8 Nov 2021 Do It Yourself
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Glüh- & Zündkerzen wechseln: So geht’s!

Der Motor ruckelt, die Zündung stockt? Klingt fast so als müsstest Du die Glüh- bzw. Zündkerzen wechseln! Welche Symptome noch hinter einem Defekt stecken und auch wie Du die Kerzen selbst tauschen kannst – das, und vieles mehr, erfährst Du natürlich von uns. Bereit? Let’s go!

Wann Du die Zündkerzen wechseln solltest

Die Zündkerzen sorgen dafür, dass der Verbrennungsprozess in Ottomotoren durch Funkenbildung gestartet wird. Durch die Hitze, der sie ausgesetzt sind, verschleißen sie auch dementsprechend. Deswegen müssen sie regelmäßig gewechselt werden – am besten schon bevor sie defekt sind. Wann Du die Zündkerzen wechseln solltest? Das verraten wir Dir sofort:

  • Wie die meisten Verschleißteile haben auch Zündkerzen ein empfohlenes Wechselintervall.
    • Dieses kannst Du dem Fahrzeughandbuch entnehmen.
  • Je nach Qualität haben Zündkerzen im Durchschnitt eine Laufleistung von ca. 30.000 bis 60.000 km.
  • Inzwischen gibt es aber sogar auch welche, die bis zu 100.000 km aushalten.

Es kann aber auch passieren, dass die Zündkerzen schon früher den Geist aufgeben. Woran Du das erkennst, erfährst Du jetzt:

Zündkerzen-Defekt: Symptome

Du kannst an verschiedenen Anzeichen erkennen, ob ein Defekt an einer (oder mehreren) Zündkerzen vorliegt:

  • Wenn eine Zündkerze nicht mehr funktioniert, läuft der betroffene Zylinder nicht mehr mit.
  • Dadurch fängt Dein Auto an, während der Fahrt zu ruckeln.
  • Auf Dauer kann der Motor Deines Fahrzeugs dann nicht mehr die volle Leistung erbringen.
  • Außerdem erhöht sich auch der Kraftstoffverbrauch, da das Benzin nicht mehr vollständig verbrannt werden kann.
Gut zu wissen: Im Motor ist pro Zylinder eine Zündkerze verbaut (bei sehr leistungsstarken Motoren sind es sogar zwei – auch „Twin Spark“ genannt). Wenn also eine Zündkerze ausfällt, funktioniert der ganze Zylinder nicht mehr. Zum Beispiel wird in dem Fall ein 4-Zylinder statt mit allen 4, nur noch mit 3 Zylindern fahren – je kleiner der Motor, desto größer ist also der Leistungsabfall.
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Zündkerze defekt – so sieht sie dann aus.

Dein Auto zeigt eines oder sogar mehrere dieser Anzeichen? Keine Sorge! Wir erklären Dir nämlich als Nächstes, wie Du die Zündkerzen wechseln kannst. Bist Du bereit? Dann legen wir doch gleich los!

Zündkerzen wechseln: Anleitung

Bevor Du direkt mit dem Wechsel loslegst, solltest Du Folgendes wissen: Zündkerzen sind sehr empfindlich und falls Du etwas falsch machst, kann es im schlimmsten Fall sogar zu einem Motorschaden kommen. Deswegen raten wir Dir wie immer: Falls Du Dir diese Reparatur nicht selbst zutraust, wende Dich lieber an eine Fachwerkstatt. Du hast genügend Know-how und Fingerspitzengefühl? Dann heißt es: Ran an die Arbeit und Zündkerzen wechseln!

Das brauchst Du zum Zündkerzen-Wechseln

Den Zündkerzen-Wechsel kannst Du nicht mit bloßen Händen durchführen. Was Du alles dafür benötigst, zählen wir Dir jetzt auf:

Profi-Tipp: Nicht jeder Zündkerzenschlüssel passt zu jeder Zündkerze. Stelle im Vorfeld sicher, dass Du auch für Dein Auto passende Produkte hast.
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Die Grundausrüstung für den Zündkerzen-Wechsel
Gut zu wissen: Wenn schon eine Zündkerze versagt hat, ist es sehr wahrscheinlich, dass auch die anderen an ihrer Grenze sind. Deswegen solltest Du immer gleich alle gleichzeitig tauschen.

Hast Du nun alles bereitgelegt, was Du zum Zündkerzen-Wechseln brauchst? Dann können wir jetzt anfangen:

Zündkerzen wechseln – Vorbereitungen

Eines ist sicher: Du findest die Zündkerzen in den Zylindern des Motors. Sie können aber je nach Fahrzeug auch mehr oder weniger schwer zu erreichen sein. Teilweise siehst Du die Zündkerzen bzw. die Zündkerzenstecker sofort, aber bei neueren Autos musst Du erst die Motorabdeckung und eventuell auch andere Teile entfernen. Dann sind meist auch erst die Zündspulen zu sehen (die Zündkerzen sitzen darunter).

