17 Aug 2022 Autowissen
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Domlager defekt: Symptome, Geräusche & Co.

So klein, versteckt und dennoch von tragender Bedeutung: Das Domlager. Als nicht wegzudenkendes Verbindungsstück zwischen Karosserie und Federbein sollte es immer einwandfrei funktionieren. Ist das Domlager defekt, treten Symptome auf – mit entsprechenden Geräuschen und Fahrauffälligkeiten. Woran Du defekte Domlager erkennen kannst, was die Ursachen für kaputte Federbeinstützlager sind und warum mit einem Domlager-Defekt nicht zu spaßen ist – das erfährst Du hier. Bist Du bereit? Los geht’s!

Federbeinstützlager vs. Domlager: Unterschied

Du kennst es aus den verschiedenen Foren, in denen Du unterwegs bist: Die einen schreiben Federbeinstützlager, die anderen nur Federbeinlager und andere wiederum kürzen es in Federbeinlager ab. Im Grunde liegt der Unterschied zwischen Domlager und Federbeinstützlager in der Perspektive. Als Hobbyschrauber weißt Du, dass Federbeinstützlager und Domlager im Alltag das Gleiche meinen. Und dennoch sind es eigentlich zwei verschiedene Dinge:

  • Ein Domlager im weiteren Sinne besteht aus einer oberen und unteren Seite.
  • Die untere Seite liegt direkt auf dem Federbein und ist das eigentliche Federbeinstützlager.
    • Hier handelt es sich ganz klar um eine Stützfunktion – daher der Name „Federbeinstützlager“.
  • Das Domlager im engeren Sinne ist das obere Teil, das das Federbein mit dem Federbeindom im Radkasten verbindet – daher der Name „Domlager“.
    • Diese Komponente ist flexibel und ist für die Rückführung des Federbeins nach Lenkmanövern & Co. verantwortlich.
  • In der Schrauber-Realität wird das Domlager jedoch für beides verwendet.
Wusstest Du das? Am Domlager wirst Du vergeblich nach spitzen Ecken suchen. Allerdings ist tatsächlich eine Wölbung für die Dom-Taufung verantwortlich. Das Domlager hat eine kuppelartige Form und wird vom Federbeindom aufgenommen, der wiederum durch seine Form an eine Kathedrale denken lässt – oder an einen Berg (daher die Bezeichnung „Mount“ in Englisch).
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Kein Domlager-Defekt in Sicht – hier sehen Federbeindom und Stützlager bestens aus!
Profi-Tipp von Meister Brian: Hat ein Fahrzeug kein Allradantrieb, kann es an der starren Hinterachse nur Federbeinstützlager geben. Denn in dem Fall fällt das dynamische obere Teil – das eigentliche Domlager – weg.

Domlager defekt? 6 Symptome, die Du ernst nehmen solltest!

Wie so häufig ist die Diagnose nicht immer so einfach, wie man es gerne hätte. Und so gilt auch beim Domlager-Defekt: Die Symptome sind nicht eindeutig und könnten genauso auf eine defekte Servolenkung, einen Querlenker-Defekt, ein verschlissenes Traggelenk oder gar einen kaputten Stoßdämpfer hinweisen – um nur wenige Beispiele zu nennen. Im Folgenden verraten wir Dir, was ein Domlager-Defekt für Symptome zeigt und wie Du bei begründetem Verdacht das Domlager prüfen kannst. Bist Du bereit? Let’s go!

Federbeinstützlager-Defekt – Symptom 1: Domlager-Geräusche

Ist das Domlager defekt, treten dumpfe Geräusche auf – immer dann, wenn das Teil beansprucht wird. Und das bedeutet: Insbesondere in Kurven oder beim Einschlagen des Lenkrads (im Stand) wirst Du ein deutliches Knacken hören. Auch bei schlechten Straßen bzw. wenn Du über Unebenheiten fährst, dürfte sich das defekte Domlager mit unüberhörbaren dumpfen klopfenden, knarzenden bzw. knallenden Geräuschen melden. Allerdings können auch andere Ursachen dahinterstecken – wie beispielsweise ein Federbruch oder eine ausgeschlagene Koppelstange.

Unser Tipp: Was Geräusche am Auto alles bedeuten können – das verraten wir Dir in einem separaten Beitrag.

Domlager defekt –Symptom 2: verändertes Lenkverhalten

Das Lenkrad wackelt beim Fahren und die Lenkung wird ungenauer? Auch hier kann ein Domlager-Defekt dahinterstecken. Wird die Lenkung schwergängig oder schwammig, kann es ebenfalls an einem verschlissenen bzw. defekten Federbeinstützlager liegen. Der Grund dahinter: Sorgt das Lager nicht mehr für eine einwandfreie Rückführung des Federbeins, wird die Lenkung dementsprechend auffällig. Aufgrund des hierbei erzeugten Widerstands kann auch das Lenkrad wackeln. Treten jedoch nur diese Anzeichen auf, kannst Du nicht direkt auf einen Domlager-Defekt schließen. Es kommen nämlich noch weitere Übeltäter dafür in Frage – wie zum Beispiel ein Querlenker-Defekt oder ein Servolenkung-Defekt.

