25 Okt 2021 Autowissen
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Bremsflüssigkeit wechseln & nachfüllen: Nur etwas für den Profi

Damit Deine Verkehrssicherheit gegeben bleibt, solltest Du regelmäßig die Bremsflüssigkeit wechseln. Wie genau das zusammenhängt, warum der Wechsel überhaupt notwendig ist – das erfährst Du bei uns! Kleiner Spoiler: Das ist eine Arbeit, die nur ein Fachmann übernehmen sollte. Warum und wie viel das Ganze dann kostet? Auch das erklären wir Dir natürlich. Bist Du bereit? Dann lass uns gleich loslegen!

Deswegen solltest Du die Bremsflüssigkeit wechseln

Du kannst es Dir bestimmt schon denken: Dein Auto benötigt die Bremsflüssigkeit, um bremsen zu können – diese überträgt nämlich die Bremskraft auf die Bremsscheiben bzw. -Trommeln. Und mit der Zeit verschleißt auch die Bremsflüssigkeit:

  • Bremsflüssigkeit ist hygroskopisch – das heißt: Sie bindet Flüssigkeit.
    • Dadurch können sich innerhalb der Bremsflüssigkeit Wasserbläschen bilden.
  • Aufgrund der Hitze, die während des Bremsvorgangs entsteht, verdampft das Wasser und es bildet sich Gas.
    • Luft lässt sich leichter komprimieren als Flüssigkeit – dadurch verlängert sich der Bremsweg stark und im schlimmsten Fall führt es zum Komplettausfall der Bremse.

Damit es gar nicht erst so weit kommt, solltest Du regelmäßig die Bremsflüssigkeit wechseln. Wann? Das verraten wir Dir gleich als Nächstes! Lies’ weiter, um zu erfahren, welche Intervalle für den Bremsflüssigkeitswechsel gelten.

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Bläschen in der Bremsflüssigkeit? Dann solltest Du die Bremsflüssigkeit wechseln!

Bremsflüssigkeit wechseln – Intervalle

Wie eigentlich immer, wenn es um Wechselintervalle geht: Genauere Informationen dazu findest Du im Fahrzeughandbuch. In der Regel gilt allerdings Folgendes:

  • Meist wird die Bremsflüssigkeit bei der Auto-Inspektion automatisch mit gewechselt.
  • Wenn Dein Auto Bremsflüssigkeit verliert, kommst Du um einen Wechsel nicht herum – nachdem die undichten Stellen gefunden und repariert wurden.
    • Den Füllstand kannst Du dem entsprechenden Behälter im Motorraum entnehmen.
    • Der ideale Füllstand liegt zwischen den Markierungen „Min“ und „Max“.
  • Ansonsten solltest Du die Bremsflüssigkeit alle 2 Jahre erneuern.
  • Solltest Du allerdings vorher schon bemerken, dass die Bremskraft nachlässt, empfehlen wir Dir, die Bremsen in einer Werkstatt untersuchen zu lassen.
Gut zu wissen: Der Wechsel ist nicht abhängig von der Laufleistung. Mit der Zeit nimmt die Flüssigkeit durch die Bremsschläuche und Dichtungen Wasser auf – unabhängig davon, wie viel Du mit Deinem Auto gefahren bist.

Aber nicht nur die Gefahr, dass die Bremsleistung nachlässt, ist ein Grund dafür, die Bremsflüssigkeit zu wechseln:

  • Die Bremsflüssigkeit dient auch zur Schmierung der verschiedenen Komponenten.
    • Das Wasser verschlechtert die Schmierfähigkeit.
  • Außerdem erhöht Wasser im Bremssystem die Rostbildung – besonders die Bremskolben sind davon gefährdet.
Tipp: Wie Du den lästigen Rost entfernen kannst, das verraten wir Dir in einem separaten Beitrag. Und solltest Du Dir den kompletten Bremsen-Wechsel zutrauen – auch dazu haben wir eine Profi-Anleitung für Dich!

Bremsflüssigkeit prüfen: So geht’s!

Zum Prüfen der Bremsflüssigkeit musst Du nicht unbedingt in eine Werkstatt fahren. Dafür brauchst Du nur ein Prüfgerät für die Bremsflüssigkeit. Auch die Anwendung ist ganz einfach:

  • Suche im Motorraum den Bremsflüssigkeitsbehälter.
    • Dieser ist meist gekennzeichnet mit einem Dreieck und Ausrufezeichen darin.
  • Danach steckst Du das Prüfgerät in die Flüssigkeit und liest anschließend den Wassergehalt ab.

Spätestens wenn Letzterer bei 3,5 % liegt, solltest Du die Bremsflüssigkeit wechseln, da dann der sogenannte Nass-Siedepunkt erreicht ist.

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Bremsflüssigkeit prüfen – ganz einfach mit diesem Prüfgerät!

Aber wie genau funktioniert der Wechsel denn? Und kannst Du ihn auch einfach selbst durchführen? Dazu kommen wir jetzt! Um mehr zu erfahren, musst Du einfach weiterlesen.