Wichtig: Bevor Du die Zündkerzen wechselst, musst Du den Motor vollständig abkühlen lassen. Wenn Du nämlich die neuen Zündkerzen in einen warmen Motor einbaust, setzen sie sich wegen des Temperaturunterschieds in der Halterung fest – dadurch können sie und auch der Motor beschädigt werden.

Du hast die Zündkerzen jetzt ausfindig gemacht? Sehr gut! Aber bevor Du mit dem Wechsel beginnst, muss unbedingt die Zündung ausgeschaltet sein! – ansonsten drohen schwere Verletzungen.

Noch eine wichtige Info vorab: Personen, die Probleme mit dem Herzen oder sogar einen Herzschrittmacher haben, sollten auf gar keinen Fall an der Zündanlage werkeln – das wäre lebensgefährlich. Auch für gesunde Personen ist die Arbeit an der Motor-Elektrik gefährlich. Falls trotz aller Vorsicht etwas passiert, solltest Du wissen, wie Du die Herzdruckmassage anwendest – und das erfährst Du mit nur einem Klick!

Zündkerzen wechseln – Schritt 1

Also: Ist der Motor abgekühlt? Die Zündung ausgeschaltet und der Masse-Pol abgeklemmt? Perfekt! Dann können wir jetzt tatsächlich mit dem Zündkerzen-Wechsel loslegen:

  • Je nach Fahrzeug entfernst Du erstmal die Motorabdeckung.
  • Danach kannst Du die Zündkerzen-Stecker abnehmen.

Wichtig: Die Zündkerzen-Stecker sind bestimmten Zylindern fest zugeordnet. Wenn Du also nicht anhand der Kabellänge oder der Beschriftung an den Kabeln ausmachen kannst, welcher Stecker zu welchem Zylinder gehört: Beschrifte unbedingt die Stecker vorher – so kommst Du auf jeden Fall nicht durcheinander.

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Um die Zündkerzen zu wechseln, musst Du die Stecker zuerst entfernen.

Nun solltest Du auch schon die Zündkerzen sehen können. Bevor Du sie ausbaust, musst Du allerdings erst sicherstellen, dass kein Schmutz in den Motorraum kommt:

  • Reinige den Zylinder mit Druckluft oder dem Pinsel, den Du Dir zurechtgelegt hattest.
  • Überspringe diesen Zwischenschritt auf gar keinen Fall!
    • Kommt Schmutz in den Motor, droht ein Motorschaden!

Sobald Du die Zündkerzen-Stecker abgenommen, und den Zylinder gereinigt hast, können die Zündkerzen auch schon raus! Wir erklären Dir natürlich auch, wie das funktioniert.

Zündkerzen wechseln – Schritt 2

Um die Zündkerzen aus der Halterung zu bekommen, musst Du sie vorsichtig mit dem Zündkerzenschlüssel herausdrehen.

  • Zum einen solltest Du hier mit großer Vorsicht arbeiten, damit das Gewinde nicht beschädigt wird.
  • Außerdem darf die Zündkerze nicht abbrechen – so können nämlich Teile in den Motor gelangen und das kann wiederum (wer hätte es gedacht) zum Motorschaden führen.
Profi-Tipp: Lässt sich die Zündkerze nur schwer lösen, kann auch ein Föhn dabei helfen! Die warme Luft dehnt das Metall um die Zündkerze herum ein wenig aus – so kannst Du sie leichter rausschrauben.

Wenn Du die Zündkerze nun unbeschädigt aus dem Zylinder geholt hast, solltest Du noch das Gewinde von Verschmutzungen befreien. Dazu nimmst Du am besten einen sauberen Lappen. Anschließend machen wir uns auch gleich an das Einsetzen der neuen Zündkerzen! Bist Du bereit? Let’s go!

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Mit einem Zündkerzenschlüssel geht der Wechsel kinderleicht.

Zündkerzen wechseln – Schritt 3

Drehe die Zündkerze zuerst mit der Hand ein wenig fest – so kannst Du besser erfühlen, ob das Gewinde auch richtig greift. Danach ziehst Du sie mithilfe des Drehmomentschlüssels mit dem richtigen Anzugsmoment fest.

Gut zu wissen: Das richtige Anzugsdrehmoment erfährst Du entweder von der Verpackung der Zündkerzen oder im Fahrzeughandbuch.
  • Zuletzt musst Du nur noch die Zündspulen bzw. -stecker und die Motorabdeckung wieder anbringen.

