im Sommer bei hohen Temperaturen wichtig.
      • Dafür gibt es extra Hundetrinkflaschen, die Du überall mitnehmen kannst.
Gut zu wissen: Je heißer es draußen ist, umso höher steigt auch die Hitze im Auto. Bei angenehmen 22°C Außentemperatur, erreicht die Temperatur im Auto nach einer Stunde bereits 48°C! Deshalb dürfen Tiere und Kinder ab 20°C im Schatten nicht im Auto zurückgelassen werden – auch nicht bei geöffnetem Fenster. Der Temperaturanstieg kann nämlich sehr schnell lebensbedrohlich werden!
 
 

 

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Jetzt weißt Du, worauf Du beim Hundetransport mit dem Auto achten musst – Wie sieht es denn mit Dir aus? Bist Du oft mit Deinem Hund unterwegs? Hast Du vielleicht sogar noch mehr Tipps? Wir sind gespannt auf Deinen Kommentar!

Alex von ATP

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