Deswegen sollte nur der Profi die Bremsflüssigkeit wechseln

Der Bremsflüssigkeitswechsel gehört leider nicht zu den einfachen Autoreparaturen. Warum? Darum:

  • Bremsen sind sicherheitsrelevant
    • Wenn eher unerfahrene Schrauber Arbeiten an solchen Teilen durchführen, gehen sie ein hohes Risiko ein.
  • Abgesehen davon stellt der Wechsel der Bremsflüssigkeit eine gefährliche Arbeit dar.
    • Diese Flüssigkeit ist ätzend und kann so nicht nur Deinen Wagen beschädigen – Du kannst auch schwere Verletzungen davontragen.
  • Wenn Du die Bremsflüssigkeit wechseln willst, benötigst Du eine spezielle Ausrüstung, die in der Anschaffung recht teuer sein kann.
  • Deswegen empfehlen wir auch nur den erfahrenen Hobbyschraubern, die Bremsflüssigkeit selbst zu wechseln.
Tipp: Für Hobbyschrauber mit entsprechendem Know-how, die zwar eine eigene Schrauberwerkstatt, jedoch das nötige Werkzeug nicht haben, ist eine Mietwerkstatt eine günstige Alternative. Dort kannst Du nämlich nicht nur einen Schrauberplatz mieten, sondern auch Spezialwerkzeug, das für die Reparatur nötig ist. Du willst mehr über das Thema erfahren? Klicke dafür einfach auf vorigen Link!

Natürlich können wir auch verstehen, dass Du neugierig bist und trotzdem wissen möchtest, wie die Bremsflüssigkeit gewechselt wird. Deswegen haben wir hier ein Video, in dem ein Profi die Arbeit erledigt:

Wie Du in dem Video sehen kannst, solltest Du nach dem Bremsflüssigkeitswechsel die Bremsen entlüften. Auch das ist sehr zeitaufwendig und sollte lieber von einem Fachmann erledigt werden. Aber wie sieht es eigentlich mit dem Nachfüllen aus? Das erfährst Du, wenn Du weiterliest!

Bremsflüssigkeit nachfüllen – geht das?

Kommen wir doch gleich zum Punkt: Du kannst leider nicht einfach die Bremsflüssigkeit nachfüllen. Warum das so ist, erklären wir Dir natürlich auch:

  • Eines dürfte klar sein: Verschiedene Bremsflüssigkeiten darfst Du nicht mischen.
    • Da es sich hierbei um eine ätzende Säure handelt, kann eine falsche Flüssigkeitszusammensetzung die Bestandteile der Bremsanlage angreifen.
    • Außerdem wäre die frische Bremsflüssigkeit gleich wieder verunreinigt und müsste gewechselt werden.
  • Aber nicht nur das: Wenn zu wenig Bremsflüssigkeit im System vorhanden ist, besteht irgendwo ein Leck.
    • Du kannst es Dir schon denken: In diesem Fall bringt Nachfüllen überhaupt nichts.
    • Der Defekt muss behoben und die Bremsflüssigkeit gewechselt werden.

Wir haben Dir bereits verraten, dass es besser ist, die Bremsflüssigkeit in der Werkstatt wechseln zu lassen. Doch wie viel kostet das Ganze? Dazu kommen wir als Nächstes. Bist Du bereit? Dann machen wir direkt weiter!

Was kostet es, die Bremsflüssigkeit zu wechseln?

Wie immer kommen auch gewisse Kosten auf Dich zu, wenn Du Dein Auto in einer Werkstatt reparieren lässt. Diese variieren je nach Automodell und Werkstatt. Generell kannst Du mit folgenden Kosten rechnen, wenn Du in der Fachwerkstatt die Bremsflüssigkeit wechseln lässt:

  • Die neue Bremsflüssigkeit bekommst Du ab 5,79 €.
  • Je nach Werkstatt musst Du für den Arbeitsaufwand zwischen 40 € und 100 € zahlen.
  • Da es sich bei der Bremsflüssigkeit um eine umweltschädliche Substanz handelt, muss diese auch ähnlich zum Altöl entsorgt werden – dafür fallen ebenfalls Kosten an, die meist aber schon im Preis der Werkstatt enthalten sind.
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In der Werkstatt die Bremsflüssigkeit wechseln – Kosten, die sich lohnen.
Tipp: Selbst wenn Du die Fachwerkstatt die Bremsflüssigkeit wechseln lässt – etwas Geld sparen kannst Du trotzdem, wenn Du (in Absprache mit der Werkstatt) selbst die neue Bremsflüssigkeit besorgst. Hierbei musst Du nur beachten, dass die Flüssigkeit auch zu Deinem Auto passt.

Das war es nun aber auch von unserer Seite aus. Jetzt bist Du an der Reihe! Hast Du das Risiko vielleicht schon einmal auf Dich genommen und die Bremsflüssigkeit selbst gewechselt? Oder ist es für Dich selbst zu riskant und Du wendest Dich lieber an die Werkstatt Deines Vertrauens? Erzähl es uns gerne in den Kommentaren!

Alex von ATP

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