Wechsel-Anleitungen sind durch Videos meist besser verständlich, oder? Deswegen haben wir natürlich auch wieder eins für Dich parat: Ein Profi zeigt Dir, wie die Zündkerzen an einem Golf 5 GTI gewechselt werden – gar nicht mal so einfach. Schau doch selbst mal rein!

Wenn Du keinen Benziner, sondern einen Diesel hast, fragst Du Dich bestimmt, wie sich das Ganze mit Glühkerzen verhält. Als Nächstes erklären wir Dir, was überhaupt der Unterschied zwischen Glüh- und Zündkerzen ist. Lies’ weiter und erfahre mehr!

Der Unterschied zwischen Glühkerzen und Zündkerzen

Ob Du Glüh- oder Zündkerzen in Deinem Fahrzeug verbaut hast, hängt davon ab, ob Du einen Diesel oder Benziner fährst. Anders als Zündkerzen haben Glühkerzen kein Wechsel-Intervall, da sie nur beim Startvorgang beansprucht werden und so nicht mit der Laufleistung zusammenhängen. Warum? Darum:

  • Diesel-Kraftstoff ist schwerer entzündbar als Benzin.
    • Hier reicht kein Funke, um den Verbrennungsvorgang im Motor zu starten.
  • Glühkerzen unterstützen also nur den Startvorgang und glühen noch ca. 3 Minuten danach, um die Betriebstemperatur zu erreichen.
  • Da Glühkerzen kein vorgeschriebenes Wechsel-Intervall haben, musst Du sie also erst bei einem vorliegenden Defekt wechseln.

Du musst Dich aber nicht nur auf ein Lämpchen im Cockpit Deines Autos verlassen. Eine defekte Glühkerze verursacht auch verschiedene Symptome.

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Die Vorglühlampe im Cockpit ist an? Du solltest die Glühkerzen prüfen!

Glühkerze defekt – Symptome

Ob eine Glühkerze defekt ist, erkennst Du an den folgenden Anzeichen:

  • Es kommt zu Startproblemen (vor allem im Winter), was häufig mit einer defekten Autobatterie verwechselt wird.
    • Dazu zählt ein ruckelnder oder ungewöhnlich langer Startvorgang des Fahrzeugs.
    • Oft sind auch mehrere Startversuche nötig, um den Motor zum Laufen zu bringen.
  • Außerdem kannst Du auch vermehrt schwarzen Qualm und Ruß aus dem Auspuff feststellen.

Um sicherzugehen, dass die Probleme wirklich an einer defekten Glühkerze liegen, kannst Du diese auch prüfen. Wie das geht? Dazu kommen wir jetzt! Lies’ einfach weiter und erfahre mehr!

Defekte Glühkerze vor dem Wechseln prüfen

Eine Glühkerze lässt sich relativ einfach auf einen Defekt testen. Wie? Mit einem Multimeter. Das genaue Vorgehen dabei erklären wir Dir natürlich auch:

  • Zuallererst solltest Du Dein Auto gegen Wegrollen sichern und den Motor ausschalten!
  • Nachdem Du die Glühkerzen im Motorraum lokalisiert hast (z. B. mithilfe des Fahrzeughandbuchs), legst Du sie frei.
    • Entferne dafür die jeweiligen Stecker oder Kappen.
    • Hierbei kannst Du diese auch gleich auf Rost, Dreck usw. prüfen und gegebenenfalls reinigen – meist sind damit die Probleme auch schon behoben.
  • Bevor Du nun mit der Messung beginnst, solltest Du das Multimeter auf Widerstand (Ohm) einstellen.
  • Nun schließt Du das Minus-Kabel an einen Masse-Punkt im Motor an – wo sich so einer befindet, kannst Du dem Fahrzeughandbuch entnehmen.
  • Danach kannst Du die Klemmen des Multimeters direkt an den Glühkerzen anbringen.
  • Messe zuletzt nun die Werte aller Glühkerzen – so kannst Du die Mess-Ergebnisse nämlich miteinander vergleichen.
  • Erkennst Du nun an einer Glühkerze einen ungewöhnlich hohen Widerstandwert, solltest Du diese austauschen.
Profi-Tipp: Neue Glühkerzen kosten nicht die Welt – wir empfehlen Dir daher, alle Glühkerzen gleichzeitig auszuwechseln. So musst Du die Arbeit nicht so schnell wieder erledigen.
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Es empfiehlt sich alle Glühkerzen gleichzeitig zu tauschen.