Gut zu wissen: Dass ein Domlager-Defekt sehr ähnliche Symptome wie ein Traggelenk-Defekt verursacht, kommt nicht von ungefähr. Schließlich hat das Domlager eine ähnliche Funktion wie das Kugelgelenk bei Fahrzeugen mit oberem Querlenker.
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Ein außergewöhnliches Lenkverhalten kann auf einen Domlager-Defekt hinweisen. Das Symptom solltest Du nicht ignorieren!

Defekte Domlager – Symptom 3: Reifenabrieb

Wenn das Domlager nicht mehr sauber arbeitet, dann ist nicht nur die Lenkung gestört. Die wackelige Radaufhängung wirkt sich auch direkt auf den Reifenaufstandspunkt aus, der nicht mehr stimmig ist. Das Ergebnis: Ein einseitiger Reifenverschleiß, der je nach vorliegendem Domlager-Defekt die Innen- oder die Außenseite des Reifens betreffen wird.

Domlager defekt – Symptom 4: Mehr Sprit als sonst

Ob Benziner oder Diesel – ist die Reifenaufstandsfläche nicht mehr ganz richtig, steigt der Kraftstoffverbrauch automatisch. Warum? Ganz einfach: Weil das Ungleichgewicht durch Mehraufwand ausgeglichen werden muss. Somit kann sich auch ein Domlager-Defekt durch einen erhöhten Spritverbrauch äußern.

Domlager defekt – Symptom 5: Bremsverhalten

Du ahnst es schon: Wenn die Reifen in Mitleidenschaft gezogen werden, dann wirst Du bei einem vorliegenden Domlager-Defekt nicht mehr so gut bremsen können. Bei einer Vollbremsung können kaputte Domlager verheerende Folgen haben. Ist Aquaplaning auch noch im Spiel, kannst Du damit einen schweren Autounfall kaum verhindern.

Wusstest Du das? Bestimmte Fahrzeugmodelle (wie zum Beispiel der VW Golf 4) sind für Domlager-Defekte anfälliger als andere. Natürlich spielt auch das Baujahr hierbei eine Rolle.

Defekte Domlager – Symptom 6: Materialschäden

Zugegeben, ein Domlager ist nicht gerade leicht erreichbar, wenn es in Richtung Sichtprüfung gehen soll. Und dennoch möchten wir Dir das 6. Symptom für einen vorliegenden Domlager-Defekt nicht vorenthalten: offensichtliche Materialschäden. Spätestens wenn Du die Stoßdämpfer wechseln möchtest, solltest Du die Federbeinstützlager bzw. Domlager inspizieren: Ist das Gummi porös bzw. rissig? Sind die Metallteile korrodiert bzw. verrostet? Oder ist das Domlager ausgeschlagen oder gar gebrochen? Defekte Domlager fallen definitiv durch die Sichtprüfung durch.

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Völlig verrostet und unbrauchbar – hier ist das Domlager eindeutig kaputt.

Ursachen für einen Domlager-Defekt

Als zentrales Verbindungsteil zwischen Federbein und Karosserie, das auch im Lenkprozess eine wichtige Rolle spielt, wird das Domlager enormen mechanischen Kräften ausgesetzt. Hinzu kommen noch die Straßenverhältnisse, die alles andere als optimal sind und, je nach Fahrstil, zu einer erheblichen Belastung der Federbeinstützlager führen können. Somit kannst Du Dir unschwer vorstellen, dass Domlager Verschleißteile sind, die früher oder später das Ende ihrer Lebenszeit erreicht haben werden. Was die wichtigsten Ursachen für defekte Domlager sind? Wir verraten es Dir:

  • Ein Domlager-Defekt geht häufig auf einen ganz normalen Verschleiß zurück:
    • Durch Reibung und Hitze verschleißen auch die besten Domlager früher oder später.
  • Selbstverständlich kann eine etwas abenteuerliche Fahrweise, inklusive Roadtrips auf hubbeligen Straßen, den Verschleiß beschleunigen.
  • Die Umwelteinflüsse (Feuchtigkeit, Streusalz & Co.) mischen hier mit und fördern Rost und Korrosion zu Tage.
    • Am Ende kann ein verrostetes Domlager sogar brechen.
  • Schließlich kann auch nach einem Autounfall das Domlager kaputt sein.
Tipp: Du fragst Dich, wie Du oberflächlichen Rost entfernen kannst? Mit einem Klick erfährst Du alles, was Du dazu wissen solltest!

Domlager defekt? Was kann denn schon passieren?

Jede Menge! Wie wir es Dir bereits bei den Symptomen erklärt haben. Abgesehen davon, dass Du im schlimmsten Fall den Wagen nicht mehr lenken kannst und dass der Bremsweg deutlich länger wird, können defekte Federbeinstützlager teure Folgeschäden haben. Warum? Ganz einfach: Wenn die kaputten Domlager ihre Arbeit nicht mehr ordentlich verrichten können, belastet das notgedrungen die umliegenden Teile. Neben dem schnelleren Reifenverschleiß können zum Beispiel die Stoßdämpfer kaputt gehen. Somit raten wir Dir, es nicht darauf ankommen zu lassen und bei auftretenden Symptomen zeitnah eine Werkstatt aufzusuchen. Dein Geldbeutel wird es Dir danken!

Profi-Tipp von Meister Brian: Versuchst Du mit einem Domlager-Defekt den TÜV zu bestehen, hast Du ganz schlechte Karten: Eine neue TÜV-Plakette wirst Du in dem Fall nicht erhalten. Und ohne TÜV fahren darfst Du ja nicht.
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Bei bestehendem Verdacht solltest Du das Domlager prüfen lassen – am besten in einer Fachwerkstatt.

Domlager prüfen: So geht’s!

Es besteht der dringende Verdacht, dass ein bzw. mehrere Domlager defekt sein könnten? Dann solltest Du die Domlager prüfen (lassen). Wie das geht, verraten wir Dir jetzt!

  • Für eine erste Einschätzung gibt es einen einfachen Test, den Du auch ohne Hebebühne durchführen kannst.
    • Dafür brauchst Du die Hilfe einer weiteren Person.
    • Gehe mit der Hand zwischen Reifen und Feder und lege die Hand auf die Feder. Bitte nun Deinen Helfer, an der Karosserie zu rütteln. Es knackt? Dann ist sehr wahrscheinlich das Domlager kaputt!
  • Am besten ist es jedoch, den vermuteten Domlager-Defekt in der Werkstatt prüfen zu lassen.
    • Hierfür wird der Wagen auf eine Hebebühne gebracht und das vorhandene Spiel untersucht.
    • Mit dem entsprechenden Know-how und der passenden Ausrüstung kannst Du selbstverständlich auch in der eigenen Schrauberwerkstatt oder in der Mietwerkstatt die Domlager prüfen.
Tipp: Es besteht nun kein Zweifel mehr, dass die Domlager defekt sind? Keine Panik! So teuer sind diese Verschleißteile nicht. Bei uns im Shop kannst Du bereits ab 3,60 € hochwertige Federbeinstützlager kaufen.

Kaputte Domlager wechseln? Das musst Du wissen!

Je nach Fahrzeugmodell gestaltet sich der Domlager-Wechsel anders. Daher möchten wir Dir hier keine fertige Anleitung bieten, sondern nur ein paar wichtige Hinweise liefern:

  • Du solltest immer nur achsweise die Domlager wechseln.
    • Ist das eine Lager verschlissen, kannst Du davon ausgehen, dass es zeitnah auch die andere Seite treffen wird.
    • Bei einem einseitigen Wechsel musst Du mit einem Ungleichgewicht und folglich mit einer zu hohen Belastung der umliegenden Komponenten rechnen.
  • Am einfachsten ist es, wenn Du die kaputten Domlager direkt mit dem nächsten Stoßdämpfer-Wechsel ersetzt.
    • So sparst Du definitiv an den Arbeitskosten, da der Domlager-Wechsel immer mit einem Ausbau der Stoßdämpfer einhergehen muss.
  • Nach dem Domlager-Wechsel solltest Du – wie bei allen Arbeiten an der Radaufhängung – eine Achsvermessung vornehmen und gegebenenfalls die Spur einstellen (lassen).
Noch ein letzter Tipp: Wenn Du vorsichtig fährst und die Stützlager nicht außergewöhnlich beanspruchst, halten sie normalerweise problemlos 100.000 Km. Erwischst Du häufiger hier und da eine Bordsteinkante oder legst einen risikoreichen Fahrstil an den Tag, kann sich die Lebenszeit um ein Vielfaches verkürzen.

Nun weißt Du alles, was Du zum Thema defekte Domlager wissen solltest. Jetzt wollen wir es aber wissen. Hattest Du schon mal den Verdacht, dass Dein Auto ein Domlager-Defekt haben könnte? Welche Symptome gab es bei Dir? Wie ist das Ganze ausgegangen? Hast Du vielleicht noch weitere Tipps, die Du mit der Community teilen möchtest? Wir sind sehr gespannt auf Deinen Bericht!

Chris von ATP

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