Wenn die Startprobleme von einer defekten Glühkerze verursacht werden, ist der nächste Schritt wohl klar: Du musst die Glühkerzen wechseln. Sind aber alle Glühkerzen intakt, muss die Ursache gefunden werden. Dafür solltest Du am besten eine Fachwerkstatt aufsuchen. Wie Du allerdings die Glühkerzen selbst wechseln kannst, erklären wir Dir als Nächstes!

Glühkerzen wechseln: So geht’s!

Wie auch zum Zündkerzen-Wechseln, solltest Du zum Austausch der Glühkerzen das notwendige Werkzeug parat haben. Wir haben hier wieder eine Auflistung für Dich:

Du hast soweit alles vorbereitet? Dann machen wir direkt mit dem Wechsel weiter! Stelle aber zunächst sicher, dass der Motor seine Betriebstemperatur erreicht hat – also fahre vorher nochmal am besten eine Runde um den Block.

Glühkerzen wechseln: Schritt 1

Ab jetzt ist Vorsicht geboten: Alle Teile im Motor haben eine gewisse Temperatur erreicht. Das heißt: Du kannst Dich sehr leicht verbrennen! Nachdem Du die Glühkerzen geprüft hast, sollten sie ja sowieso schon freiliegen. Somit kannst Du gleich mit dem ersten Schritt beginnen:

  • Damit die Kerzen sich leichter lösen lassen, solltest Du sie mit Kriechöl oder einem Multifunktionsspray behandeln.
    • Am besten lässt Du es ein paar Tage einwirken, sodass Du sie auch garantiert leichter herausdrehen kannst.
    • Auch ein wenig Wärme durch einen Föhn kann bei dieser Prozedur helfen.

Wichtig: Aufgrund der hohen Temperaturen, die im Motor entstehen, brennen sich die Glühkerzen im Zylinder fest. Wenn Du bei der Demontage nicht vorsichtig bist und die Glühkerze abreißt, zieht das schwere und teure Folgen nach sich. Um die abgebrochene Glühkerze herausnehmen zu können, muss nämlich der Zylinderkopf entfernt und der Kerzenschacht ausgebohrt werden. Und das sollte übrigens immer nur ein Fachmann erledigen.

  • Nun kannst Du die Glühkerze mit dem richtigen Bruchmoment lösen, damit sie nicht abbricht.
    • Was der richtige Bruchmoment ist? Diesen findest Du ähnlich zum Anzugsdrehmoment entweder auf der Verpackung der Glühkerzen oder auch im Fahrzeughandbuch.
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Ein Glühkerzen-Spezial-Werkzeug vereinfacht den Wechsel ungemein.

Du hast die Glühkerzen erfolgreich ausgebaut? Sehr gut! Dann zeigen wir Dir doch direkt, wie Du die neuen Kerzen einbauen kannst.

Glühkerzen wechseln: Schritt 2

Wie auch beim Zündkerzen-Wechseln solltest Du vor dem Einbau die Kerzen-Aufnahme reinigen – aber auch hier gilt es, Vorsicht walten zu lassen: Es darf kein Dreck in den Motor gelangen, sonst drohen schwere Schäden!

  • Reinige den Kerzenschacht nun am besten mit der Reibahle.
    • Damit bei der Reinigung keine Ruß-Rückstände in den Motor fallen, solltest Du das Werkzeug vorab mit Fett bestreichen.

Es ist nun alles sauber? Dann steht dem Einbau nichts mehr im Weg und wir können direkt weitermachen!

Glühkerzen wechseln: Schritt 3

Noch eine wichtige Sache, bevor Du die Glühkerzen wieder in den Schacht schraubst: Fette sie vorher mit Glühkerzenfett ein. Warum? Wir erklären es Dir:

  • Erstens kannst Du durch das Einfetten die Glühkerzen leichter einbauen.
  • Zweitens kannst Du sie dann auch bei einem zukünftigen Defekt – immerhin halten sie ja nicht ewig – leichter wieder ausbauen, ohne sie zu beschädigen.
  • Außerdem werden sie dank dem Fett vor Korrosion und Rost geschützt, was wiederum ihre Lebensdauer erhöht.

Danach drehst Du sie per Hand leicht an und zuletzt ziehst Du sie noch mit dem richtigen Anzugsdrehmoment fest. Zum Schluss musst Du nur noch die Stecker bzw. Abdeckungen erneut anbringen und alle vorher ausgebauten Teile wieder an der richtigen Stelle einbauen. Et voilà – der Wechsel ist vollbracht!

Und? Hast Du Dich bereits selbst an den Glüh- bzw. Zündkerzen-Wechsel rangetraut? Oder warst Du deswegen bis jetzt immer in der Fachwerkstatt? Lass es uns doch gerne in den Kommentaren wissen, denn: Wir sind wie immer neugierig!

Alex von ATP

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